Mietvertrag: Vereinbarung einer Mindest-Mietzeit von 1 Jahr erlaubt? Sonst Entschädigung?

14 Antworten

Dass der Vermieter auch einen Vertrag mit einer Mindestmietzeit abschliessen darf, das haben dir die andern Antworten ja schon zu genuege gesagt. Daher von mir nur noch ein Punkt, den du bedenken solltest.

  • Steht einfach nur die Mindestmietzeit von einem Jahr drin, dann musst du ein Jahr drin bleiben. Du kannst dann 3 Monate vor Ablauf des Jahres kuendigen und nach dem einen Jahr ausziehen.

  • Steht im Vertrag, dass erst nach einem Jahr gekuendigt werden kann, dann heisst das, erst wenn die 12 Monate vorbei sind, kannst du kuendigen. Mit einer gesetzlichen Kuendigungsfrist von 3 Monaten wirst du dann aber noch 3 Monate da wohnen, also insgesamt 15 Monate.

Gut erklärt.

@johnnymcmuff

Danke. Das habe ich aber auch erst hier gelernt aus Antworten von anderen. Wahrscheinlich sogar auch aus Antworten von dir. Man lernt eben nie aus.

@johnnymcmuff

.. eher nicht gut erklärt. Mindestmietzeit gibt es nicht.

@Gerhart

eher nicht gut erklärt. Mindestmietzeit gibt es nicht.

So kleinlich wollen wir jetztmal nicht sein. Im Prinzip ist es eine Mindestmietzeit auch wenn es das im Mietrecht nicht gibt.

@johnnymcmuff

Rein rechtlich gesehen und nach den §§ des BGB gibt es tatsächliche keine Mindestmietzeit. Zumindest seit der vorletzten Mietrechtsreform. Entweder Befristung mit der Angabe eines von der zulässigen Gründen oder Kündigungsverzicht. Das muss so eindeutig formuliert sein (im Mietvertrag!).

Davon ausgehend, dass es sich um gegenseitigen Kündigungsverzicht für 1 Jahr handelt, ist der MV gültig. Das kann der VM so handhaben, du brauchst die Wohnung ja nicht zu mieten.

Auch die Zahlung einer Entschädigung bei vorzeitigem Auszug dürfte m. E. gültig sein. Du hast da die Wahl: Entweder du zahlst dem VM eine Entschädigung oder bis zum Ende des Mietjahres eben die Miete.

Die Mindestmietdauer kann wirksam vereinbart werden.

Es ist in ständiger Rechtsprechung des BGH anerkannt, dass sich Vermieter durch Vereinbarung eines vereinbartem Verzicht des Mieters auf die Kündigung (Mindestmietdauer) vor einem unverhofften raschen Mieterwechsel schützen können.

Gleiches gilt für einen beiderseitigen, zeitlich begrenzter Kündigungsausschluss. Diese Abreden halten der AGB-Kontrolle stand, sind können also auch in einem Formularmietvertrag vereinbart werden, ( siehe BGH, VII ZR 379/03).

Solche Vereinbarungen sind ggfs. nichtig, wenn der Verzicht (Mindestmietdauer) für länger als 4 Jahre gilt

Darf ein Vermieter in einem Mietvertrag von einem Mieter fordern, dass er eine Wohnung mindestens 1 Jahr mieten muss und erst danach kündigen kann?

Das nennt sich gegenseitiger Kündigungsverzicht. Sofern er für beide Seiten gilt,kann man das vereinbaren und ist somit auch wirksam.

Wenn ja: Darf der Vermieter eine Art Entschädigung vom Mieter verlangen, wenn er die den Mietvertrag früher als ein Jahr kündigt?

Der Vermieter kann verlangen, dass der Mieter seinen Vertrag erfüllt.

Wenn Du früher raus willst ist es Verhandlungache ob und wieviel Du zahlen musst Ja der Vermieter kann eine Entschädigung verlangen.

Rechtlich steht dem Vermieter die Miete (ohne Nebenkosten) bis zum ordentlichen Vertragsende zu. Alles andere, ob nun mehr oder weniger, ist reine Verhandlungssache.

@Scaver

Rechtlich steht dem Vermieter die Miete (ohne Nebenkosten) bis zum ordentlichen Vertragsende zu

Ich kann noch einiges über Mietrecht lernen, aber Du musst noch viel darüer lernen.

Der Vermieter hat bis zum Schluss Anspruch auf die volle Miete(incl. Nebenkosten)


Der Irrtum vom Zahlen der Kaltmiete bei vorzeitigem Auszug

„Nach dem vorzeitigen Auszug muss nur noch die Kaltmiete bis zum Ende der Laufzeit des Mietvertrages gezahlt werden.“

Das ist nicht richtig.

Der Vermieter hat ein Recht darauf, dass auch die Nebenkosten-Vorschüsse bis zum Ende der Mietzeit in voller Höhe weiter gezahlt werden.

Dies gilt auch dann, wenn der Mieter schon vor Vertragsende ausgezogen ist.

http://www.mieterschutzverein-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/PDF/Merkblaetter/IrrtuemerMietrecht.pdf

Kündigungsverzicht muss beidseitig vereinbart sein, ansonsten ist er hinfällig. Die Vereinbarung einer "Mindestmietzeit" entspricht nicht (mehr) den Buchstaben des Gesetzes (BGB). Ein befristeter MV gilt nur mit Angabe eines von drei zulässigen Gründen als wirksam. Schau also mal, was konkret vereinbart ist. Daraus ergibt sich alles Weitere.

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