Mietvertrag erst gültig, wenn ermit Unterschrift beim Vermieter ist?

5 Antworten

Der Vermieter hat noch kein unterschriebenes Exemplar des Vertrags und wenn er das nie in die Finger bekommt, die Freundin nicht in die Wohnung einzieht, keine Miete bezahlt und lediglich dem Vermieter erklärt, dass sie es sich anders überlegt hat, was könnte der Vermieter dann machen?

Natürlich könnte er behaupten, er habe gesehen, wie sie den Vertrag unterschrieben hat und er könnte darauf bestehen, dass sich die Freundin an den so geschlossenen Vertrag hält und vielleicht könnte er sogar belegen, dass ihm dadurch ein Schaden entstanden ist, weil er anderen Interessenten abgesagt hat. Er könnte also wenigstens für 3 Monate die Miete verlangen (normale Kündigungszeit). Ggf. müßte er das aber gerichtlich durchsetzen und das wird nicht so einfach sein, ihm Aufwand, Ärger und Nerven kosten. Die Frage ist, ob er das will. In so einer Situation würde ich als Vermieter sagen, lass gut sein, bekommt eben jemand anders die Wohnung.

Wenn die Freundin nicht in die Wohnung einziehen will, sollte sie das schnellstmöglich dem Vermieter mitteilen. Sie wird dann schon sehen, wie er reagiert. Hat Deine Freundin eine Rechtsschutzversicherung? Wird sie in einen Prozess gezogen, kann das ansonsten auch ordentlich Geld kosten.

Wie? Zurücktreten? Von was denn? Entweder gibt es einen Vertrag oder es gibt keinen und wenn es keinen gibt, kann auch nicht zurückgetreten werden, oder? Wir kennen diese Spielchen auch und wissen damit umzugehen und es wird für den "Mieter" meist sehr teuer, darf ich hier mitteilen.

Natürlich ist der Mietvertrag geschlossen, wenn sie den unterschreibt. Und bei Mietverträgen gibt es kein Rücktrittsrecht :-O

Der wäre selbst dann schlüssig, wenn er keine Kopie vorlegt, aber Vertragsschluss bezeugen kann - da würde ich hier nicht auf "Hase" machen wollen :-O

aber Vertragsschluss bezeugen kann

Wie koennte der Vermieter hier Zeuge sein? Er waere doch Partei.

Wenn der Vermieter von der Willenserklärung Kenntnis bekommen hat, kann sie auch nicht mehr zurücktreten...

Du meinst, die reine Kenntnisnahme reicht aus und es kommt dann nicht mehr auf den tatsaechlichen Zugang der Willenserklaerung an? Auch dann, wenn aufgrund entsprechender Vereinbarungen oder der allgemeinen Umstaende davon auszugehen ist, dass ein Bindungswille erst mit Abgabe der schriftlichen Willenserklaerung erklaert werden sollte?

@DerCAM

Auf den Zugang kommt es nur an, wenn der Empfänger der Willenserklärung ABwesend ist (§ 130 BGB). Hier war der Empfänger der Willenserklärung aber ANwesend, als der Bindungswille schriftlich erklärt wurde...

@MosqitoKiller

Gilt die schriftliche Willenserklaerung gegenueber einem Anwesenden tatsaechlich bereits in dem Moment als abgegeben, in dem sie unterschrieben wurde oder erst in dem Moment, in dem sie dem Anwesenden auch uebergeben wird?

Wurde tatsaechlich eine Willenserklaerung abgegeben, obwohl diese den anwesenden Empfaenger noch gar nicht erreicht hat?

@DerCAM

Eine Willenserklärung wurde durch Unterschrift abgegeben und gilt bei anwesenden Empfängern sofort in diesem Moment ohne jede zeitliche Verzögerung...

@MosqitoKiller

Hast mich ueberzeugt! Im Beisein des Empfaengers unterschrieben, da duerfte dann wirklich nicht mehr dran zu ruetteln sein. Hatte mich da wohl ein wenig verrannt.

Die Beweisbarkeit steht natuerlich auf einem ganz anderen Blatt. Aber danach wurde ja nicht gefragt.

der vermieter wird üblicherweise ne durchschrift haben.

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