Mietminderung des Nachbarn auf mich umlegen?

8 Antworten

Der Vermieter hat keinen Anspruch darauf, die Mietminderung des Nachbarn auf euch umzulegen. Er sollte mal lieber schauen, ob die überhaupt gerechtfertigt war. Wenn er es trotzdem macht und dann von der Kaution einbehält - werdet ihr auf Herausgabe kalgen müssen. Am besten holt ihr euch Rat beim Mieterbund, wenn es denn dann so sein sollte.

Beim Mieterbund muss man Mitglied sein, sonst rühren die keinen Finger für einen. Ich weiß das, ich war mal im Mieterbund

Der Vermieter hat keinen Anspruch darauf, die Mietminderung des Nachbarn auf euch umzulegen. 

Warum nicht?

Er sollte mal lieber schauen, ob die überhaupt gerechtfertigt war. 

Woher weißt du, ob der Vermieter das nicht getan hat?

Dann Frage ich mal umgekehrt - warum sollte der Vermieter das Recht haben, die Mietminderung eines Mieters auf die Mietforderung gegenüber einem anderen drauf zu schlagen? Bitte mit Gesetzesquelle angeben.

@angy2001

Die Mieter haben ja durch ihr vertragswidriges Verhalten Anlass für die Mietminderung gegeben.

warum sollte der Vermieter das Recht haben, die Mietminderung eines Mieters auf die Mietforderung gegenüber einem anderen drauf zu schlagen?

Das tut er ja überhaupt nicht. Der Vermieter ist berechtigt, den Verursacher des Schadens (in diesem Fall der finanzielle Schaden durch die Mietminderung) dafür zur Rechenschaft zu ziehen (in Form von Schadenersatz). Wenn du ins BGB schaust, gibt es diverse §§ zum Thema Schadensersatz. Und in diesem speziellen Fall gibt es auch Urteile dazu -> vgl. meine Antwort.

@DarthMario72

Einen Schadensersatz müsste er gerichtlich festlegen lassen - alles andere wäre Willkür. Das würde ich mir nicht gefallen lassen. Stell dir mal vor, da gibt es einen immer meckernden Mieter, der sich über alles und jede beschwert und die Miete mindert..... und der Vermieter würde nun den Betrag der Mietminderung einfach auf alle anderen Mieter "umlegen" und sich auf Schadensersatz berufen... fändest du das in Ordnung?

@angy2001

Das ist hier aber nicht die Situation. Hier gibt es ganz konkret eine Mietpartei, die sich über eine ganz konkrete andere Partei beschwert und die Miete wohl berechtigt gemindert hat.

Geht man weiter davon aus, was der Fragesteller hier nicht geschrieben hat, dass die WG bereits abgemahnt wurde, was aber, wie eindeutig zu lesen ist, nichts genutzt hat, sitzt der Vermieter nun auf einem Schaden, dessen Verursacher eindeutig feststeht. Es ist daher sein Recht, diesen Schaden vom Verursacher wieder einzufordern. Man muss also nicht irgendwas Diffuses konstruieren, um diese Forderung zu bestreiten.

@bwhoch2

@bwhoch2: Lies deinen Text nochmal durch. Da gibt es so einiges an Vermutungen und ich finde, auch ein Vermieter kann sich nicht nur aufgrund von Vermutungen und Verdächtigungen an der "wahrscheinlich schuldigen Mietpartei" schadlos halten.

Wenn ihr die Mietminderung verursacht habt, seid ihr dem Vermieter gegenüber selbstverständlich schadenersatzpflichtig. Hierzu gibt es z. B. ein Urteil des Amtsgerichts Bremen Az.: 17 C 105/10).

OK 2,3 vielleicht auch 4x im Monat ist das der Fall 

Na also. Üblicherweise kennt man aber auch seine Pflichten bzw. weiß, wie man sich in einer Mietwohnung zu verhalten hat bzw. was man nicht darf. Darauf braucht euch kein Vermieter hinzuweisen. Für die Zukunft: haltet euch entweder an Zimmerlautstärke oder ladet eure Nachbarn zu euren Partys ein.

aber kein anderer Nachbar ausser dieser sagt was. 

Das ist irrelevant.

Da ist wohl auch das klopfen eines Schnitzels aufgeführt.

Woher wisst ihr das? Wenn das nicht gerade während der Nachtruhe passiert ist, gehört das m. E. zum normalen Gebrauch der Mietsache und berechtigt nicht zur Mietminderung.

Darauf würde ich nicht eingehen. Der Vermieter hätte ja erstmal zu Euch kommen können bzw. Euch schriftlich darauf hinweisen müssen, dass hier Beschwerden vorliegen und sogar eine Mietminderung geltend gemacht wurde. Wenn der Vermieter, ohne mit Euch Kontakt aufzunehmen, auf eine Mietminderung eingeht, ist das doch seine Sache, er kann nicht einfach die Kaution einbehalten. Notfalls müsst Ihr Euch gemeinsam einen Anwalt suchen.  lg Lilo

"Das Klopfen eines Schnitzels" - Nachbarn sind doch manchmal was Schönes. Hat er das durch die Wand gesehen?

Der Vermieter hätte ja erstmal zu Euch kommen können bzw. Euch schriftlich darauf hinweisen müssen, dass hier Beschwerden vorliegen und sogar eine Mietminderung geltend gemacht wurde

Warum?

@DarthMario72

Das würde ich einfach als normales, menschliches Verhalten ansehen, dass man aufmerksam gemacht wird, dass man so laut ist, dass sich Nachbarn massiv beschwert haben und sogar eine Mietminderung vorgenommen wurde.

Der Vermieter hat tatsächlich wegen der Mietminderungen einen Mietausfallschaden und deshalb grundsätzlich einen Schadensersatzanspruch gegen den störenden Mieter. 

Nun hat er ja den Schaden über eure Kaution bereits ersetzt und die wg. ungerechtfertigter Bereicherung herauszuklagen dürfte scheitern, da die  Mietminderung ja qualifiziert vorgetragen zulässig vorgenommen wurde und ihm dadurch ein konkret bezifferbarer Mietausfallschaden entstand :-)

Und für diesen Schadenersatzanspruch ist es völlig unerheblich, ob er euch darauf hingewiesen oder vorher noch ermahnt hätte, euch künftig bitte so zu verhalten, wie es gesetzlich oder mietvertraglich vorher längst bestimmt war und deshalb bereits einen Mietminderungsanspruch hergab: Immer und ausnahmslos Zimmerlautstärke oder Ruhezeiten einzuhalten :-O

G imager761


Wenn ihr diese Mietminderung verursacht habt, seid ihr schadensersatzpflichtig. Euer Problem besteht darin, dass der Vermieter euer Geld ja bereits hat. Ihr könnt ihn also nur mit einem Prozessrisiko auf die Herausgabe der Kaution verklagen.

Da könnte schon der Rechtsanwalt teurer werden, als euer jetziger "Verlust"

Wieso teurer werden? Die Verlierer Seite muss doch bezahlen!? Und vorstrecken ist kein Problem.

@StylerTk

Da solltest du dir nicht so sicher sein, dass ihr den Prozess gewinnt.

@StylerTk

Wie kommst du darauf, dass ihr gewinnt? Ihr wart Anlass für die Mietminderung, wie du selbst gesagt hast:

OK 2,3 vielleicht auch 4x im Monat ist das der Fall

Also ist wohl auch die Mietminderung grundsätzlich gerechtfertigt. Ob die Höhe allerdings angemessen ist, kann ich nicht wissen. Den durch berechtigte Mietminderung entstandenen Schaden müsst ihr ersetzen, da werdet ihr nicht drum herum kommen.

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