mietkündigung wegen hausverkauf?

8 Antworten

Das kann natürlich passieren, dass der Eigentümer das Haus verkauft und der neue Eigentümer dann wegen Eigenbedarf kündigt. Dagegen könntet ihr leider nichts machen.

Jedoch wichtig zu wissen, nicht der aktuelle Eigentümer kann euch kündigen wegen Hausverkauf, sondern es muss dann der neue Eigentümer tun. Und das wiederum kann er erst, wenn er im Grundbuch eingetragen wurde. Je nach Gemeinde dauert das alles. Und das gibt euch einiges mehr an Zeit.

Der neue Eigentümer kann dann mit einer Frist von 3 Monaten kündigen. Von daher weiß ich jetzt nicht, wie du auf die 12 Monate kommst.

Es wird eine lange Antwort, aber ich fürchte, auch notwendig, um alle Aspekte etwas anzuleuchten. Eure Verärgerung und Angst kann ich einerseits verstehen, aber andererseits, solltet Ihr auch mal alles von allen Seiten betrachten. Nicht nur aus einem Blickwinkel.

Ein Vorkaufsrecht dürfte ausscheiden, weil die Hälfte des Doppelhauses, das Ihr angemietet habt, bestimmt schon eine eigene Flurnummer im Grundbuch hat.

Insofern ist der Verkäufer frei, in seiner Entscheidung, ob er das Haus verkauft und an wen.

Dass Ihr erst vor 1,5 Jahren eingezogen seid, ist natürlich jetzt ausgesprochenes Pech, aber man muss es als Mieterschicksal sehen. So ist es nun mal.

Abgekatert? Du meinst wohl abgekartet. Nein, das glaube ich nicht. Wenn man ein Haus möglichst gut verkaufen will, ist der beste Moment immer dann, wenn es gerade leer steht. Der beste Moment wäre also vor 1,5 Jahren gewesen. Jeder Käufer, der selbst beziehen will, weiß, dass es ein u. U. nicht abschätzbares Risiko ist, eine Eigenbedarfskündigung bis hin zur Zwangsräumung durch zu führen. Das kostet Zeit und auf jeden Fall einen Haufen Geld, das man von vornherein lieber in ein Haus investiert, das schon leer steht oder aus dem die Eigentümer zu einem genau festgelegten Zeitpunkt ausziehen.

Die Pläne für die Straßensanierung sind offenbar auch erst in letzter Zeit konkret geworden. Das Haus liegt nicht zufällig in Bayern? Dort werden die Gebühren demnächst abgeschafft und Bescheide dürfen jetzt schon nicht mehr verschickt werden.

Ist er berechtigt, uns eine Zeit von 12 Monaten zu geben, um uns was neues zu suchen?

Der jetzige Vermieter kann Euch überhaupt nicht kündigen, aber es ist sehr generös von ihm, Euch seine Pläne frühzeitig mitzuteilen inkl. einem konkreten Kaufinteressenten, von dem er schon weiß, wie lange Euch dieser Zeit lassen würde.

Dass Küchen massgeschneidert oder besser massgeschreinert werden, ist völlig normal und wenn Ihr auf gute Qualität geachtet habt und sie wirklich schön ist, nicht nur nach Eurem Geschmack, besteht doch eine gute Chance, dass Euch der Käufer des Hauses auch für die Küche noch ordentlich Geld zahlt. Vielleicht ist er richtig froh, dass er nicht auch noch eine neue Küche machen lassen muss.

Mit Umzugskosten muss jeder Mieter das ganze Leben lang rechnen. Mal geplant, mal ungeplant. So geht es übrigens Hauseigentümern auch. Man meint, es wäre alles im grünen Bereich und dann stellt sich plötzlich ein Sanierungsbedarf heraus, gegen den sich Umzugskosten, wie Taschengeld ausnehmen. So, wie es jetzt Eurem Vermieter mit der Straßensanierung blüht. Wie soll er einen derart fetten Betrag stemmen, wenn er vielleicht das Doppelhaus auch noch abzahlen muss?

Ihr werdet doch gar nicht vor vollendete Tatsachen gestellt oder meinst Du, der Vermieter hätte Euch um Erlaubnis fragen müssen, das Haus einfach so zu verkaufen? Er hat Euch das jetzt längerfristig angekündigt und wartet vielleicht nur darauf, dass Ihr ein Angebot zum Kauf des Hauses abgebt. Wer weiß, vielleicht stehen die Chancen gar nicht so schlecht, dass Ihr als Käufer in Frage kommt.

Dein Bauchgefühl kann aber sehr trügen. Es ist gar nicht gesagt, dass es so wunderbar ist, wenn man seine derzeit besten Freunde künftig direkt neben sich wohnen hat, sodass man ggf. jeden Pups der neuen Nachbarn mitbekommt. Viele Freundschaften sind schon durch zu große Nähe kaputt gegangen.

Sowohl Euer Vermieter, wie auch die Kaufinteressenten sehen sich ebenfalls einem enormen Kraftakt ausgesetzt. Am meisten wohl derzeit Euer Vermieter, indem er mit einer derart maßlosen ungerechten Forderung seitens der Gemeinde konfrontiert wird, die einer Enteignung schon fast gleich kommt.

Der geistige Stress dürfte wohl auch nicht nur bei Euch liegen. So gesehen seid Ihr eine Schicksalsgemeinschaft, also betroffen vom gleichen ungerechten Anlass. Man kann an dem Beispiel gut sehen, wie sich unvernünftiges Regierungshandeln an allen Ecken und Enden leidvoll auswirken kann.

Wenn Ihr jetzt das Problem habt, keine passende Mietwohnung zu finden, solltet Ihr Euch genau jetzt überlegen, ob es nicht besser wäre Wohneigentum zu kaufen. Dem Mieterschicksal wäret Ihr damit auf Dauer entronnen und die Zinsen für eine Haus- oder Wohnungsfinanzierung sind derzeit so niedrig, dass man häufig für das Geld, dass man sonst Miete zahlt, für eine gleich große Wohnfläche locker die Finanzierung hinbekommt. Etwas Eigenkapital auf der Kante voraus gesetzt. Manchmal gibt es Häuser, die recht preisgünstig sind, weil sie saniert werden müssen. Wenn das nicht zu umfangreich ist, kann man sich so ein Haus leisten und den gewünschten hohen Komfort nach und nach erarbeiten.

Das ihr darüber nicht begeistert seit glaube ich euch sofort. Aber es steht dem Inhaber frei, sein Hab & Gut, auch das Haus, jederzeit zu verkaufen wenn er es möchte. Ob ihr irgendwelche massgeschneiderten Küchen, Wandgemälde oder bemalte Teller in die Wohnung gebracht habt spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Der neue Käufer muss den Mietvertrag übernehmen, hat dann aber selbstverständlich die Möglichkeit, eine Eigenbedarfskündigung auszusprechen.

Habt ihr schonmal daran gedacht, das Haus selber zu kaufen?

Wenn in einem Zweifamilienhaus der Vermieter quasi nebenan zum Mieter wohnt, kann der Vermieter ohne Angabe von Gründen kündigen, es verlängert sich nur die Kündigungsfrist um 3 Monate (§ 573a Abs. 1 BGB).

Ich bin mir nich 100% sicher ob eine Doppelhaushälfte als Zweifamilienhaus zählt, würde tendenziell aber sagen ja.

In dem Fall könnte man euch wirksam ohne Angabe von Gründen zum 30.09.2018 kündigen.

Als Mieter geht man immer die Gefahr ein, dass man gekündigt wird, sei es wegen Eigenbedarf oder anderer vom BGB zugestandenen Gründen.

Dass ihr Kosten für Küche etc. hattet, ist leider euer Problem, so hart das klingt.

Ich bin mir nich 100% sicher ob eine Doppelhaushälfte als Zweifamilienhaus zählt, würde tendenziell aber sagen ja.

Nein, das Doppelhaus ist nicht ein 2-familienhaus. Es sind 2 getrennte Häuser, die lediglich direkt aneinander gebaut sind. Reihenhäuder sind ja auch eigenständige Häuser.

Die Motivation des Eigentümers zu einem Verkauf sind ohne Belang.

Stress, Hausratumfang und Umzugskosten wie vergebliche Renovierungsaufwendungen allgemeines Lebensrisiko des Mieters - euer Mietvertrag hätte ebensogut schon wenige Wochen nach Einzug durch Erbfall beendet werden können.

Mit grundbuchlicher Eintragung des Erwerbers steht diesem ein Recht auf Kündigung wg. Eigenbedarfs mit gesetzlicher Dreimonatsfrist zu.

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