Mieter gewinnt Räumungsklage und nun?

13 Antworten

Ja. Du kannst dem Mieter eine neue Kündigung schicken.

Es ist aber dann ein völlig neuer Fall, eine ganz neue Kündigung. Und somit kündigst du auch wieder fristgerecht, die Kündigungsfrst für den Mieter läuft also von Neuem.

Falls es wieder vor Gericht gehen sollte, besteht kein Zusammenhang mehr zu der vorigen Klage. Du kannst dich darauf nicht mehr beziehen, nicht deinen Fehler der ersten Kündigung ungeschehen machen oder ähnliches.

Es beginnt alles von vorn als wenn du vorher noch nicht versucht hast zu kündigen.

Eigenbedarf liegt vor, wenn der Vermieter die (ganze) Mieterwohnung für sich selbst oder für eine zu seinem Hausstand gehörende Person, zum Beispiel eine Pflegekraft, oder für einen Familienangehörigen zu Wohnzwecken benötigt.

Familienangehörige, zu deren Gunsten der Vermieter wegen Eigenbedarfs kündigen kann, sind zum Beispiel Eltern oder Kinder des Vermieters, Enkel oder Geschwister. Entferntere Familienangehörige gehören in aller Regel nicht hierzu.

Der Vermieter muß die Wohnung benötigen. Der bloße Wunsch, in den eigenen vier Wänden wohnen zu wollen, reicht nicht aus. Eigenbedarf liegt erst dann vor, wenn der Vermieter vernünftige und nachvollziehbare Gründe nennen kann, warum er oder eine begünstigte Person die Wohnung beziehen will. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Vermieter selbst in der gekündigten Wohnung seinen Altersruhesitz begründen oder wenn der Vermieter seinem Kind die gekündigte Wohnung zur Verfügung stellen will, weil sonst die Gefahr besteht, daß sich das Kind vom Elternhaus löst.

Der Vermieter muß im Kündigungsschreiben schriftlich begründen, für welche Person er die Wohnung benötigt, und er muß einen konkreten Sachverhalt beschreiben, auf den er das Interesse dieser Person an der Wohnung stützt.

Quelle - Deutscher Mieterbund

Wenn das o. g. zutrifft, kannst du natürlich erneut klagen, ansonsten ist es ein aussichtsloses Unterfangen.

Wenn du einen guten Anwaltv hast, einfach Berufung einlegen und deine aktuelle Finanz- oder Wohnsituation einrichten, dass es sich ohne Frage um "Eigenbedarf" handelt. Also der Eigenbedarf muss auch benötigt werden, wenn du bereits in einer Wohnung wohnst geht das nicht... (Ausgenommen du erhaltest ganz schnelöl eine fristlose Kündigung und hast ja so garkeine Ahnung wo du wohnen sollst... ;-) )

Wenn sich eine neue Situation ergibt, sicher.

Es wird dann vermutlich erneut den Weg zu Gericht geben und neu entschieden werden. Da der Prozeß einmal verloren wurde, wird ein neuer Prozeß nicht (ganz) ohne den Vorgang des vorherigen bewertet werden.

Es kommt doch darauf an, warum dier Mieter gewonnen hat. Wenn die Klage wegen einem Formmangel abgewiesen/verloren wurde, dann kann man es hier selbstverständlich nochmal versuchen.

Wurde die Klage verloren, weil kein wirksamer Eigenbedarfsgrund besteht, wird auch eine neuerliche Klage wenig bringen.

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