Mieter Einbau Kaminofen

7 Antworten

Zunächst mal, dein Mieter hat ohne Zustimmung von dir und dem bev. Schornie einen Ofen aufgestellt und betreibt Diesen; für dich hat das nunmal vorerst keine Auswirkung im Schadenfall. Nun hast du Kenntnis von dem Ofen; da bleiben dir 2 Möglichkeiten; du verbietest dem Mieter die Nutzung und vorderst den Rückbau (Schriftlich mit Fristsetzung). Du gestattest dem Mieter den Betrieb, das bedeutet, dass der Mieter für alle Kosten die mit dem Ofen in Verbindung stehen zu bezahlen hat. Dies sind Grundgebühr und Kosten für die Reinigung des Schornsteins (Jährlich wiederkehrend) und natürlich auch die Abnahme. Da sind auch die Kosten für den Fenster-Kipp-Schalter in der Küche, Sache des Mieters incl. einer entsprechenden Versicherung.

Ohne Erlaubnis eines Kaminkehrers und bei Erlaubnis ohne anschließende Abnahme durch den Kaminkehrer darf der Ofen nicht betrieben werden. In jedem Fall ist der Hauseigentümer in der Verantwortung. Weder Kaminkehrer, noch Behörden, noch Versicherungen werden sich mit einem Mieter deswegen herum streiten. Unbedingt sofort den Anschluss entfernen und den Stutzen sicher verschließen!

Aber weitere Folgen, wenn der Kaminofen betrieben wird: Womit wird er beheizt? Er darf nicht als "Müllverbrennung" dienen. Wo wird das Brennmaterial in welchem Umfang gelagert? Aus Erfahrung weiß ich, dass das bald zu Problemen führt, wenn sich plötzlich Brennholz in Kellergängen, Fluren, Balkon, Terrasse usw. stapelt. Ein Mieter wollte gleich einen ganzen Kellerraum für Brennholzlagerung anmieten. Als das nicht ging stapelte er auf dem Balkon und fing an, mehr und mehr in einem Geräteschuppen des Gemeinschaftsgartens zu stapeln. Dass der Hausfriede damit empfindlich gestört wird, versteht sich von selbst. Also hier müssen klare Regeln her, an die sich der Mieter strikt halten muss.

Am Ende dann das böse Erwachen bei der jährlichen Betriebskostenerstattung. Der Mieter dachte, er würde besonders viel Heizkosten sparen. Nicht beachtet hat er, dass die Verdungstungsröhrchen an seinen Heizkörpern zum Teil auch die Wärme messen, die durch den Ofen eingebracht wird. Außerdem muss er weiterhin den 30 bis 50 Prozent Anteil bezahlen, der nach Fläche aufgeteilt wird. Er spart am Ende nicht viel und die Mitmieter dürfen sich freuen, dass er so fleissig seinen Ofen heizt. Enttäuschung und Schimpfen über Ungerechtigkeit war also die weitere Folge.

Der eigenmächtige Einbau eines Kaminofens durch den Mieter kann auch Probleme mit der Eigentümergemeinschaft nach sich ziehen. Nach § 22 WEG-Gesetz handelt es sich um eine bauliche Veränderung, welche von Eigentümergemeinschaft allstimmig genehmigt werden muss. Sollte der Kamin versotten, haften Sie gegenüber der Eigentümergemeinschaft für die Folgen. Sie haben keinen Vorteil davon, dass ihr Mieter Heizkosten spart.

Ich würde den Mieter mit einer Frist von vier Wochen zum sofortigen Rückbau auffordern.

Eine Feuerstätte muß vor Inbetriebnahme vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Unterläßt man dies, verliert man u.U. den Versicherungsschutz.

http://www.herrmann-kaminkehrer.de/?nav=by_un&nav2=bsmsite&bereich=123

Desgleichen hat der Mieter eine bauliche Veränderung vorgenommen, die der Zustimmung des Vermieters bedarf. Deshalb solltest Du den Mieter schriftlich auffordern, den Kaminofen unverzüglich wieder abzubauen und den vorherigen Zustand wiederherzustellen.

hat das für mich Folgen falls er Ihn betreibt und irgendwas passiert?

Hat es. Und nicht erst wenn etwas passiert.

Eine Feuerstätte muß vor der Inbetriebnahme vom Schornsteinfeger abgenommen werden.

Dafür bist Du als Vermieter/Eigentümer zuständig. Und auch für die evtl. Folgen.

Also forder den Mieter auf den Kamin unverzüglich wieder zurückzubauen.

Außerdem ist der Einbau eines Kamins eine bauliche Veränderung für die der Mieter vorher Deine Erlaubnis hätte einholen müssen.

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