Mein Stromanbieter ist die Mafia!?!?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Du hast die Hauptforderung beglichen, ab jetzt gibt es nur eine Forderung des Inkassounternehmens gegen dich. Zwar bist du grundsätzlich verpflichtet diese zu zahlen, da du in Verzug gekommen bist un dem Gläubiger die durch den Verzug entstandenen Schaden ersetzen musst, nach herrschender Rechtsauffassung verletzt der Stromanbieter hier seine Schadensminderungspflicht (er muss immer den günstigsten Weg wählen). Er hätte selber die Forderung eintreiben können (hat ja sogar eine Mahnung gesendet) indem nachdem die Zahlungsunwilligkeit festgestellt wurde (mindestens zwei ignorierte Mahnungen) ein Anwalt mit einem gerichtlichen Mahnverfahren beauftragt worden wäre, denn die rechtlichen Möglichkeiten eines Inkassounternehmens übersteigen nicht die des Gläubigers. Damit entstehen durch das Einschalten eines Inkassounternehmens nur zusätzliche Kosten, die nicht erstattungsfähig sind, der Stromanbieter muss sie also selbst tragen. Dazu gibt es mindestens 20-25 Urteile von Amts- und Landgerichten, die das bestätigen (oder die Gebührenforderungen auf einen Bereich von 10€ drücken). Insofern würde ich persönlich der Forderung des Inkassounternehmens mit Hinweis auf die bereits getilgte Hauptforderung widersprechen und die dann ignorieren. Kommt ein Mahnbescheid, dem auch widersprechen (ohne Angabe von Gründen).

Am besten im ersten Schreiben der Zahlung widersprechen und außerdem mal eine Vollmacht nach § 174 BGB fordern. Diese muss im Original zugesendet werden. Viele Inkassounternehmen hören hier schon auf Briefe zu schreiben, weil sie wissen, dass sie keine Chancen haben.

@HansImGlueck178

Vielen Dank für die Antwort. Was für eine Vollmacht meinst du? Muss ich dem Inkasso Unternehmen die Post als Einschreiben schicken?

@flixflex

Das Inkassounternehmen wurde ja bevollmächtigt die Forderung des Stromanbieters durchzusetzen. Diese Vollmacht müssen sie dir zusenden (könnte sonst ja jeder kommen), es sei denn der Stromanbieter hat dir vorher mitgeteilt, dass er genau dieses Inkassounternehmen bevollmächtigt. Ich würde diese eine, erste Antwort als Einschreiben senden und dann nicht mehr reagieren.

Vielen Dank, das hört sich doch schon vielversprechend an.

Ich habe dem Inkasso Unternehemen Gestern einen Brief via Einschrieben gesendet. Da die Frist heute verstreicht (Ich konnte ja aufgrund des Wochenendes erst gestern (Montag) einen Brief verschicken...), gehe ich davon aus, dass das Inkasso heute noch einen bösen Brief verschickt, aber den kann ich ja bis zur Antwort auf mein einschreiben ignorieren.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich melde mich im Bezug auf ihr schreiben vom 2.1.2018 (Zeichen: &%$?§$%&/?!). Am Freitag Abend den 5.1.2018 habe ich ihr schreiben erhalten. Zu dem Zeitpunkt als Sie das Schreiben verfasst haben (2.1.2018), war der zu zahlende Betrag an die Enstroga AG schon auf deren Konto eingegangen, es gab also keine offene Abschlagsforderung mehr. Dieses Inkassoverfahren ist deshalb hinfällig!

Außerdem fordere ich hiermit ihre Vollmacht nach § 174|BGB. Diese muss im Original zugesendet werden!

Außerdem weise ich Sie darauf hin, dass die Höhe ihrer Forderung, die herrschende Rechtsauffassung verletzt, da die Enstroga AG ihrer Schadensminderungspflicht nicht nachgekommen ist.

Sollten Sie mir weitere Zahlungsaufforderungen schicken, werde ich diesen widersprechen und es auf ein Gerichtliches Verfahren ankommen lassen.

Ich verlange eine Stellungnahme zu diesem Schreiben, sollten Sie von Ihrer Forderung nicht abkommen.

Viele Grüße,

Wie befürchtet, bekam ich zuerst ein weiteres Schreiben der EWD, mit der Forderung nach der Inkasso Gebühr. Wie geplant habe ich dieses aber ignoriert. Heute kam dann eine nette Mail der Enstroga:

Sehr geehrter Herr ****,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht und die Information, dass Sie von der EWD Inkasso GmbH wegen einer Forderung aus Ihrem Stromliefervertrag angemahnt wurden.

(Die Nachricht ging an die EWD, nicht an die Enstroga...)

 

Nach erneuter Prüfung haben wir veranlasst, dass Ihnen die Inkassokosten storniert werden.

 

Mit freundlichen Grüßen nach Hamburg.

 

ENSTROGA AG

Ihr Energieversorger


Ich finde es super lustig, dass die so tun, als wenn sie von der Inkasso Forderung nichts wußten... Die haben mich doch verkauft! XD Ich hatte dort ja anfangs ganz nett angrufen, da gab es aber 0 Tolleranz oder Verständnis.... warum nicht gleich so? Mir ist das aufjedenfall zu gefährlich und werde trotzdem wechseln. Riesen Dank an alle, die mir geholfen haben!!!

Und an alle die hier meinten ich habe keine chance und soll zahlen: Bitte gebt niemanden Tipps zu Dingen, von denen ihr keine Ahnung habt...


@flixflex
Ich finde es super lustig

Man kann auch andere Worte dafür finden. Wie dem auch sei. Das Ergebnis zählt. Drucke dir das besser aus und hebe es auf. Falls das Inkasso noch weiterhin meckert ;-)

@mepeisen

War ja ein wenig ironisch gemeint ;)

Jap, mach ich!

@flixflex

Gut, die probierens halt erstmal und wie man an den Antworten hier sieht zahlen viele ja auch. Ist halt schon gemein, weil viele sich gar nicht trauen irgendwas zu machen.

Leider sind hier zu viele Halbwahrheiten.

Rechtlich gesehen bist du im Verzug sobald eine Geldforderung zu einem späteren als dem bestimmten Datum beglichen wird. Zur Durchsetzung seines Rechts darf der Gläubiger einen Anwalt oder ein Inkassounternehmen beauftragen.

Jedoch dürfen die Inkassokosten nicht höher sein als die im Rechtsanwaltsvergütungsordnung festgelegten Sätze.

Was willst du denn hören? Die genannte Frist war der 15.12 bzw. 29.12. Zu diesem Zeitpunkt musste das Geld beim Empfänger sein, es heißt nicht, dass du zu dieser Zeit erst das Geld absenden kannst.

Bloß weil du etwas gelesen hast, heißt das noch lange nicht, dass es richtig sein musst. Ja ich habe auch hier gelesen, dass angeblich keine Kosten anfallen dürfen wenn das Geld überwiesen wurde bevor das Schreiben des Inkassobüros da ist. Rechtlich totaler Quatsch.

Natürlich sind die Kosten unverschämt hoch und ich betrachte Inkassobüros ohne jede Ausnahme als unseriös. Wenn dir die Kosten nicht passen, dann kannst du gerne dagegen klagen. Die Chancen zu gewinnen sehe ich aber als gering an.

Ich will hören was ich für Möglichkeiten habe. Ich war vorher noch nie in dieser Situation und habe die Hoffnung, dass es da noch einen "Ausweg" gibt. Außerdem hat die Enstroga mein überwiesenes Geld ja einbehalten, deshalb finde ich es komisch, dass dann trotzdem noch ne Forderung kommen darf. Entweder oder, aber beides geht ja nicht.

@flixflex

Die Forderung des Inkassounternehmens ist noch die Originalforderung also Hauptforderung und Inkassogebühren. Da dürfte bald ein neues Schreiben kommen. Persönlich würde ich nicht zahlen, da der Gläubiger seine Schadensminderungspflicht massiv verletzt hat (die Gebühren übersteigen die Forderung ja sogar deutlich).

Völliger Unsinn. Solch überhöhte Gebühren verletzten die Schadensminderungspflicht des Gläubigers und für quasi alle AGs und LGs sind Inkassokosten sowieso nicht erstattungsfähig.

@HansImGlueck178

Das ganz Dumme an deinem völligen Quatsch ist aber leider, dass ausgerechnet ein Gericht höhere Inkassokosten als die eines Rechtsanwalts als rechtmäßig angesehen hat und dem Schuldner vor Ort hat die erhöhten Inkassokosten bezahlen zu müssen.

Soweit zu deiner Schadensminderungspflicht. Ich persönlich sehe es auch, dass maximal die Kosten eines Rechtsanwaltes berechnet werden dürfen aber wie du siehst sind einige Richter ganz andere Ansicht.

@Jewi14
Das ganz Dumme an deinem völligen Quatsch ist aber leider, dass ausgerechnet ein Gericht höhere Inkassokosten als die eines Rechtsanwalts als rechtmäßig angesehen hat

Ich hätte gerne mal das Aktenzeichen dieses Urteils. Ich würde das gerne mal recherchieren.

Denn der BGH und sogar das Bundesverfassungsgericht haben das exakte Gegenteil festgestellt und auch im Gesetz (§4 RDGEG) steht das exakte Gegenteil von dem, was du hier munter behauptest.

@jewi : Er braucht nicht zu klagen ! Wegen was ????  Er will ja kein Geld. Der Versorger müsste klagen , das wird aber nicht passieren da die Chancen sehr gering wären den Prozess zu gewinnen.

Die Mafia schickt jemanden vorbei der das regelt. Da würdest du froh sein nur 125 Euro zu zahlen. Das ganze ist erstmal dein Verschulden da kann das Unternehmen nichts dafür. Wenn du einen Beleg hast das du am 29.12. überwiesen hast dann sprich mit dem Inkassounternehmen um das zu klären. Wenn du die 125 Euro nicht bezahlen willst und es keine Einigung gibt wirst du wohl bald einen Anwalt brauchen.

Ja die Mafia war natürlich Clickbait...

@maxim : Braucht er nicht. Wegen was ?

kommt halt darauf an wie hartnäckig beide seiten zu werke gehen.

Mal eine wichtige Frage: Welcher Stromanbieter? Welches Inkasso?

Nicht selten gehören die zu semselben Konzern. Für konzerninterne Beauftragung gäbe es aber Anspruch auf exakt 0,00€ Inkassokosten.

Auf welches Datum ist denn der Brief ansonsten datiert? Auf den 5.1.? Dann würde ich dem Inkasso erst mal schreiben, dass es nach erfolgter Zahlung beauftragt wurde und man deswegen auch keine Inkassogebühren bezahlt. Möge es doch erst mal das Gegenteil beweisen ;-)

Woher ich das weiß:Hobby – Mitglied AK Inkassowatch, jahreslanges Studium

Stromanbieter: Enstroga; Inkasso: EWO Inkasso

@flixflex

Sicher dass sie "EWO Inkasso" heißen? So ein Inkasso ist zumindest im Register nicht vorhanden. Wo kommen die her?

@mepeisen

Entschuldige: EWD Inkasso, Sitz in Köln. Registriert sind die... Haben ganz gute Bewertungen bei Google XD

@flixflex

Auf die Schnelle lässt sich keine direkte Verbindung finden. Der EWD Geschäftsführer (Christoph Unger) und der Vorstand der Enstroga (Jens Müller-Bennerscheidt) sind allerdings alte Bekannte aus der Abofallen-Szene u.ä.

Bennerscheidt hat schon früher eng mit dem Vorgänger der EWD (damals DTMI) zusammengearbeitet, als dort auch schon der Unger unterwegs war. Man kennt sich also inniglich ;-)

Im Sinne des Gesetzes reicht dieses Indiz alleine nicht aus, um ein verbundenes Unternehmen zu sein. Ich gehe davon aus, dass die Gesellschafter des Inkassos mehr Aufschluss bieten könnten. Leider nicht ohne weiteres Online einsehbar. Das ist aber nur einer der Gründe, warum Inkassokosten nicht gezahlt werden müssen.

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