Mehrwertsteuer bei Streckenlieferung aus China?

5 Antworten

Der Kunde "muss" nur dann EUSt bezahlen, wenn der Zoll kontrolliert, was bei kleinen Sendungen in der Regel nicht gemacht und daher auch ausgenutzt wird und damit Millionen an EUSt ungestraft hinterzogen werden.

Der "richtige" Weg wäre, dass entweder das chinesische Unternehmen die EUSt entrichtet, was in der Regel nicht der Fall ist oder der "Verteiler" in Deutschland hat diese zu entrichten. In diesem Fall muss der Endkunde diese nicht bezahlen, da er mit der Rechnung nachweisen kann, dass die EUSt bereits entrichtet wurde. Da wird nichts "doppelt gezahlt".

Hat keiner diese EUSt entrichtet, ist das Steuerhinterziehung, die leider täglich praktiziert wird und wegen der Vielzahl der Sendungen nur im Einzelfall und bei größeren Beträgen verfolgt wird/werden kann. Wenn mal etwas heraus kommt, schiebt jeder die Schuld auf den anderen, was allerdings der Endkunde nicht kann. Wenn der Zoll mal ein Paket öffnet und einen Nachweis verlangt, den der Empfänger nicht vorlegen kann, muss dieser zahlen und wird sich beim Lieferanten beschweren, weil ihm das niemand vorher geagt hat. Inzwischen steht das in der Regel beim Kauf im Kleingedruckten.

Das Problem sehe ich an ganz anderer Stelle: Wenn Du an Verbraucher verkaufst, musst Du den Gesamtpreis (inkl. aller Steuern, Zölle etc.) angeben. Das könnte in diesen Fällen ziemlich schwierig sein und als Ordnungswidrigkeit (§ 3 WiStG) mit Geldbuße belegt werden.

Auf der sicheren Seite wärst Du, wenn Du zwar "Gesamtpreise" ausweist, dem Kunden aber nur den Nettobetrag in Rechnung stellst und ihn darauf hinweist, dass er Einfuhrumsatzsteuer und ggf. Zollgebühren direkt beim Zoll zu bezahlen hat.

Oft rutschen die Sendungen beim Zoll durch, dann hat der Empfänger Glück gehabt.

Mir wäre dieses Modell in dieser Form aber insgesamt zu riskant.

mach dich dahingehend beim Zoll schlau ob neben Mehrwertssteuer auch Einfuhrsteuer ect fällig werden.

Du musst auf die zvililrechtlichen Grundgeschäfte abstellen. Du schließt einen Vertrag mit einem chinesischen Händler und einen Vertrag mit einem deutschen Abnehmer. Den Begriff Streckenlieferung kenne ich nicht. Was es aber gibt, ist die sogenannte Reihenlieferung. In dem von Dir beschriebenen Beispiel befindet sich der Ort der Lieferung des Chinesischen Lieferanten an Dich in Deutschland. Es fällt Einfuhrumsatzsteuer an, die Du Dir als vorsteuerabzugsberchtigter Unternehmer jedoch vom Finanzamt wiederholen kannst. Der Ort der Lieferung an Deinen deutschen Kunden liegt ebenfalls in Deutschland. Diese Lieferung ist steuerbar und steuerpflichtig in Deutschland. Umsatzsteuer ist auszuweisen und abzuführen.

Ich würde dir raten das ganze mit einem Steuerberater und Anwalt abzusprechen. Bei einem Fehler bist du schnell mit einem Bein im Bereich Steuerhinterziehung.

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