Mann über Bord! Wer bezahlt die Suchaktion?

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Es ist, wie meist in solchen Fällen nicht nur eine Frage des Geldes. Sicherlich müssen solche Aktionen bezahlt werden. Das ist aber bestimmt zweitrangig. Wird ein Schiff - oder ein Staat - zur Hilfe aufgefordert, dann kann es/er dies ablehnen, wird es aber moralisch gar nicht können. Denn das gleiche Schicksal könnte ja auch ihm/ihn mal treffen und dann sind andere gefragt, zu helfen. Und wie immer: greift die moralische Pflicht und der Grundgedanke auf See, daß jeder jedem in einer Notlage hilft. Wenn er kann.

Die Frage des Geldes, das natürlich irgendwo unter dem Schlussstrich stehen wird, wird aufgeteilt. Auch solidarisch: über Versicherungen, die dann greifen und die Kosten für JEDEN Helfer auffangen.

Es sind ja nicht nur die Spritkosten und das "Anheuern" von Rettungsmittel und Gerätschaften, sondern auch z. T. herbe Einbußen, verursacht durch das Verpassen von Fahrplan-Terminen, die wiederum anderweitig Kosten für Beteiligte verursachen können, die gar nicht direkt und doch sehr weit entfernt vom Unfall/Rettungsgeschehen ebenso zu Recht ihre Verluste einklagen können und das auch tun werden.

Diese Forderungen dann einzuklagen und eine Vergütung zu bekommen, ist oft und gern ein sehr langwieriger Prozess, der sich über Jahre ziehen kann. Aber auch hier: es wird geregelt über Versicherungen, wenn man denn hat. Hat man nicht, dann bleibt der Verursacher (der Rettung und Hilfe ausübt) auf den Kosten sitzen. Dann hat er sich aber immerhin eine hohe moralische Reputation durch Rettungsaktionen etc. erworben.

Schlussendlich gibt es genau aus diesem Grund Versicherungen: die Aufteilung von finanziellen Aufwendungen, verursacht durch "Gewalt von Dritten" - oder höhere Gewalt, um die Belastung (Policen) auf viele Schultern zu verteilen und sie so für den Einzelnen gering zu halten.

Wer bezahlt die großangelegte Suchaktion? Die Kosten müßten doch in die Tausende gehen?

Ja wenn Du noch einige Nullen dran hängst. Google mal, was ein Hubschrauber pro Stunde kostet...

Dazu kommen noch die Kosten für die anderen Schiffe usw.

Zu dem Thema der Bezahlung: In dem Fall wird es sicherlich eine Teilung der Kosten geben. Aida und das andere Kreuzfahrtschiff werden Ihre Betriebskosten bezahlen und das werden letztlich die Gäste bezahlen. Das werden sicherlich auch die anderen Reedereien zu handhaben.

Die Küstenwache wird sicherlich vom Steuerzahler Kanadas bezahlt. In Deutschland ist die Seenotrettung ausschließlich durch Spenden bezahlt. Diese wird von der https://www.seenotretter.de übernommen.

Hallo!

Im Regelfall zahlt das letztlich der Steuerzahler.

Die Angehörigen könnte man nur bei definitivem Eigenverschulden - wenn überhaupt - belangen, aber das muss man ja erstmal nachweisen. Wenn jemand über Bord geht und nicht mehr auftaucht, kann man ja nicht fragen, ob das sein freier Wille war oder ein bedauerlicher Unfall.

das zahlt quasi der Steuerzahler.
Da der "Unfall" oder was auch immer in internationalen Gewässern passiert ist, ist es jedem Land freigestellt, zu helfen oder nicht.  

Wenn ein Land hilft, werden dementsprechend auch Kosten verursacht.

I.d.R. hat jeder Staat eine Fonds oder anderweitige Sparmaßnahmen, welche im Haushaltsplan mit kalkuliert werden, um eben außergewöhnliche Belastungen finanzieren zu können.

Das Geld dafür wird am Ende von unseren Steuern eingebracht.

In internationalen Gewässern ist es jedem Land frei gestellt zu helfen, oder halt nicht. Dann bleibt es auch auf den Kosten sitzen. Wenn AIDA z.b. eine Firma beantragen würde würde AIDA natürlich zahlen. Wenn aber Schiffe einer firma in der Nähe sind und bei der Suche helfen werden die dafür nicht bezahlt.

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