Makler verlangt Gebühren ohne Gegenleistung?

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Ihr könnt die Forderung mit den Hinweis darauf abweisen, dass ihr die Wohnung korrekt über den Vermieter gemietet habt und sich der Makler an den Vermieter wenden soll, mit dem er einen Vertrag gemacht habt und mit dem Hinweis darauf, dass zwischen euch und dem Makler weder ein Vertrag geschlossen wurde, noch, dass es jemals zu einem Wohnungsbesichtigungstermin gekommen wäre.

Allerdings, und das ist die Schwierigkeit: Wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommt, müsst ihr offenlegen, woher ihr die Adresse vom Vermieter habt, d.h. es muss nachvollziehbar sein, dass niemand über die Homepage des Maklers diese Wohnung gefunden und den Tipp an euch weitergegeben hat.

Diese Beweispflicht obliegt dem Makler und nicht dem Mieter!

@Werther

Das ist so nicht richtig. Wenn es zu einem Gerichtsverfahren kommen sollte, wird der Mieter dazu aufgefordert, offenzulegen, wie er diese Wohnung gefunden hat. Das ist Fakt!

@maratonga

Korrekt. Und das ist das Risiko.

Ein ähnliches Problem hatten wir auch schon. Wir haben in einem Haus zur Miete gewohnt und der Eigentümer wollte es über einen Makler verkaufen. Nachdem unzählige Menschen durch unser Wohnzimmer gestolpert sind, haben wir uns entschlossen das Haus zu kaufen und den Deal mit unserem damaligen Vermieter direkt abgewickelt.

Auch hier kam dann der Makler auf die witzige Idee uns seine Leistung in Rechnung zu stellen, eine Leistung welcher er für uns nie erbracht hat und auch nicht hätte erbringen können da wir unser Haus wohl besser einschätzen können.

In unserem Fall hat sich unser damaliger Vermieter dann mit dem Makler geeinigt und die Sache war erledigt.

Grundsätzlich hat der Makler einen Anspruch auf seine Leistung. Vermutlich wird er mit Eurem Vermieter einen Vertrag gemacht haben. Grundsätzlich sollte und muss sich hier Euer Vermieter um die Sache kümmern und eine Einigung mit dem Makler erreichen.

Ihr habt definitv nicht zu zahlen und an Eurer Stelle würde ich mich von der Rechnung auch nicht wirklich beeindrucken lassen.

Wenn ihr den Makler nicht beauftragt habt, dann braucht ihr ihn auch nicht zu bezahlen. Wenn der Makler dem Vermieter keine geeigneten Mieter bringt und der Vermieter zieht den Maklerauftrag zurück, dann ist das das Risiko des Maklers. Er hat keinen Anspruch auf die Provision.

Gibt es irgendeine Vereinbarung (schriftlich) zwischen dem Makler und euch? Nein? Also kann der Makler fordern, was er möchte. Er müsste im Streitfall (vor Gericht) nachweisen, dass eine solche vorliegt. Wenn ihn der Vermieter beauftragt hat, dann muss er sich an den Vermieter wenden. Und nur dieser kann die Maklergebühr an euch "durchreichen", in dem er z.B. eine entsprechende Klausel im Mietvertrag aufnimmt. Ist das nicht der Fall, dann werden sich wohl Vermieter und Makler einigen müssen.

Das ist falsch! Besteht ein Maklervertrag zum Zeitpunkt der erfolgreichen Vermietung, steht dem Makler die Provision in jedem Fall zu, selbst wenn der Vermieter den Mieter selbst gefunden hat. Schau Dir mal das Kleingedruckte typischer Vermittlungsverträge an.

@FordPrefect

Dieser Maklervertrag (wenn es denn einen gibt) besteht aber nicht zwischen dem Mieter und dem Makler. Von daher kann der Makler an den Mieter gar keine Forderungen stellen. Er muss sich also an den Vermieter bezüglich seiner Forderungen wenden.

@user1319

Das ist im Prinzip korrekt, jedoch wird sich der Mieter regelmäßig schwertun, nachzuweisen, dass er von der Vermietung nicht durch die Tätigkeit des Maklers erfahren hat. Denn nur dann stünde dem Makler die Provision ggfs. vom Vermieter zu. Aber das muss dann das Gericht entscheiden.

@FordPrefect

Wie Du oben lesen kannst, gab es keinerlei Kontakt zu dem Makler. Jetzt müsste der Makler also erst einmal nachweisen, dass die Kontaktaufnahme zum Vermieter durch seine Aktivitäten zustande kam. ;-)

@user1319

Jetzt müsste der Makler also erst einmal nachweisen, dass die Kontaktaufnahme zum Vermieter durch seine Aktivitäten zustande kam. ;-)

Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Käme es tatsächlich zu einem Verfahren, müsste der Mieter offenlegen, wie er von der Wohnung erfahren hat, und zwar zweifelsfrei außerhalb aller Makleraktivitäten. Siehe Antwort von "maratonga": Hat der Makler die Wohnung publiziert (Anzeige/Internet), dann ist seiner Nachweispflicht bereits Genüge getan, auch ohne direkten Kontakt.

@FordPrefect

Nein, so einfach ist das nicht. Wenn der Vermieter bspw (wie es oft zu sehen ist) ein Schild an die Fenster gehangen hat, wo z.B. die Telefonnummer für die Kontaktaufnahme mit dem Vermieter drauf steht, dann kann der Makler nicht darauf beharren, dass er ja eine Anzeige irgendwo platziert hat. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es persönlich als völlig fragwürdig ansehe, warum der Makler sich jetzt bei dem Mieter etwas holen will. Wenn er Leistungen für den Vermieter erbracht hat, dann muss er sich an den Vermieter halten.

Naja, das ist schwierig. Der Vermieter hatte ihn beauftragt, d.h. der Makler hatte sich gekümmert, um einen Nachmieter zu finden. Ihr habt die Wohnung nun angemietet, auch wenn der Makler selbst euch nicht die Wohnung gezeigt hat. Ich schätze mal, ihr müsst die Provision trotzdem zahlen.

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