Mahnung erhalten, muss man drauf reagieren?

5 Antworten

  • Erstmal Vertrags- oder Rechnungskopie anfordern um zu sehen ob der Anspruch dem Grunde nach besteht (14 Tage Frist).
  • Detailierte Forderungsaufstellung nach § 367 BGB anfordern, zur Bewertung der Forderung der Höhe nach.
  • Bis dahin berufst du dich auf dein Zurückbehaltungsrecht nach nach § 273 BGB.
  • Der gerichtliche Mahnbescheid kostet bei der Forderung 23,- €. Diese muss der Gläubiger vorstrecken. Im Falle einer Titulierung der Forderung müsste der Schuldner diese als Nebenforderung begleichen.
  • Niemals Geld an Inkassobüros bezahlen, niemals Ratenzahlungspläne unterschreiben.
  • Sollte wirklich ein gerichtlicher Mahnbescheid eingehen so kannst du diesem durch Ankreuzen binnen 14 Tagen widersprechen.
  1. Der Gläubiger ist nicht verpflichtet solche Kopien herauszugeben (wenn es nicht bereits beim ersten Rechnungstellen passiert ist). Schon gar nicht nach der 2. Mahnung. Niemand ist verpflichtet, eine solche Verzögerungstaktik des Schuldners hinzunehmen.

  2. Sofern nicht bereits geschehen, sollte man natürlich eine Rechnungsaufstellung fordern. Das ist im Allg. aber bereits vor dem Stellen der 1. Mahnung passiert.

  3. Ein Zurückbehaltungsrecht besteht nur, wenn die Forderung nicht berechtigt ist. Hier schreibt der Fragesteller nur, dass er nicht wisse, ob es eine Berechtigung der Forderung gibt.

  4. Einen gerichtlichen Mahnbescheid wird wohl kaum jemand stellen, wenn er sich der Beweisführung nicht sicher ist. Die Kosten dafür kann er dann dem Schuldner auferlegen, wenn die Forderung berechtigt ist.

  5. Thema Inkasso und Widerspruch zum Mahnbescheid: Zustimmung

Deine Tipps sind gut, wenn die Forderung evident ungerechtfertigt ist, wenn nicht, dann sollte der Fragesteller liebe kleine Brötchen backen.

@kosy3
  1. Kann der Gläubiger seinen Anspruch nicht nachweisen, bzw. dass jemals eine Rechnung gestellt wurde, gibt es auch kein Zahlungsziel, damit hat sich das Thema Verzug erledigt.
  2. Detailiert sind die Forderungsaufstellungen besonders jene, die Inkassoläden verschicken in den meisten Fällen nicht. Dort tauchen dann mal schnell unhaltbare Positionen wie "Kontoführungsgebühren" auf.
  3. Der vermeintliche Schuldner sollte aber nicht zahlen so lange er nicht mit Sicherheit weiß, ob die ursprüngliche Forderung berechtigt ist.
  4. Es gibt einige Abzocker die sich durchaus trauen dem MB zu beauftragen, wegen der Einschüchterung, weil viele Leute die Rechtshelsbelehrung nicht lesen und dann schnell mal die Frist vertreichen lassen und damit dem Gläubiger in die Karten spielen.
@kevin1905
  1. Das steht doch gar nicht fest. Im Gegenteil: Überlicherweise kann ein Gläubiger seine Forderung belegen, wenn er mahnt. Darüber hinaus ist sich der Fragesteller nicht einmal sicher, dass die Forderung unberechtigt ist. Nur deswegen mahnte ich zur Vorsicht.

  2. Ahh, BFS finance GmbH ist ein Inkasso-Unternehmen. Das hatte ich nicht gewusst bzw. bedacht. Ich dachte, das wäre der Hauptgläubiger. Das ändert einiges.

  3. Genau. So sehe ich es auch.

  4. Dann kann man nur empfehlen: Nicht einschüchtern lassen.

Gruß

kosy

@kosy3

Der Gläubiger ist nicht verpflichtet solche Kopien herauszugeben

Er muss Einsicht gewähren nach § 810 BGB. nach geltender Rechtsprechung begründet das meist auch einen Anspruch auf eine Zweitschrift, wenn die Einsichtnahme nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten möglich wäre. Im übrigen liegt es meist im Interesse des Gläubigers, seine Forderung glaubhaft zu machen.

Einen gerichtlichen Mahnbescheid wird wohl kaum jemand stellen, wenn er sich der Beweisführung nicht sicher ist.

Das bezweifle ich. Das ist ein beliebtes Instrument bei Inkassounternehmen, weil sich sehr viele Schuldner durch den Absender "Gericht" beeindrucken lassen.

@Ratirat

§ 810 zieht nur bei rechtlichem und somit berechtigtem Interesse. Dieses liegt dann nicht vor, wenn der Inhaber nachweisen kann, dass die dort enthaltene Information bereits ausgehändigt wurde, z. B. durch einen beiderseitig unterschriebenen Vertrag, einer bereits in der Vergangenheit zugestellten Rechnung oder bereits bei der 1. Mahnung. Wie gesagt. Das sind Beispiele. Wie es in dem konkreten Fall ist, weiß ich nicht.

Einen gerichtlichen Mahnbescheid zu erwirken, kann als Schuss nach hinten losgehen, wenn - wie ich oben bereits geschrieben habe - der Empfänger gleich ins streitige Verfahren überleitet.

Im Grunde brauche ich ja nichts anfordern, weil ich ja weiss, dass ich da nichts gekauft habe. Sollte ich trotzdem eine Vertrags- oder Rechnungskopie anfordern?

@Sternenbande

Wenn du dir 100%ig sicher bist, kannst du's getrost ignorieren.

@Sternenbande

Wenn du 100% sicher bist kannst du es auch lassen.

Dann einfach vollumfänglicher Widerspruch oder eben ignorieren.

Wenn das per Mail kommt -> löschen.

Per Post würde ich mir erst mal überlegen, ob die Forderung berechtigt sein könnte, bevor ich das Schreiben in die Rundablage gebe.

Auf eine Mahnung musst du nicht grundsätzlich reagieren. Es kommt stets darauf an, ob hinter der Mahnung eine berechtigte Forderung steht. Ist dem nicht so, kannst du sie ignorieren. Besteht jedoch eine berechtigte Forderung, befindest du dich bereits im Verzug - auch ohne Mahnung. Denn zum Mahnen ist niemand verpflichtet.

Wenn es also eine berechtigte Forderung gibt, solltest du schnell bezahlen. Ansonsten wird das passieren, was BFS ankündigt.

Wenn du allerdings nicht weißt, ob es eine berechtigte Forderung gibt, weil du keine Übersicht über deine Verpflichtungen hast, rate ich, dich mit BFS in Verbindung zu setzen. Und zwar freundlichst und kleinlaut. D. h. einen Brief schreiben (oder anrufen) und erklären, dass du die Forderung nebst aller Gebühren sofort bezahlen wirst, wenn man dir mitteilt, wofür. "Anrufen" habe ich in Klammern geschrieben, da diese Form der Kommunikation unbefriedigend sein kann. An der Forderung ändert das jedoch nichts. Wenn du schreibst, hast du's schwarz auf weiß. Aber wichtig: Sie müssen auf deine Anfrage nicht reagieren. Das ändert aber nichts an der Rechtmäßigkeit einer evtl. Forderung. Deswegen: freundlich!

Ist die Forderung mit Sicherheit nicht berechtigt ist, kannst du den gerichtlichen Mahnbescheid abwarten. Dann widerrufst du und kannst (wenn du willst) direkt mit einer sog. Feststellungsklage ins streitige Verfahren überleiten. Dazu zwingst du BFS in einen Prozess, den sie verlieren werden, da die Beweislast dann bei BFS liegt und sie den Beweis nicht führen können (sofern die Forderung unberechtigt ist).

Wenn es eine Mail ist, sofort löschen und bloß nicht den Anhang öffnen.

Wenn per Post solltest Du schon reagieren. Das ist übrigens eine Inkassofirma.

ruf dort an oder schreib hin, aber auf keinen fall in den papierkorb, sonst kann es sein, daß die noch pfänden kommen - klär das mal einfach ab, warum und wieso, aber das kann dir nur ein Mitarbeiter von denen sagen, also am besten am Montag gleich mal telefonieren, wenn du keine Probleme bekommen willst.

Sorry, aber was ist das denn für eine schwachsinnige Antwort? Wir leben in einem Rechtsstaat. Da kann nicht einfach Paul Meyer von Firma XY zu Frau Schulz nach Hause gehen und da mal eben was pfänden.

@Sternenbande

wenn man im internet schaut, dann ist BFS finance GmbH eine Dienstleistungsfirma für Finanzen - ich nehme mal an, daß das schon so eine Art Inkassobüro ist und wenn das schon die 2. Mahnung war, dann können die sehr wohl was pfänden kommen, wenn man nicht zahlt - und auch in einem Rechtsstaat muß man seine offenen Rechnungen bezahlen ;-)

@pw666

Inkassofirmen können nicht pfänden - sie können noch nicht mal klagen^^

  • Telefonieren hat keinen Beweiswert.
  • Zur Pfändung bedarf es eines Schuldtitels aus Vollstreckungsbescheid oder rechtskräftigem Urteil.
@kevin1905

mit dem telefonieren sollte man ja nur mal abklären warum man das überhaupt zahlen muß, da der Fragensteller ja scheinbar keine Ahnung hat an wen oder warum er was zahlen soll!

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