Mahngebühren durch Rechtsanwalt

3 Antworten

Anwaltskosten sind dem Grunde nach zu ersetztender Verzugsschaden.

Allerdings würde ich hier argumentieren, dass der Rechtsanwalt für einen derart geschäftserfahrenen Gläubiger keine konkrete Rechtsberatung anzubieten braucht, und daher den falschen Tatbestand nach RVG abrechnet. Hier sollte eine 0,3 fache Gebühr für ein Schreiben einfacher Art angesetzt werden, womit du bei etwa 16,- € wärst.

Die 10,- € Mahngebühren sind seine, oder von der Versicherung?

die mahngebuhr bekommt ja deine Versicherung als Aufwand Entschädigung, nicht der Anwalt - der bekommt seine 65€ 

Aber die Mahngebühr bekommt die Versicherung nur dann, wenn sie auch Mahnungen verschickt hat (was hier offensichtlich nicht passiert ist). Und sie bekommt sie nicht in willkürlicher Höhe, sondern nur in Höhe des Briefportos u.ä., das sind je nach Gericht zwischen 1€ und absolutem Maximum von 2,50€.

Anwaltsgebühren gibt es auch nur, wenn Verzug vorliegt, normalerweise also, wenn eine Mahnung verschickt wurde (was hier offensichtlich nicht passiert ist).

@mepeisen

Wer sagt das denn? Was ist mit Verzugszinsen, Buchhaltung, zeit für all das was es brauchte bis zum Anwalt?

@Repwf

Zu ersetzender Verzugsschaden besteht aus:

  • Mahngebühren (diese setzen sich zusammen aus dem Preis für Papier, Porto, Umschlag, Tinte/Toner. Wer mehr als 2,50 € will muss nachweisen, dass o.g. Dinge ihn mehr als 2,50 € gekostet haben). Arbeitsaufwand darf NICHT eingerechnet werden.
  • Zinsen (5% über Basis, wenn der Schuldner Verbraucher ist, 8% wenn er Kaufmann/-frau ist).
  • Rücklastschriftkosten (selbst erklärend, maximal 5,- €. Mehr ist nachzuweisen, hier darf kein Gewinn entstehen).
  • Adressermittlung (hier nicht relevant, da die Vertragspartner einander mit ladungsfähiger Anschrift bekannt sind)
  • Rechtsanwaltskosten (dem Grunde nach, die Höhe ist abhängig von der erbrachten Dienstleistung).
  • Gerichtsgebühren (wenn es denn sowei käme)
  • Inkassokosten (nur ganz selten, daher ganz unten in der Liste, bei nicht geschäftserfahrenen Gläubigern und auch nur wenn zweckdienlich und notwendig, NIEMALS zusätzlich zu Rechtsanwaltsgebühren. Es gilt entweder oder!)
@Repwf

Wer sagt das denn?

Das BGB.

Zinsen sind lediglich ein paar wenige Cents. Kann man sich gerne ausrechnen lassen.

Buchhaltung und Zeit ist üblicherweise nicht erstattungsfähig, sondern gehört zum Kerngeschäft eines Kaufmanns. So urteilen die Richter am Bundesgerichtshof und die sollten es wissen.

Davon abgesehen gibt es aber weder Zeitaufwand, noch Buchhaltungsaufwand, da heutzutage üblicherweise das komplette Mahnwesen per Software automatisiert abläuft. Das kostet vielleicht ein paar Cent Strom. Aber mit einer Pauschale bis zu 2,50€ ist ein Gläubiger da gut bedient.

Das alles ändert aber nichts dran, dass es grundsätzlich keine Mahngebühren gibt, wenn auch keine Mahnung verschickt wurde. Ist doch auch logisch, oder wo siehst du da ein Problem?

Sicher ist das rechtens. DU hattest etwas zu bezahlen und hast es nicht gemacht. Mahngebühren sind durchaus üblich, bei den meisten Firman, die Gelder zu bekommen haben. Andererseits willst Du ja auch eine Leistung haben, wenn etwas passiert.

Wenn die Mahngebühren die 33% der Ausgangssumme betragen durch den Versicherer berechnet worden wären, und ich da eine Mahnung für erhalten hätte wäre das noch nachvollziehbar.

Aber die Mahngebühr wird für das Anwaltschreiben durch den Anwalt verlangt. Sprich - er stockt mal eben seine Anwaltsgebühr die 200% vom Ausgangswert betragen auf.

@HBPac

Ich bin bei diesen Dingen immer etwas vorsichtig. Meist wird da was verschwiegen was Mahngebühren betrifft. Mahnungen werden ja nach einem bestimmten System verschickt...es kommt ja nicht EINE Mahnung, dann der Brief vom RA....bzw. muss man immer sehen was vorher war. Ich denke mal, hier kann man nur pauschal antworten.

@Koifrau

Es kam exakt keine Mahnung. Das Anwalt-Schreiben ist vom 12.05. die Mahngebühren ebenfalls ab 12.05. berechnet - RVG-Gebühren 12.05. Ich zahle meine Sachen grundsätzlich pünktlich - nur die 30 € Kfz-Versicherung sind mir durch die Lappen gegangen.

@HBPac

30 Euro für eine KFZ Versicherung erscheinen mir jetzt aber sehr wenig, finde ich ehrlich gesagt komisch. Was ist denn das für ein Auto was so günstig in der Versicherung ist?

@Koifrau

Ist der Betrag vom 01.01. bis 28.01. danach wurde das Auto abgemeldet. 30 € Haftpflicht bei 40% Beitrag ist doch ok :) Wenn man übrigens bei Google mal den Namen der Versicherung und den des Rechtsanwalts eingibt, findet man diverse Sachverhalte - Versicherung mahnt nicht an, und RA schickt Schreiben wegen vorgerichtliche Mahnkosten + RA-Gebühren. 

@HBPac

Ich weiß nicht, ob es sich 'lohnt' wegen dieser Sache noch eine große Welle zu machen, bzw. noch x Schreiben aufzusetzen oder zu schauen und sich damit zu beschäftigen. Ich würde das abbuchen unter 'gemachte Erfahrung' und gut ist. Bist Du nicht im Rechtsschutz sieht es ohnehin mau aus, wenn Du Pech hast, musst Du die Rechnungen vorher bezahlen und einklagen. Ich weiß nicht, ob es das Wert ist.

@Koifrau

Bitte nicht von etwas reden, von dem man keine Ahnung hat, insbesondere in Geldfragen. Die entscheidende Frage ist, ob hier Verzug vorliegt. Strafgebühren o.ä. darf die Versicherung NICHT berechnen. 10€ Mahngebühren sind damit bereits vollkommener Blödsinn.

Auch für die Anwaltskosten gilt: Kein Verzug, dann muss man sie nicht bezahlen.

Ob zudem ein großer Versicherungskonzern die Hilfe eines Anwalts braucht, um Mahnbriefe zu verschicken, kann bestritten werden. Damit fällt die Anwaltsgebühr entweder auf ein Schreiben einfacher Art zurück (weniger als 20€) oder ganz weg aufgrund von §254 BGB.

@mepeisen

3 Monate später ist man schon recht deutlich im Verzug... 

@mepeisen

OK, WAS schlägst Du also vor, was er tun soll? Dann musst Du jetzt auch mal konkrete Hinweise geben. Soll er sich einen Anwalt nehmen, soll er 'selber' schreiben. Theorie ist gut, praktische Hinweise wären besser.

@Repwf

3 Monate später ist man schon recht deutlich im Verzug... 

Man kann auch 10 Jahre später noch nicht in Verzug sein. Wann man in Verzug ist, regelt das BGB. Und es gibt exakt eine Variante, wo man nach einem gewissen Zeitablauf (30 Tage) automatisch in Verzug ist. Dieser liegt bei Versicherungen üblicherweise aber gerade nicht vor.

OK, WAS schlägst Du also vor, was er tun soll? Dann musst Du jetzt auch mal konkrete Hinweise geben. Soll er sich einen Anwalt nehmen, soll er 'selber' schreiben. Theorie ist gut, praktische Hinweise wären besser.

Ich kann nur schreiben, was ich machen würde. Ich würde einfach die aus meiner Sicht unstrittigen Teile überweisen, direkt an die Versicherung. Den Anwalt ansonsten ignorieren. Wenn der Anwalt nervt, bekommt er einen Dreizeiler: "Werter Anwalt. Ich weise die Forderung vollumfänglich zurück. Ich untersage die Speicherung meiner personenbezogenen Daten und die Meldung an Auskunfteien. Einem Mahnbescheid werde ich widersprechen. Wenden Sie sich hinsichtlich Ihrer Kostennote vertragsgemäß an Ihre Mandantin."

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