Lohnt sich Arbeiten überhaupt noch? Besser Hartz IV?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn dich die Abgeltungssteuer trifft, scheinst du ja nicht gerade zu den Auserwählten zu gehören, denen ALGII wirklich Alternative zum Erwerbseinkommen wäre. Außerdem fällt ja die Zinsabschlagsteuer dafür weg, im Regelfall sogar vorteilhaft für dich. Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen ein bis zwei Jahre von ALGII leben zu müssen, dann würdest du so einen Unsinn nicht mehr schreiben.

Schon allein die in deiner Frage latent vorhandene Diffamierung von ALGII-Empfängern kot*t mich an, wenn du dich an jemandem abreagieren brauchst, geh' Boxen, am Besten mit jemandem, der stärker ist als du.

Irgendwo hast Du schon Recht. Aber Du hast wenigstens noch gewisse Ersparnisse, die haben ALG-II-Empfänger eben nicht. Und so lange es so viele Niedriglohnjobs gibt, ist es auch nicht verwunderlich, wenn die Motivation zur Arbeit sinkt. Aber bedenke auch, dass es viele Aufstocker gibt, also Menschen, die Vollzeit arbeiten gehen und trotzdem ergänzende Leistungen erhalten, weil das Einkommen nicht zum Leben reicht.

Das ist ja der Punkt. Viele können von dem durchschnittlichen Einkoomen gar nicht mehr leben.

@Susa55

genau - diesen Punkt hat sie ja auch erwähnt. Arbeiten gehen und dennoch kaum was haben und damit hat Susa kompleto Recht

@Panikgirl

Was Susa25 völlig außer Acht lässt, ist die Tatsache, dass es einen Freibetrag von 800€ für Zinseinkünfte gibt, ein Betrag von dem ein ALGII-Empfänger seinen Lebensunterhalt länger als 2 Monate lang bestreiten muss.

Steuer für Kapitalerträge gab es schon immer, also ist die Abgeltungssteuer nichts neues. Die Lohnnebenkosten sind notwendig um unsere Rente und diejenigen zu finanzieren, die leider keine Arbeit haben und auf sehr viele Dinge verzichten müssen. Steuern sind notwendig, damit uns eine gesunde Infrastruktuer (Krankenhäuser, Schulen, Straßen usw.) geboten wird. Arbeiten gehe ich nicht nur um Geld zu verdienen, es sollte auch Spaß machen. Je mehr Spaß es macht, desto besser bin ich und desto mehr werde ich auch verdienen. Leider muss ich dann auch mehr Steuern zahlen. Dafür kann ich mir mehr leisten. Auto, Urlaub und womöglich ein Eigenheim finanzieren. Das alles kann ein Harz IV empfänger nicht. Er lebt mit dem Existensminimum und muss bei a l l e m sparen. Also ist es doch besser arbeiten zu gehen.

Gute Antwort - DH - und dennoch kann ich die Fragestellerin auch ein wenig verstehen

Ja, manchmal rumort es in meinem Kopf auf wegen dieser Sachen. Habe auch schon so Sprüche losgelassen muss ich zugeben-:( Aber: Ich würde wohl die Wände hochgehen, wenn ich nicht arbeiten gehen könnte. I

Erstmal lohnt sich Arbeiten schon allein des Selbstwertgefühls wegen. Zweitens: Stell dir mal vor alle würden so denken, Deutschland gute Nacht! Drittens: Die Zeiten vor unseren waren weitaus schwieriger, am Maßstab der Ausgaben gemessen nimmt sich das im Verhältnis dessen, was rauskam genauso viel wie heut. Nur heut brauch ja jeder all möglichen Krimskram zum "Komfort". Warum du arbeitest? Ganz einfach: Haben Oma und Opa je über sowas gemeckert? Harte Zeiten verlangen harte Taten, das heißt heutzutagen eben auch mal zurückstecken, nicht alles fertig kaufen und Dinge gut behandeln bis sie vollends kaputt sind.

Ist alles eine Frage der Anpassung. In anderen Ländern ist das immerhin noch weitaus schwieriger.

Was möchtest Du wissen?