Lohnpfändung durch landratsamt unter Pfändungsfreibetrag?

4 Antworten

Bist du nach der richtigen Tabelle gegangen? Eigentlich bekommt der Arbeitgeber ein Schreiben wonach dein Lohn ausgezahlt werden und macht es nicht selbstständig und nach Lust und Laune.

Bei einer Kontopfändung durch Unterhaltsberechtigte bzw. das Jugendamt finden die Pfändungsfreigrenzen der ZPO und somit die Pfändungstabelle entspr. §850d keine Anwendung. Für diesem Fall gelten statt der Pfändungstabelle die Ausführungen zum Selbstbehalt im Unterhaltsrecht. Diese sind in verschiedenen Leitlinien der Gerichte zusammengefasst, insbesondere im Falle des Kindesunterhalts gilt hier die "Düsseldorfer Tabelle".

Zu berücksichtigen sind die Unterhaltsleistungen des Schuldners/der Schuldnerin gegenüber seinem/ihrem jetzigen oder früheren Ehegatten/Lebenspartner/in, einem Verwandten oder dem anderen Elternteil nach §§ 1615l, 1615n des BGB.

https://www.p-konto-info.de/pfaendungstabelle.html

Dass das Landratsamt zwecks Unterhaltszahlungen im Gegensatz zu „normalen“ Gläubigern da Sonderregelungen hat, hab ich schon raus gefunden.

Durch die Probleme damals konnte ich meinen Autokredit leider auch nicht mehr bedienen, dafür wird derzeit von meinem Lohn alles oberhalb der Freigrenze von genau 1.798,24 abgezogen. Ich mache derzeit viele Überstunden damit alles schnell abbezahlt ist.

Soweit hat das alles funktioniert. Wobei ich nur keinen Überblick bekomme ist, was mir denn laut den Sonderregelungen durch das Landratsamt bleibt, da mir die 900€ die mir zum Leben bleiben sollen ziemlich wenig vorkommen und mich würde interessieren anhand was dies berechnet wird.

In dem Schreiben dass ich vom Landratsamt bekam stand:

Pfandfreier Betrag:

Dem Schuldner dürfen von dem errechneten Nettoeinkommen bis zur Deckung des Gläubigeranspruchs für seine eigenen notwendigen Unterhalt 900€ monatlich verbleiben.

untendrunter gibt es zwar Möglichkeiten um weitere Unterhaltspflichten anzukreuzen damit der Betrag höher gesetzt wird, jedoch wurde dort alles durchgestrichen. Dies wurde vom Gericht ausgefüllt und unterschrieben.

@DontKnow81
Wobei ich nur keinen Überblick bekomme ist, was mir denn laut den Sonderregelungen durch das Landratsamt bleibt

Das LRA hat keine Sonderregelungen, sondern Schulden aus gesetzlichen Unterhaltsansprüchen, bei denen der Staat (!) in Vorleistung gegangen ist, unterliegen einer anderen Berechnungsgrundlage, auch und vor allem hinsichtlich des pfändungsfreien Selbstbehalts des Schuldners.

, da mir die 900€ die mir zum Leben bleiben sollen ziemlich wenig vorkommen

So ist es aber.

und mich würde interessieren anhand was dies berechnet wird.

Anhand der Düsseldorfer Tabelle.

"Dem Schuldner dürfen von dem errechneten Nettoeinkommen bis zur Deckung des Gläubigeranspruchs für seine eigenen notwendigen Unterhalt 900€ monatlich verbleiben."

Genau so ist es.

untendrunter gibt es zwar Möglichkeiten um weitere Unterhaltspflichten anzukreuzen damit der Betrag höher gesetzt wird, jedoch wurde dort alles durchgestrichen. Dies wurde vom Gericht ausgefüllt und unterschrieben.

Die div. Optionen sind m.W. ausschließlich für den Fall weiterer Unterhaltsberechtigter vorgesehen. Es wäre ggfs. aber zu prüfen, ob diese Optionen nicht z.T. zu aktivieren wären, nachdem das gemeinsame Kind ja wieder bei dir lebt. Dazu muss man aber wohl mit entsprechenden Unterlagen direkt bei der zuständigen stelle vorstellig werden.

Der Freibetrag greift hier ggfs. gar nicht. Pfändungsprivilegierung gem. § 850d Abs. 1 S. 2 ZPO.

Gürtel enger schnallen und Pfändungsschutzkonto einrichten. Zurück bekommst du das jetzt nicht mehr.

Habe ein pfändungsschutzkonto, dies wurde mir ja direkt von meinem Lohn abgezogen, das ist das Problem.

Das würde ich so nicht sagen. Unter Umständen muss alles was über die Freigrenze eingezogen wurde wieder ausgezahlt werden.

@HansiwurstiX

Passiert nicht. Kann ich dir sagen. Man entschuldigt sich und das war es. DontKnow - dann unbedingt mit dem Amt und dem Arbeitgeber in Verbindung setzen, damit es nicht nochmal passiert.

@brennspiritus

Ja, das ist mit Finanzbehörden und Gerichten allerdings wirklich so, da muss ich dir zustimmen!

@brennspiritus

Entschuldigen müsste sich hier höchstens der Drittschuldner, also der Arbeitgeber, falls er den Pfändungsfreibetrag falsch berechnet haben sollte.

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