Lohnabzug wegen zurückdatierter krankmeldung?

5 Antworten

Mein arbeitgeber sagt jetzt aber das zurückdatierte krankmeldung nicht akzeptiert wird und ich deswegen den montag vom lohn abgezogen bekommen.

Dazu ist der Arbeitgeber selbstverständlich nicht berechtigt!

Es liegt nicht in der Kompetenz und Befugnis des Arbeitgeber, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht zu "akzeptieren"! Wenn er Zweifel an deren Berechtigung hat, ist es ihm nicht erlaubt, nach eigenem Gutdünken daraus Konsequenzen derart zu ziehen, dass er die Bescheinigung "nicht anerkennt" und darum entsprechend den Lohn für diese Zeit nicht zahlt.

Bei berechtigten Zweifeln kann er sie der Krankenkasse melden, die dann unter Umständen nach einer Prüfung seiner Angaben den MDK Medizinischer Dienst der Krankenversicherung einschalten kann.

Der Arzt aber darf rückwirkend eine Erkrankung bescheinigen!

Das erlaubt ihm in bestimmten Grenzen die "Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie" des Gemeinsamen Bundesausschusses gemäß § 5 "Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit" Abs. 3 Satz 2:

Eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag ist ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigung über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen zulässig [Anmerk.: Hervorhebung durch mich].

Weise Deinen Arbeitgeber - oder das Lohnbüro, das offensichtlich keine Ahnung hat oder willkürlich damit umgeht - auf diese rechtlichen Sachverhalte hin und verlange die Nachzahlung des einbehaltenen Entgelts für diesen Montag!

Geh zu deinem Arzt: dein Chef würde ihn als Lügner bezeichnen:

https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1300/AU-RL_2016-10-20_iK-2016-12-24.pdf

1Die Arbeitsunfähigkeit soll für eine vor der ersten ärztlichen Inanspruchnahme liegende Zeit grundsätzlich nicht bescheinigt werden. 2Eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag ist ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigung über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen zulässig.

Dein Chef kann dir vielleicht vorwerfen, dass du ihn am Montag nicht über die vorzeitige Beendigung der Berufsschule informiert hast. Hier kommt es auf die interne Regelung an.

Das ist für mich mal was ganz neues. Krankmeldung ist krankmeldung

Klingt eher von denen nach einer persönlichen vorgehensweise

ziemlich große firma, persönliche vorgehensweise ergib auch wenig sinn

@modoclown

Ob groß oder oder klein das ist schnurz egal. Die Krankschreibung kann nicht einfach vom Arbeitgeber gekürzt werden

Das Verhalten des Arbeitgeber ist eindeutig rechtswidrig.

der chef darf ja laut gesetz bestimmen ob man am 1. 2. oder 3. tag beim arzt gewesen sein muss, unser chef sagt direkt am ersten tag. Vielleicht ist es deshalb auch nicht rechtswidrig

@modoclown

Das hat damit nichts zu tun.

Eine rückwirkende Bescheinigung vom Arzt ist durchaus möglich. Ein konkretes Beispiel. Du hast Spätschicht bis 23 Uhr. Um 18:00 Uhr geht es dir dermaßen schlecht das du nach Hause gehst.

Da um 18 Uhr kaum noch ein Arzt auf hat, bleibt ja nichts anderes übrig als am nächsten Morgen zum Arzt zu gehen und der dir dann rückwirkend krankschreiben muss.

Daher das Verhalten desArbeitgeber ist absolut rechtswidrig

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