Lebensversicherung ohne Angabe von Berechtigten, Erbe ausgeschlagen

5 Antworten

Erbschaft annehmen oder ausschlagen?

Jeder, der von Gesetzes wegen (also aufgrund von gesetzlicher Erbfolge) oder durch Verfügung von Todes wegen (Testament oder Erbvertrag) zum Erben berufen ist, hat die Möglichkeit, die Erbschaft entweder anzunehmen oder auszuschlagen. Dieses Thema wird sowohl nachstehend und auch in anderer Form im folgenden umfassenden Artikel dargestellt zu Erbausschlagung und Erblasserschulden erläutert. Folgen Sie bitte dem vorgenannten Link, weil der dortige Artikel auch auf andere Maßnahmen zur Beschränkung der Erbenhaftung eingeht. Nicht selten wird von Erben zu früh eine Erbschaft ausgeschlagen, weil die Erben über die anderen Möglichkeiten nicht richtig informiert waren.

Will der Erbe die Erbschaft nicht, muss er sie innerhalb einer Frist von 6 Wochen ausschlagen. Die 6-wöchige Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, indem der Erbe vom Anfall und dem Grunde der Berufung Kenntnis erlangt hat. Das in aller Regel immer der Zeitpunkt, ab dem der Erbe weiß, dass er Erbe geworden ist. Ab diesem Zeitpunkt hat man nun 6 Wochen Zeit, herauszufinden, ob sich die Annahme der Erbschaft lohnt oder ob man sich nicht eine Zeitbombe an Land zieht, die einen mehr Ärger kostet als Vorteile bringt. Denn der im Erbrecht geltende Grundsatz der Universalsukzession bringt es mit sich, dass man als Erbe nicht das Vermögen des Erblassers übernimmt, sondern auch dessen Schulden. (...) http://www.finanztip.de/erbschaft-ausschlagen-annehmen-1

Ich bin KEIN Jurist, weiß dies aber genau: Die Lebensversicherung gehört automatisch mit zur Erbmasse, da kein begünstiger eingetragen wurde. Wenn alle das Erbe ausschlagen, bekommt folglich auch niemand die Lebensversicherung ausgezahlt. Das weiß ich nicht genau, ist aber irgendwie logisch: Kassiert jemand die Lebensversicherung und schlägt danach das Erbe aus, macht er sich strafbar. Das weiß ich genau: Wäre im Lebensversicherungsvertrag ein Begünstigter eingetragen worden, dann läge hier laut §331 BGB.ein Vertrag zugunsten Dritter vor. Die Versicherungssumme fiele dann nicht in den Nachlass und der / die Bezugsberechtigte/n bekäme/n im Todesfall einen Anspruch am Nachlass vorbei direkt gegen die Versicherung. Aber so ist es ja bei euch nicht. Zu den Beerdigungskosten wendet euch an eure Gemeinde oder an das zuständige Amtsgericht. Ich weiß nicht, ob ihr die übernehmen müsst, wenn ihr das Erbe ausschlagt oder ob ihr trotzdem verpflichtet seid dafür auzukommmen.

Da hätte die Mutter schlauerweise rechtzeitig einen Bezugsberechtigten nennen müssen - denn dann (und nur dann) wäre die Summe der LV unabhängig von Annahme oder Ausschlagung des Erbes ausgezahlt worden (da nicht Teil der Erbmasse). So aber fällt das Geld aus der LV dem Staat zu. Supi.

Die LV gehört zur Erbmasse, wenn ausgeschlagen wird dann für alles oder nichts. Die LV bekommt dann der Staat, der notfalls auch für die Beerdigung aufkommen würde.

Der Denkfehler ist wenn er nachträglich ausschlägt muss er auch die LV Summe wieder zurückgeben!

Dem stimme ich zu. Die Beerdigungskosten müssen dann aus anderen Geldern bezahlt werden. Wenn ausgeschlagen, dann komplett. Dann krallen sich die Gläubiger die Gelder aus der LV.

Derjenige der das Erbe nicht ausschlägt, bekommt zwar das Geld, aber hat auch alle anderen Schulden die da sind, an der Backe.

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