Lebensversicherung mit Berufsunfähigkeit mit 50 Jahren noch sinnvoll?

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Wenn dein Freund diesen BUZ-Baustein bereits seit über 25 Jahren "bespart", so sollte er davon auch nicht mehr lassen, bis daß das Risiko einer immerhin heute viel eher möglich werdenden Berufsunfähigkeit auch weiterhin - bis zum Einritt in die Rente - beibehalten.

Denn:

  1. Das Risiko des Eintretens einer BU ist mit zunehmendem Alter eher steigend;
  2. der Zusatzbaustein kostete (kalkulatorisch im Tarif) vor über 25 Jahren noch deutlich weniger als heutzutage;
  3. er würde heute u.U. gar keine BU-Absicherung mehr bekommen können oder nur zu horrendem Aufschlag im Preis, da der Mensch (natürlich) altert und seine gesundheitliche Verfaßtheit sich damit abschwächt, was die Versicherer - selbst ohne nennenswerte Vorerkrankungen - zu berücksichtign wissen in der Preisbestimmung;
  4. Wenn er och schon eine - seinem Empfinden nach - ausreichende Rente in Aussicht hat, so könnte diese merklich dahinschmelzen, wenn er z.B. berufsunfähig würde aus Unfall, Krankheit, Überfall... weil: wenn Einkommensverlust, dann regelmäßig Einstellung der LV-Besparung, dann Wegfall Zusatzrente in der "abgeschmolzenen" Höhe (verbleibend bis gesetzl. Renteneintritt);
  5. LV-Verträge von vor 25 Jahren hatten einen Garantiezins noch von 4,75 % (das waren noch Zeiten!!! Heute: 1,75 %); ihre Ablaufleistung in Kapital ist und bleibt zudem steuerfrei, demzufolge auch eine hieraus möglicherweise fließende BU-Rente; das ist erheblich, wenn man sich die Summe der Abzüge einmal vor Augen führt.

Also, meine Empfehlung (wenngleich ich inzwischen - aus mehr als hinreichend zugewachsener Kenntnis und Erfahrung im Versicherungsvertrieb - eigentlich Gegner jeder Art von Lebens-/Renten-Versicherung geworden bin):

WEITER BESPAREN! Denn das hierfür bereits eingestzte Kapital (Beitragsanteile für BUZ im LV-Vertrag) fiele ansonsten vollends der Versicherung zu - bei Freistellung nämlich von solcher Leistung! Und rechnet euch doch einfach mal aus, wie hoch die hieraus ggf. erwachsende Leistung (bis zum Renteneintritt) noch wäre und welcher Beitragsantei dem gegenübersteht. Und wie gesagt: das Risiko eines Eintritts wäre eher zunehmend zu berücksichtigen.

Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird ja im Alter nicht geringer - im Gegenteil! Und Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente hat Dein Freund nicht. Wenn er so vermögend ist, dass er im Falle einer Berufsunfähigkeit locker auf sein bisheriges Einkommen verzichten kann, könnte das ein Grund sein, diese wichtige Absicherung zu "streichen" - aber ist das so? Wovon bezahlt er denn dann seine Lebensversicherungsbeiträge u.s.w., wenn er z.B. mit 51 Jahren berufsunfähig wird, jedoch auch medizinischer Sicht noch nicht so stark erwerbsgemindert, dass er eine Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beantragen kann?

Hallo suzisorglos, wie kann ich feststellen, was die Versicherung als Berufsunfähigkeitsrente zahlen würde?

In den Unterlagen ist immer nur aufgeführt, dass (Zitat aus den Unterlagen) sich die monatliche Rente um derzeit aktuell 42,80 Euro erhöht.

Da steht nirgends geschrieben, auf welchen Gesamtbetrag er monatlich im Falle der Berufsunfähigkeit Anspruch hätte.

Er hat diese Lebensversicherung jedoch außer mit der Berufsunfähigkeitsberücksichtigung noch zusätzlich mit Verdoppelung der Versicherung bei Unfalltod gekoppelt, da er extrem viel mit dem Auto unterwegs ist und seine damals junge Familie absichern wollte.

Soll er die Versicherung mit diesen zwei Risiko-Komponenten weiterhin behalten? Hat der Versicherungsvertreter ihn also damals unter den gegebenen Umständen optimal beraten und besteht für diesen Versicherungsschutz nach wie vor uneingeschränkte Akzeptanz?

Dann möchte ich mich hiermit bei dem mir nicht bekannten Versicherungsvertreter von damals im Namen meines Freundes von Herzen bedanken, denn der Versicherungsvertreter hat seinen Job optimal gemacht.

Nicht alle Versicherungsvertreter sind also demnach so schlecht wie ihr Ruf! Das müsste an dieser Stelle dann ja auch mal so deutlich gesagt bzw. geschrieben werden!

@ratzfatzweg

Die Gesamtrente bekommt durch Addition aller Teilbeträge oder durch einen Anruf bei der Gesellschaft heraus

Doppelte Leistung bei Unfalltod ist viel zu teuer bei einer Lebensversicherung. Außerdem ist die Gefahr weit aus höher, das die Gellschaft bei Tod im Auto prüft, ob er einen Herzinfarkt hatte und deshalb gegen den Baum Gefahren ist. Dann gibt es nur die einfache Summe. Wenn gewünscht dann lieber separat eine Invaliditätsleistung ohne alles bei einer Unfallversicherung abschließen. Kostet nur die Hälfte.

Die Frage ist natürlich auch, bei welcher Gesellschaft der Vertrag besteht. Da er 25 Jahre alt ist, dürften die Bedingungen so schlecht sei, dass er wahrscheinlich sowieso keine Rente erhält, wenn es hart auf hart kommt.

@Leuchtturm24

Es gibt keinen Grund, diese bestehende Versicherung abzuändern. Schon gar nicht, weil der Versicherungsnehmer älter geworden ist - gerade deshalb nicht !

In diesem Alter eine neue Unfallversicherung mit den Antragsfragen abschliessen wäre auf jeden Fall Unsinn bzw. könnte es passieren, dass aufgrund eines ärztlichen Attestes der VN gar nicht mehr zu normalen Prämien angenommen oder sogar abgelehnt wird. Der Anteil der Prämie für diesen Unfallzusatz ist sicher sehr günstig. Und eine Berufsunfähigkeitsversicherung aufzugeben wäre jetzt ebenfalls völlig falsch. Gerade in diesen Zeiten kann man schnell aufgrund Krankheit, Unfall gekündigt werden. Die private Vorsorge macht ihn von den gesetzlichen Kontrollen, Anforderungen unabhängig.

@Leuchtturm24 - woraus schliesst Du, dass alte Versicherungsbedingungen "schlecht" seien ? Und warum soll er keine Rente bekommen ? Du kennst weder den Vertrag noch die Bedingungen und daher ist es nicht seriös diese als unzureichend hinzustellen. Zumindest der Kapitalsparanteil dürfte nach so einer langen Laufzeit durchaus beachtlich sein. Bei den von Dir so kritisch betrachteten "alten" Verträgen war der Sparanteil noch sehr konservativ angelegt und dürfte vergleichsweise gute Renditen bringen.

@susisorglos - die monatliche Rente kann während der Vertragslaufzeit nur ungefähr hochgerechnet werden, da sie an die Lebensversicherung gekoppelt ist und auch diese Werte aufgrund von Veranlagung schwanken. Aber alleine die Mitteilung über die Erhöhungen lassen auf eine gute monatliche Rente schliessen.

Der Versicherungsvertreter hat seinerzeit gut beraten und auch jetzt sind mit diesem Vertrag die Risiken ( die ja immer genauso noch bestehen ) gut abgedeckt. LG

Die Versicherung würde sich freuen wenn er die BU kündigt. Jetzt, wo das Risiko steigt, will er das Risiko nicht mehr versichern.

Gerade Deine Ausführungen "vorausgesetzt, dass er weder arbeitslos noch krank wird" zeigen, dass er jetzt die spätere gute Rente absichern muss. Falls ihm halt jetzt was passiert. Die paar Euro die er für den Versicherungsschutz ausgibt stehen in keinem Verhältnis zu dem Krankheits- und Berufsunfähigkeitsrisiko.

Eine BU Versicherung ist für alle Arbeitnehmer bis zum Beginn des Rentenalters unbedingt notwendig. Die bestehende LV nach einer so langen Laufzeit sollte auf keinen Fall storniert werden, der Verlust wäre zu hoch. Und die LV zu Lasten der BU zu erhöhen, dürfte keinen Sinn machen, müßte aber im Einzelfall berechnet werden.

Die Beiträge die er für die Berufsunfähigkeit bisher bezahlt hat, wären dann verloren. Gerade im Alter ab 50 Jahren steigt die Gefahr, dass er berufsunfähig wird.

Neu würde er eine solche Versicherung wahrscheinlich gar nicht mehr bekommen. Also auf keinen Fall daran rühren.

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