Ladendiebstahl fallen gelassen trotzdem vorbestraft?

5 Antworten

Generell gilt man als "Vorbestraft" unter folgenden Bedingungen:

  • Eine Geldstrafe ihV mehr als 90 Tagessätzen
  • Einer Haftstrafe von mehr als 3 Monaten

Über diese Grenzen wirst du auch bei einer Verurteilung / Strafbefehl nicht kommen.

Sollte dem doch so sein, sind diese Einträge ins Führungszeugnis nach 3 Jahren ab Rechtskraft wieder weg. (Geldstrafe oder Haft weniger als ein Jahr )

Denkst du es hat wirklich 0 Einfluss das man quasi "aktenkundig" ist?

und nun geht es zum Gericht.

Nein, zunächst erstmal zur Staatsanwaltschaft, dort wird entschieden was weiter passieren soll. Eventuell kommt noch eine Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei, zu der Du allerdings nicht gehen solltest.

Da Du bisher noch unbescholten bist, wird das Verfahren wahrscheinlich ohne Auflagen eingestellt werden. Eine Einstellung gegen Zahlung einer Geldsumme an einen gemeinnützigen Verein wäre auch möglich. Im ungünstigsten Fall gibt es einen Strafbefehl mit einer bestimmten Anzahl an Tagessätzen die als Strafe zu zahlen sind. Der Strafbefehl wird im Bundeszentralregister eingetragen, erscheint aber in keinem Führungszeugnis, da 90 Tagessätze sehr sicher nicht überschritten werden.

Im Jugendstrafrecht gibt es möglicherweise ein intensives Gespräch mit dem zuständigen Jugendrichter oder ein paar Sozialstunden.

Denkst du es hat wirklich 0 Einfluss das man quasi "aktenkundig" ist?

@netssnap

Das kommt darauf an was der Staatsanwalt macht. Eine Geldstrafe bis 90 Tagessätze erscheint zwar in keinem Führungszeugnis, steht aber im Bundeszentralregister. Die Justizbehörden bekommen, wenn erneut etwas vorgefalen ist, kein Führungszeugnis, sondern einen Auszug aus dem BZR, dort ist die Strafe natürlich vermerkt. Dazu muß es aber eine rechtskräftige Verurteilung oder einen rechtskräftigen Strafbefehl geben.

Bei den anderen Möglichkeiten ist der Vorgang natürlich bei der Staatsanwaltschaft im Systhem gespeichert.

Auch bei Jugendlichen die Sozialstunden kassiert haben ist die Sache im Erziehungsregister, welches Bestandteil des BZR ist, gespeichert. Der Kreis welcher Informationen aus dem Erziehungsregister erhalten ist sehr eng begrenzt, die Justizbehörden gehören jedoch dazu.

Wem hast Du 50,- Euro gezahlt?

Entweder bringt ein Ladenbesitzer den Diebstahl zur Anzeige,dann bestimmt das Gericht, was gezahlt werden muss oder

der Ladenbesitzer sagt: 50,- Euro und dann Schwamm drüber (was rechtlich mehr als fragwürdig ist).

Kein Polizist fragt bei einer Fahrzeugkontrolle, ob man schon mal mit der Polizei zu tun hatte. Wie kommst Du denn auf die Idee? Und wer dann wegen so einer Sache "ja" sagt, ist selbst schuld.

lg Lilo

Man muss 50€ Bearbeitungsgebühr zahlen.

Diese 50 € sind vermutlich der zivilrechtliche Schadenersatzanspruch ("Fangprämie") bzw. die in den AGB festgelegte Vertragsstrafe (aus c.i.c.) des Händlers.

Die strafrechtliche Angelegenheit wird bei Ersttätern und dieser Schadenssumme zu 99% ohne Auflagen und Weisungen eingestellt. Davon taucht dementsprechend in keinem Führungszeugnis etwas auf.

Du darfst Dich danach weiterhin als unbescholtenen Bürger bezeichnen.

Denkst du es hat wirklich 0 Einfluss das man quasi "aktenkundig" ist?

@netssnap

Ja, wenn du weiterhin Ladendiebstähle begehst etc. wird der betreffende Richter das schon sehen und entsprechend werten.

Aber ansonsten, nicht wirklich. Solltest du dereinst einmal vielleicht einen Job mit SIcherheitsüberprüfung machen wollen, solltest du diese Angelegenheit bei der Befragung jedoch besser nicht verschweigen.

Weil, nur weils aus dem offiziellen Führungszeugnis gestrichen ( <- bewusst nicht "gelöscht" geschrieben) ist, heißt das nicht das die Leute es nicht herausfinden.

Aber ansonsten; Nein, es wird keinerlei Einfluss auf deine Zukunft haben. Halt dich nur ab jetzt halt an Recht und Gesetz ;-)

Hast Du ´ne Tüte Gummibärchen geklaut, oder was?

Dafür kommt man nicht vor Gericht...

..und auch bei einer Verkehrskontrolle will das niemand wissen...

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