Kündigungsschreiben mit Zeugen in den Briefkasten einwerfen, da Mieter in Urlaub

13 Antworten

Man nimmt ein Einwurfeinschreiben, um die Zustellung der Kündigung eines Mietvertrages zu beweisen. Einen Zeugen (auch nicht schriftlich bestätigt) für die Zustellung der Kündigung ist auch ein möglicher Weg. Der Zeuge muss aber auch bestätigen, dass in dem Umschlag, den du einwirfst auch wirklich das Kündigungsschreiben enthalten ist.

Wenn Du ihm den Brief fristgerecht unter Zeugen in seinen Briefkasten wirfst, gilt er als zugestellt. Ist der Empfänger im Urlaub, ist das sein Bier. Er hat dafür zu sorgen, dass an ihn gerichtete Post - auch im Urlaub - in Empfang genommen wird.

Naja bei Zeugen ist das Problem immer, dass sie möglicherweise befreundet sind oder in sonstigen Abhängigkeitsverhältnissen, die ihre Glaubwürdigkeit herabsetzen. Wo ist das Problem von Einschreiben mit Empfangsbestätigung? Das muss ja dann persönlich abgegeben werden und vom Empfänger unterschrieben.

Abgesehen davon: Was ist eine fristgerechte Kündigung einer Mietwohnung? Da Wohnen derart existenziell ist, brauchts selbst mit 3 Monatsfrist schon schwerwiegende Gründe für eine Kündigung von Vermieterseite. So einfach aus Spaß kannste niemandem kündigen.

Wo ist das Problem von Einschreiben mit Empfangsbestätigung?

Das sich der Auszug um einen Monat verschiebt, wenn er erst nach dem 5. (in BW, BY, NW, RP oder SL) oder 6.11. das unzustellbar lagernde Einschreiben von der Post abholt?

G imager761

Diese Kündigung ist gültig, du hast min. ein Zeuge, dass du den Brief "im Machtbereich" des Empfängers übergeben hast. Lasse am besten die Zeugen auf den Briefumschlag und noch mal auf einen Extrablatt für dich bestätigen, wann (Datum/Uhrzeit) der Brief übergeben/eingeworfen wurde.

Bedenke aber, sollte der Mieter durch seine Abwesenheit Fristen verpasst haben, dass er dann evtl. eine Fristverlängerung verlangen kann.

Bedenke aber, sollte der Mieter durch seine Abwesenheit Fristen verpasst haben, dass er dann evtl. eine Fristverlängerung verlangen kann.

Nein, kann er nicht. Die Rechtsfolgen, wenn er in Abwesenheit keine Kenntnis sicherstellt, fallen ihm selbst zu :-O

G imager761

@imager761

Da liegt du leider falsch. Natürlich kann man bei Abwesenheit um eine Fristverlängerung bitten, siehe auch §224 ZPO. Dennoch kommt es immer auf den Einzelfall an, pauschal sagen es gibt sie oder gibt sie nicht, ist falsch.

@Jewi14

Da liegt du leider falsch.

Denkst du: Wir reden hier von einer Mietvertrags-Kündigung, und da gilt eben, das eine empfangsbedürftige Willenerklärungen einer Kündigung mit Zugang und Möglichkeit der Kenntnisnahme wirksam erfolgte.

Der Mieter kann eben nicht einen Monat länger wohnen weil er darauf verweist, sie urlaubsabwesend bedingt erst später als den n. § 573c Abs. 1 bestimmtem "3. Werktag" gelesen zu haben :-O

Ebengleich ist deine Mobilfunkvertrag auch dann wirksam gekündigt, wenn der zuständige Mitarbeiter krank ist oder das Büro um die Weihnachstfeiertage schliesst :-O

G imager761

Das der Mieter die Kündigung erst nach dem 3. Werktag aus dem Briefkasten holt und liest oder nicht, ist völlig irrelevant.

Das gilt natürlich auch im umgekehrten Fall.

Hallo zusammen. Erst einmal vielen Dank für die Antworten. Die Art der Kündigung habe ich hier nicht detailliert beschrieben, da es mir um die Zustellung geht. Also es wird nach dem Sonderkündigungsrecht / ELW gekündigt. Dabei verlängert sich die Kündigungsfrist um zusätzlich drei Monate. Wenn ich die Kündigung nun nicht im Okt. abgebe, verschiebt sich das dann um einen weiteren Monat nach hinten. Da ich nun auch nicht weiß, wann der Mieter wieder da ist, meine Frage bzgl. Einwurf bei Anwesenheit eines Zeugen.

Genau so habe ich das auch verstanden (Einliegerwohnung) und hier genügt ein knackiger Einzeiler mit Hinweis auf § 573a Abs. 1 BGB nun völlig, um mit fristgerechtem Zugang frühstmöglich zum 30.04.2015 wirksam den Mietvetrag zu beenden, sofern das MV keine 5 Jahre bestand.

Sofern der Mieter keinen eigenen Briefkasten hätte, würde ich das Schreiben mit bezeugtem Zustellvermerk unübersehbar an die Wohnungstür pappen - dass es da unterginge, ist wohl auszuschliessen :-)

G imager761

Ich weiß nur von meinem Getränkemann der mir mal eine Geschicht erzählte über sein bisheriges Leben. Er war mal Angestellter und dort wurde ihm gekündigt. Der damalige Chef hat die Kündigung nur per Post weggeschickt. Er ignorierte dies, mit dem Ergebnis, dass der Chef Recht hatte und er dann keine Arbeitsgeld bekam.

Also, man kann eine Kündigung nicht mehr ignorieren, da man sich auf die Post offensichtlich 100% verlassen kann.

Dieser Brief wurde auch ohne Einschreiben versendet.

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