Kündigungsfrist, Überstunden, Kündigung

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Wenn die Bezahlung nach einem Tarifvertrag erfolgt, wurde moeglicherweise arbeitsvertraglich auch die Anwendung weiterer Teile des Tarifvertrages vereinbart. Evtl. auch eine dort sicher enthaltene Regelung zu den Kuendigungsfristen und moeglicherweise auch eine dort wahrscheinlich enthaltene Regelung zu den Ueberstunden. Das musst du zuerst pruefen.

Wurde hingegen gar keine Kuendigungsregelung getroffen (auch nicht in einem anzuwendenden Tarifvertrag), gilt fuer dich als Arbeitnehmer in einem unbefristeten Arbeitsverhaeltnis die gesetzliche Frist nach BGB 622 Abs. 1 (4 Wochen wahlweise zum 15. oder zum Monatsletzten). Sollte es sich aber um ein befristetes Arbeitsverhaeltnis handeln, koenntest du in einem solchen fall (keine Vereinbarung einer Kuendigungsmoeglichkeit) ueberhaupt nicht ordentlich kuendigen.

Da ihr sicher nicht vereinbart hattet, dass du dir deine Freizeitausgleiche eigenmaechtig nehmen kannst, musst du dir den entsprechenden Freizeitausgleich vom Arbeitgeber genehmigen lassen. Du kannst nicht einfach selbst festlegen, wann du diesen nehmen willst. Kann der Arbeitgeber bis zum Ablauf der Kuendigungsfrist keinen Freizeitausgleich genehmigen, wirst du nicht darum herum kommen, dir die ausbezahlen zu lassen (wenn's wirklich fast 600 sind, kannst du die sowieso nicht mehr vollstaendig abfeiern). Beachte aber, dass nur solche Ueberstunden bezahlt oder ausgeglichen werden, die wirklich angeordnet wurden und bei denen du dies im Zweifelsfall auch nachweisen kannst.

Hallo,

also erstmal zu deinen Überstunden: Wenn keine Regelung vorhanden ist kannst du davon ausgehen, das Überstunden in Freizeitausgleich genommen werden können. Bei einer Kündigung ist das regelmäßig der Fall so dass entsprechend vor Ablauf der eigentlichen Kündigungsfrist deine Arbeitsverpflichtung endet und du zur Abgeltung deiner Arbeitsleistung die vorhandenen Ü-Std. nehmen kannst. Mehrstunden müssten - sofern eine vollständige Abgeltung in Freizeit nicht erfolgen kann - ausgeglichen werden. Kündigungsfristen regelt das Gesetz wenn nicht Tarifverträge bestehen. Diese dürfen nicht schlechter als die gesetzlichen Fristen geregelt sein. Hier heißt es also nachlesen ob und was ein etwaiger Tarifvertrag vorsieht - ansonsten gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen als bindend. Gruß Florian

Die Kündigungsfristen sind im TVöD geregelt. http://oeffentlicher-dienst.info/tvoed/bund/kuendigungsfristen.html

Zur Verfahrensweise mit Überstunden s. § 8 TVöD. Sie sind abzugelten, wenn es keine anderslautende Dienstvereinbarung (MAV) gibt. Ein Freizeitausgleich wäre nur mit dem guten Willen und Entgegenkommen des Dienstgebers möglich. Eine Freistellung von 3,5 Monaten wäre dem Dienstgeber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch nicht zuzumuten.

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