Kündigungsfrist, befristeter Vertrag, dann verlängert

2 Antworten

Wenn der unbefristete Vertrag direkt auf den befristeten Vertrag folgte - es also keine Unterbrechnung von z.B. mehreren Wochen gab -, dann wird dieses vorhergehende Beschäftigungsverhältnis selbstverständlich mitberechnet! Es kommt alleine auf die tatsächliche "Verbundenheit" mit dem Arbeitgeber an.

Entscheidend für die Bestimmung der Betriebszugehörigkeit ist nicht ein jeweiliger Vertrag, sondern alleine, wie lange ein Arbeitnehmer überhaupt ohne eine längere Vertragsunterbrechung (oder nur mit kurzer Unterbrechnung) bei dem selben Arbeitgeber gearbeitet hat - ob das nun mehrere Vertragsverhältnisse oder Beschäftigungen in verschiedenen Betrieben waren, spielt keine Rolle: Hauptsache, es handelte ich dabei immer um den selben Arbeitgeber. So werden beispielsweise auch Zeiten einer Berufsausbildung bei anschließender Übernahme (dann ja auch mit neuem Vertrag) selbstverständlich zur Betriebszugehörigkeit hinzu gerechnet.

Wenn Dein Kollege also insgesamt 5 Jahre in dem Betrieb war - 2 Jahre mit einem befristeten Arbeitsvertrag, danach unbefristet -, dann beträgt die Kündigungsfrist, die der Arbeitgeber einzuhalten hat, 2 Monat!

Eure Ansicht ist richtig!

ab wann ist es eine längere Unterbrechung? oder genauer gesagt, wieviele Tage oder Wochen dürfen maximal zwischen befristet und unbefristet liegen?

@Carmina66

Bis zu welcher Dauer die rechtliche Unterbrechung eines Beschäftigungsverhältnisses nicht zu einer Neuberechnung der Beschäftigungsdauer führt, hängt einzig und alleine von den konkreten Umständen ab: das kann dann - je nach dem - von wenigen Tagen bis zu wenigen Wochen sein (eventuell, z.B. im Baugewerbe und in der Landwirtschaft, auch länger).

Es gibt Gerichte, für die ist eine Unterbrechung von 6 Wochen noch unproblematisch, andere Gerichte bejahen sie schon ab 1 Monat.

Vom Bundesarbeitsgericht wird eine Unterbrechung von mehr als 3 Wochen (von besonderen Ausnahmen abgesehen) als "problematisch" angesehen.

In einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts (7.7.2011, Az.: 2 AZR 12/10) heißt es grundsätzlich:

Selbst in Fällen, in denen es an einer nahtlosen Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses fehlt, kann eine rechtliche Unterbrechung unbeachtlich sein, wenn sie verhältnismäßig kurz ist und zwischen beiden Arbeitsverhältnissen ein enger sachlicher Zusammenhang besteht. Dafür kommt es insbesondere auf Anlass und Dauer der Unterbrechung sowie auf die Art der Weiterbeschäftigung an [...]. Ob diese Voraussetzungen erfüllt sind, hängt vom Einzelfall ab. Eine feste zeitliche Begrenzung für den Unterbrechungszeitraum besteht nicht. Je länger die Unterbrechung gedauert hat, desto gewichtiger müssen die für einen sachlichen Zusammenhang sprechenden Umstände sein [...].

Also kurz zusammen gefasst:

Alleine die Tatsache, dass es nach dem befristeten Arbeitsvertrag von 2 Jahren einen neuen unbefristeten Arbeitsvertrag gab, ist völlig unbedeutend: die 2 Jahre zählen dann auf jedenfalls zur Betriebszugehörigkeit!

Das gilt auch dann, wenn es zwischen den ersten 2 Jahren und dem folgenden Arbeitsverhältnis - etwas mit gleicher Tätigkeit - beispielsweise eine Unterbrechung von 2, 3 oder 4 Wochen gab: auch in diesem Fall zählen die vorherigen 2 Jahre mit zur Betriebszugehörigkeit!

Wenn dein Kollege einen neunen Vertrag unterschrieben hatte gilt dieser und alles andere ist somit ungültig.Viele Chefs machen das so,weil sie ihre Mitarbeiter schneller kündigen können.Für die zählen dann nicht mehr die gesamten Jahre.Kündigungsfristen sind auch unterschiedlich,da gibt es ein zwei drei oder auch sechs Monatige.Für deinen Kollegen tut es mir leid,denn ich finde es traurig das immer mehr Chefs ihre Angestellten wie eine Nummer behandeln.

Wenn dein Kollege einen neunen Vertrag unterschrieben hatte gilt dieser und alles andere ist somit ungültig.

Das ist zwar richtig, hat aber nichts mit der Betriebszugehörigkeit zu tun!

Zur Betriebszugehörigkeit zählen alle Zeiten der Beschäftigung bei einem Arbeitgeber, wenn es zwischen diesen Zeiten keine langen Unterbrechungen (nur wenige Wochen) gegeben hat - gleichgültig,ob der Arbeitnehmer mehrere Verträge oder nur einen mit dem Arbeitgeber hatte!

@Familiengerd

geht es auch präziser, was sind wenige wochen?

@Carmina66

Siehe meinen ergänzenden Kommentar oben!

Direkt auf Deine Frage angewendet:

Dein Kollege hat eine Betriebszugehörigkeit von 5 Jahren - und der Arbeitgeber hat eine Kündigungsfrist von 2 Monaten einzuhalten!!

Was möchtest Du wissen?