Kündigungsfrist 2 Monate nach probezeit

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Vertragliche Fristen haben Vorrang vor gesetzlichen, sofern sie gesetzeskonform sind. Die Vereinbarung einer laengeren Kuendigungsfrist als der nach BGB 622 Abs. 1 (4 Wochen zum 15. oder zum Monatsende) ist gesetzeskonform, sofern fuer eine arbeitgeberseitige Kuendigung keine kuerzere Frist als die fuer eine arbeitnehmerseitige vereinbart wird.

Wenn die vereinbarte zweimonatige Kuendigungsfrist also auch fuer den Arbeitgeber gelten soll (oder eine laengere), ist das so in Ordnung und gilt auch.

Es gilt die zweimonatige Kündigungsfrist die in deinem Vertrag steht. Diese stellt eine sogenannte Besserstellung dar und ist erlaubt und hebt die gesetzliche Kündigungsfrist auf. Nur eine Verschlechterung wäre rechtsunwirksam, wenn der Dienstgeber dir also eine kürzere Kündigungsfrist einräumen würde als im Gesetz steht. Wenn du also selber kündigen möchtest musst du dich an die Frist halten die in deinem Arbeitsvertrag steht.

Was steht denn (genauer Wortlaut) zur Kündigung nach der Probezeit im Vertrag?

Ich nehme mal an, dass so etwas drinsteht wie z.B.: Nach der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate zum Monatsende.

Sollte dies der Fall sein, hast Du, wie auch Dein AG, eine Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende. Die gesetzliche Kündigungsfrist gilt dann, wenn einzelvertraglich nichts anderes vereinbart wurde und/oder kein entsprechender Tarifvertrag angewendet wird.

Wenn es laut Vertrag für beide Seiten gilt, dann ist für dich der Vertrag maßgebend.

Das was im Vertrag steht, sofern diese Frist für beide Seide gilt. Gelten die 2 Monate nur für den AN, dann die gesetzliche KF und andersum - Bei der Kündigungsfrist, darf keine Vertragspartei bevorzugt/ begünstigt sein, sondern gleichgestellt.

§ 622 Absatz 6 BGB: "(6) Für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer darf keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber" D.h., jede Verlängerung Grundkündigungsfristen aus der Frist § 622 Abs. Abs. 1 BGB ist erlaubt, Wenn sie für beide Seiten gilt. Nach Abs. 5 ist sogar eine arbeitsvertragliche Verkürzung erlaubt, allerdings nur in besonderen Fällen. Tarifvertraglich kann alles vereinbart werden.

Bei der Kündigungsfrist, darf keine Vertragspartei bevorzugt/ begünstigt sein, sondern gleichgestellt.

Das ist so nicht richtig, wie auch aus dem anschliessend von dir zitierten Ausschnitt aus BGB 622 ganz klar hervorgeht. Es darf lediglich fuer den Arbeitgeber keine kuerzere Frist als fuer den Arbeitnehmer vereinbart werden. Die Vereinbarung einer laengeren Frist fuer eine arbeitgeberseitige Kuendigung als die fuer eine arbeitnehmerseitige ist hingegen sehr wohl zulaessig.

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