Kündigung während Krankheit durch Arbeitsunfall

3 Antworten

Entgegen landläufiger Meinungen kann man auch während einer Krankschreibung gekündigt werden. Nur wegen Krankheit geht das nicht so einfach.

Zuerst solltest Du zum Arbeitsgericht gehen und bei der Rechtsantragstelle Kündigungsschutzklage erheben. Die helfen Dir auch kostenlos bei der Formulierung der Klage. Anwalt brauchst Du erst einmal nicht. Du solltest das aber innerhalb der nächsten drei Wochen machen. Sonst ist die Kündigung rechtens.

Kündigungsfristen müssen auf alle Fälle eingehalten werden, es sei denn es ist eine fristlose Kündigung (was hier offensichtlich nicht der Fall ist). Ob Kündigungsschutzklage gegen die Kündigung selbst möglich ist, richtet sich nach der Größe des Betriebs. Bei Kleinbetrieben mit nicht mehr als 10 Vollzeitkräften (Teilzeit- und Minijobs werden zu Vollzeitstellen addiert) greift das Kündigungsschutzgesetz nicht. Die reguläre Kündigungsfrist kannst Du aber auf alle Fälle einklagen.

Danke Hexle, Ich werde Freitag zum Arbeitsgericht gehen mal sehen was die mir dann empfehlen. Deine Antwort war auf jeden Fall erst mal sehr hilfreich

@DiaSte
mal sehen was die mir dann empfehlen

Arbeitsrechtliche Beratungen und Auskünfte dürfen Dir die MA der Rechtsantragstelle nicht geben. Sie helfen Dir aber wie schon gesagt, bei der Klageformulierung.

Du**** musst**** auf jeden Fall Klage einreichen. Wenn AG die Kündigungsfrist nicht einhalten, haben sie i.d.R. ein Problem mit dem Arbeitsrichter. Reichst Du keine Klage ein, ist der Job weg obwohl der AG Dir mit einer zu Unrecht verkürzten Frist gekündigt hat.

Du kannst aber auch mal beim Bürgertelefon der Bundesregierung anrufen. Das Bürgertelefon für Arbeitsrecht ist Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 20.00 Uhr erreichbar und kostet 0,14€/Minute aus dem Festnetz. Tel.01805/676713

Wie Hexle2 schont geantwortet hat: Eine Kündigung während einer Erkrankung (auch wenn es sich um die Folge eines Arbeitsunfalles handelt) ist leider so erlaubt wie jede andere Kündigung auch; schwierig wird es für den Arbeitgeber erst bei einer Kündigung wegen einer Erkrankung.

Obwohl die Kündigung wegen der Nichteinhaltung der Kündigungsfrist rechtswidrig ist (Verstoß gegen BGB § 622), musst Du innerhalb von 3 Wochen nach Zugang den von Hexle2 beschreibenen Weg gehen, da die Kündigung sonst trotzdem wirksam wird: Klage auf Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis durch diese Kündigung nicht beendet wurde.

Wegen der Nichteinhaltung der Kündigungsfrist wird das Gericht mit 99,99-prozentiger Sicherheit "kurzen Prozess" mit dieser Kündigung machen.

Wie schon gesagt, brauchst Du hier (noch) keinen Anwalt; die Rechtsantragstelle des zuständigen Arbeitsgerichtes hilft kostenlos bei der Formulierung der Klage und nimmt sie zur Niederschrift auf.

Ich würde mir in deinem Fall einen rechtlichen Beistand holen. Das Arbeitsrecht ist sehr kompliziert und es geht um ein heikles Thema welches dein Leben sehr prägt. Hast du schon ein Gespräch mit dem Arbeitgeber gesucht? HIlfe findest du hier: http://www.proclienta-unfallhilfe.de

Was möchtest Du wissen?