Kündigung mit mündlicher Freistellung - Urlaubsabgeltung?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Sollte ich hier auf eine schriftliche Bestätigung der Freistellung bestehen?

Auf jeden Fall!

Ansonsten könnte Dir ein "bösmeinender" Arbeitgeber unentschuldigtes Fehlen vorwerfen - auf einen parteiischen Zeugen sollte man sich nicht unbedingt verlassen, auch wenn der im äußersten Fall (gerichtliche Auseinandersetzung) wohl kaum eine uneidliche Falschaussage machen würde.

Du wirst dann auch sehen, um was für eine Freistellung es sich handeln wird, um eine ausdrücklich als unwiderruflich oder widerruflich erklärte oder eine ohne solche Erklärung.

Urlaub kann dann mit der Zeit der Freistellung verrechnet werden, wenn dies bei einer unwiderruflichen oder auch widerruflichen ausdrücklich erklärt worden ist.

Ich habe noch zwei Urlaubstage aus dem Vorjahr und damit auch noch Urlaubsanspruch aus diesem Jahr?!

Für das laufende Kalenderjahr hast Du Anspruch auf 3/12 des gesetzlichen Urlaubs (1/12 für jeden vollen Beschäftigungsmonat (also Januar bis März); für möglicherweise zusätzlich gewährten Urlaub gilt das auch, sofern es keine entgegenstehende Vereinbarungen dazu gibt.

Muss mein Arbeitgeber mir Urlaubsabgeltung zahlen?

Wenn du den Resturlaub aus den vergangenen Jahr und den Teilurlaub für dieses Jahr wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr nehmen kannst, muss er ausgezahlt werden.

Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn Du in der Zeit der Freistellung erkrankst, weil dann der Urlaub - jedenfalls so lange die Erkrankung besteht - nicht verrechnet werden kann.

Und muss auch das Urlaubsgeld zusätzlich gezahlt werden?

Das kommt ganz auf die konkrete Vereinbarung zu den Bedingungen für die Auszahlung des Urlaubsgeldes an. Wenn Urlaubsgeld daran geknüpft ist, dass Urlaub auch tatsächlich genommen wird, muss es im Falle der Urlaubsabgeltung nicht gezahlt werden.

damit es eine widerrufliche Freistellung ist und ich den Anspruch auf Urlaubsabgeltung habe

Auch bei einer als widerruflich erklärten Freistellung kann der Arbeitgeber Urlaub anrechnen (sofern er das in der Freistellungserklärung so festlegt); allerdings muss er dann (anders als bei der unwiderruflichen Freistellung) auch den Zeitraum des Urlaubs bestimmen.

Vielen Dank für die wirklich hilfreiche Antwort.

Nur um das noch klarzustellen - entweder muss mein Arbeitgeber mir Urlaubsabgeltung zahlen, wenn er bei einer widerrruflichen Freistellung den Urlaubszeitraum nicht benennt oder wenn er den Urlaubszeitraum benennt oder eine unwiderrrufliche Freistellung ausspricht müsste das Urlaubsgeld ausgezahlt werden, da ich hier sozusagen den Urlaub "genommen" habe - korrekt? Also entweder Urlaubsabgeltung oder Urlaubsgeld eins von beidem müsste ich bekommen?

Danke nochmal!

@JDark28

Wenn es sonst keine einschränkende Bedingungen gibt (z.B. ungekündigtes Arbeitsverhältnis), wäre das eine logische Folgerung.

Nur weiß keiner, ob im juristischen Streitfall ein Richter das auch so sehen würde.

Viel Glück🍀!

Du bist freigestellt, hast also jede Menge geschenkten Urlaub. Reicht das immer noch nicht? Ich würde schön die Füße still halten, denn ein vernünftiges Zeugnis möchtest du doch noch bekommen, oder?

Danke für deine Meinung.

Klar will ich noch ein vernünftiges Zeugnis, aber was hat das mit meinem Recht auf Urlaubsgeld zu tun? - Oder möchtest du sagen ich sei gierig wenn ich auf mein Urlaubsgeld bestehe? Kann man das nicht sachlich betrachten?

@JDark28

Die geschenkten freien Tage sind wohl mehr Geldleistung, als das Urlaubsgeld, oder?

@Privatfrau
Was soll denn hier "geschenkte freie Tage" heißen?!?

Ist die Kündigung durch den Arbeitgeber auch ein "Geschenk" (Gründe für die Kündigung einmal außer Acht gelassen)??

Deine Antwort und Dein Kommentar sind perfide!

Du bist freigestellt, hast also jede Menge geschenkten Urlaub. Reicht das immer noch nicht?

Das ist ja wohl nicht zu fassen!!!

Es gibt hier einen Rechtsanspruch, der wahrgenommen werden kann! Und das berechtigt überhaupt nicht zu solchen unterschwelligen Vorwürfen!

Oder glaubst Du, der Arbeitgeber wäre umgekehrt bereit, seinerseits auf ihm zustehende Ansprüche zu verzichten?!?

Im Übrigen hat man es (wenn es sich nicht gerade z.B. um einen persönlich geführten kleinen Handwerksbetrieb handelt) meist als Arbeitnehmer als individuelle Einzelperson mit einem Arbeitgeber als "Institution" oder Rechtsperson (in Gestalt einer Einzelperson, z.B. als Geschäftsführer) mit einem gravierenden Machtungleichgewicht zu tun - und da sind solche Äußerungen wie Deine völlig unangebracht!!

@Familiengerd

Mäßigen Sie sich! Welche unterschwelligen Vorwürfe Sie aus meinen Posts interpretieren, ist Ihr Ding, nicht Meins!

Wir kennen hier keinerlei Details. Ich habe selbst schon 2 x das Vergnügen gehabt, vor dem Arbeitsgericht zu gewinnen, dennoch bleibt immer ein fader Beigeschmack.

@Privatfrau
Mäßigen Sie sich!

Da gibt es nichts, wo ich mich "mäßigen" müsste!

Aus Deiner Formulierung "Du bist freigestellt, hast also jede Menge geschenkten Urlaub. Reicht das immer noch nicht?" muss man nicht viel "interpretieren", sie ist eindeutig! Der Fragesteller hat das immerhin auch schon "richtig" verstanden: "Oder möchtest du sagen ich sei gierig wenn ich auf mein Urlaubsgeld bestehe? Kann man das nicht sachlich betrachten?"!

Dass auch nach einem gewonnenen Arbeitsgerichtsverfahren - möglicherweise - "immer ein fader Beigeschmack" bleibt, ist nachvollziehbar, hat mit der Sache aber nichts zu tun.

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