Krankmeldung abgeben obwohl schon gekündigt?

3 Antworten

Natürlich bist Du verpflichtet die Krankmeldung beim Arbeitgeber und der Krankenkasse abzugeben.

Wenn Du das Original für den Arbeitgeber nicht mehr hast, dann kannst Du von Deinem Arzt eine Kopie bekommen.

Das setzt aber voraus, dass Du unmittelbar vor der Kündigung wieder krank geschrieben warst.

Wenn man krank geschrieben ist, darf man arbeiten gehen, weil es nur eine Empfehlung ist, aber wenn man dann plötzlich doch meint nicht arbeiten zu können, dann muss man sich wieder krank schreiben lassen.

Hast Du unmittelbar vor der Kündigung bzw. während des Zugangs der Kündigung gearbeitet, dann darf der Arbeitgeber keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verlangen.

Ja ich habe die Kündigung zwei Stunden nach Dienstantritt erhalten.

@Kristin1994928

Dann darf er keine Krankmeldung fordern, weil Du ja arbeitsfähig warst.

Du teilst dem Arbeitgeber höflich mit dass es keine Anlass dafür gibt, dass Du eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen musst, weil Du arbeitsfähig warst/bist bzw. Deine Arbeit aufgenommen hast.

@johnnymcmuff

das werde ich morgen gleich tun. Ich bedanke mich sehr!!

Aus welchem Grund will er unbedingt die Krankmeldung ?

Vorausgesetzt, es handelt sich um einen kleineren Arbeitgeber (nicht mehr als 30 Arbeitnehmer):

Der will offensichtlich über die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Lohn, den er wegen der Freistellung ja zu zahlen hat, als "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" deklariert von der Krankenkasse teilweise erstattet bekommen (je nach Satzung zwischen 40 und 80 %).

@Familiengerd

Das habe ich mir auch schon gedacht aber dad wäre ja Betrug.

@johnnymcmuff

Allerdings - aber der Arbeitgeber baut dann wohl auf die Unwissenheit des Arbeitnehmers und darauf, dass die Krankenkasse von den konkreten Umstände keine Ahnung hat.

Muss ich diese abgeben?

Nein!

Du hast trotz Krankschreibung Deine Arbeit aufgenommen, was Dir erlaubt war, denn die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist (in der Regel) lediglich eine Empfehlung des Arztes und kein Arbeitsverbot!

Dadurch, dass Du arbeiten gegangen bist und der Arbeitgeber das akzeptiert hat, ist diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sowieso hinfällig geworden, also nicht mehr gültig!

Du bist nicht mehr arbeitsunfähig geschrieben, und es gibt keine gültige Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung mehr - und dass der Arbeitgeber sie für Dein Zeugnis und die Arbeitsbescheinigung brauchen würde, ist einfach Unsinn.

Aus welchem Grund will er unbedingt die Krankmeldung ?

Vorausgesetzt, es handelt sich um einen kleineren Arbeitgeber (nicht mehr als 30 Arbeitnehmer):

Der will offensichtlich über die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung den Lohn, den er wegen der Freistellung ja zu zahlen hat, als "Lohnfortzahlung im Krankheitsfall" deklarieren und sich von der Krankenkasse teilweise erstatten lassen (je nach Satzung zwischen 40 und 80 % aufgrund des verpflichtenden Umlageverfahrens). Somit hofft er, die Kosten für die Lohnzahlung während der Freistellung etwas reduzieren zu können.

Dabei würde es sich allerdings um einen Betrug des Arbeitgebers handeln, weil Du tatsächlich nicht mehr arbeitsunfähig geschrieben bist!

AU-Bescheinigung abgeben ohne Krankenstand ist unlogisch.

Was möchtest Du wissen?