Krankenhaus auf Schmerzensgeld verklagen?

5 Antworten

Es muss ja nicht gleich eine Klage angedacht werden. Zunächst reicht ein Brief, den deine Freundin an das Krankenhaus schreiben (lassen) kann, in dem der Sachverhalt geschildert wird und ganz allgemein ein Schadensersatzanspruch auf Schmerzensgeld wegen verzögerter Heilung und auf möglichen Zukuftsschaden, falls eine Fehlstellung bleiben sollte. Das sollte sie auf jeden Fall tun mit einer Frist zur Stellungnahme, ob der Anspruch dem Grunde nach anerkannt wird. Das Krankenhaus bzw. die Ärzte dort sind bestimmt auch haftpflichtversichert.

Selbstverständlich ist das Krankenhaus verpflichtet, die Behandlungsunterlagen (auch das Röntgenbild) zur Einsicht heraus zu geben. Das sollte deine Freundin dann durch einen Facharzt für Orthopädie und / oder auch einen Röntgenologen,, der sich auf das "lesen" von Röntgenaufnahmen versteht, prüfen lassen. Das empfiehlt sich sowieso wegen sinnvoller ehandlung, die mir in diesem Fall durch den Hausarzt nicht unbedingt gegeben scheint.

Deine Freundin sollte außerdem ihre Krankenkasse informieren und um Hilfe bitten. Die haben für solche Fälle u. U einen eigenen medizinschen Dienst zu Prüfung.

Bis zu diesem Punkt hat das erst mal gar kein Kostenrisiko. Hilfreich wäre es aber schon, anwaltliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn deine Freundin geringes Einkommen hat, kann sie beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen. Mit dem kostet es beim Anwalt höchstens 10 €.

Wenn sie keinen bekommt, sollte sie einen Anwalt fragen, was er für so ein Anspruchschreiben an da Krankenhaus verlangen würde. Das Honorar richtet sich nach der Höhe der Forderung.

Für eine Klage ist es derzeit noch viel zu früh. Sie kommt erst in Frage, wenn eine Schadensersatzforderung abgelehnt wird und Erfolgsaussichten bestehen, solche durchzusetzen. Dann gibt es auch die Möglichkeit, das Kostenrisiko mit prozesskostenhilfeantrag zu mindern. Aber darüber braucht man sich jetzt noch keine Gedanken machen.

Klage nur sinnvoll, wenn 1. ein Schaden entstanden ist und 2. schuldhaftes Tun ursächlich ist. Beides ist der Schilderung nach nicht der Fall (bisher). Also ist zumindest erstmal der Verlauf abzuwarten. Und wieso sehr dringend?

Dieser Verlauf ist häufig, weil man frische Frakturen oft im Röntgenbild nicht sehen kann. Der Arzt in der Ambulanz hätte darauf hinweisen müssen, dass bei andauernder Schmerzen eine erneute Vorstellung erforderlich ist. Wenn man einen Kunstfehler vermutet, sollte man sich zuerst an die Kunstfehlerstellen der Ärztekammern wenden, http://www.aekno.de/page.asp?pageID=64#allgemein Das Gutachten ist kostenlos. Man kann mit diesem Gutachten dann eventuell zu einem Anwalt gehen. Dieser Weg spart Kosten und Ärger. Die Röntgen bilder und die Unterlagen des Krankenhauses kann man sich übrigens kopieren lassen.

So etwas kann man nicht im Internet klären. Es fehlen einfach zu viele Parameter! Grundsätzlich kann man aber sagen, dass solche Verfahren ziemlich viel Zeit in Anspruch nehmen. Und sie kosten viel Geld. Denn solche verfahren werden mit Hilfe von Gutachtern geführt. Und bereits diese sind recht teuer! Eine Klage wäre aber verfrüht. Denn bisher ist ja noch nicht zu erkennen, ob ein Schaden eingetreten ist. Und solange ein Schaden nicht vorliegt, ist eine Klage wohl eher aussichtslos. Man muss praktisch erstmal warten.

Vergiss es. Die Gerichtskosten wären da viel zu hoch. -.- Außerdem hat man gegen die Ärzte nie eine Chance. Und außerdem.... noch hat sie keine Folgeschäden. Wie sollte da die Anklage lauten?????

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