Krankengeld unterbrochen - Spät von Krankenkasse benachrichtigt?

1 Antwort

aufgrund einer schweren Depression, habe ich über die vergangenen Monate Krankengeld bezogen. (In der Zwischenzeit: Das Verhältnis zum Arbeitgeber wurde gekündigt.)

Bedauerlich.

Jetzt ist mir und meinem Arzt allerdings ein Fehler unterlaufen. Der Auszahlschein wurde ein Tag zu spät unterschrieben (5.6.2015)

Klassischer Fehler, der nicht geheilt werden kann. Gemäß § 46 Abs. 2 SGB V entsteht der Anspruch auf KG erst mit dem Tag, der auf die Bescheinigung der AU folgt. Genau deswegen muss bei Bezug von KG immer unbedingt auf Nahtlosigkeit geachtet werden.

Das ich nicht mehr Krankengeld berechtigt bin. (Unterbrechung)

Korrekt. So hat es das BSG entschieden, und die enge Auslegung des o.a. § 46 SGB V bestätigt.

Außerdem wurde ich vorerst aus dem Versicherungsverhältnis geworfen, mit der Begründung: Weil unbekannt ist, wie Ihr momentaner Status ist.

Das ist lediglich ein Platzhalter, da die KK prüfen muss, ob ggfs. ein anderweitiger KV-Schutz besteht. Falls nicht (wovon ich jetzt ausgehe), bist Du automatisch seit dem 5.6.2015 rückwirkend freiwillig gesetzlich Versicherter (siehe § 188 Abs. 4 SGB V), und schuldest der KK die Beiträge - die Du selbst zahlen musst in Ermangelung eines Leistungsanspruches.

Nun wurde ich telefonisch über diesen Umstand nicht unterrichtet,

Das wäre auch sinnlos, da es sich um einen Leistungsbescheid der KK handelt, und der in Schriftform ergehen muss.

im Gegenteil es wurde am 9. 6 maschinell ein Schreiben per Post versendet. Diese Post habe ich im Zeitraum 13.06 - 17.06. erhalten. (Wahrscheinlich bedingt durch den Poststreik).

Ja, das passiert leider z.Zt. ständig. Ändert aber nichts an der Rechtslage.

Arbeitssuchend schreiben lassen darf ich mich laut Krankenkasse nicht, da ich für den nächsten Monat noch krankgeschrieben sei.

So ist es. Bei bestehender AU ist eine Meldung bei der Agentur für Arbeit zwar möglich, es besteht aber keinerlei Leistungsanspruch nach ALG1, solange die AU fortdauert. Ein evtl. Anspruch auf ALG2 ist jedoch unabhängig von einer bestehenden AU.

Aber viel wichtiger: Die Post ist ja erst so spät eingegangen.

Das ist richtig, ändert aber an der Ursache der finanziellen Probleme rein gar nichts - denn die besteht im selbst verschuldeten Fristversäumnis.

Dadurch das ich auch nicht mehr Krankengeld berechtigt bin (und die letzten Tage ggf. sogar selbst versichern muss), ist mir ja auch ein finanzieller Schaden entstanden. Wird es noch eine Möglichkeit geben an das Geld ranzukommen?

Nein.

Mein Hausarzt hingegen sagt, dass das mit dem Gesundschreiben Quatsch wäre und ich mich arbeitssuchend melden kann.

Ihr redet aneinander vorbei. S.o. - die Meldung als arbeitssuchend ist möglich aber sinnlos, solange die AU fortbesteht.

Erst einmal Vielen Dank für diese mehr als hilfreiche Antwort. Das bestätigt auch die Informationen die ich in den vergangenen Tagen gehört habe. (Auch wenn die Krankenkasse mir viel Bockmist erzählt hat.)

Es ist nicht eine Frage der Formalitäten, sondern eine Frage des Kundenservice, dem Betroffenen wenigstens telefonisch Bescheid zu geben, das sich etwas im Versicherungsverhältnis verändern wird. Besonders da bekannt ist, das momentan die Post streikt. 

Mir fehlen dadurch fast 700 Euro in diesem Monat, ohne Arbeit zu haben, noch die Möglichkeit zu besitzen mich arbeitslos zu melden (und einen Anspruch auf ALG1 zu haben.)

Leider würde ich gerne die Möglichkeit nutzen und das Beste daraus machen, obwohl ich noch nicht vollständig genesen bin, einen neuen Arbeitsplatz zu suchen. (Mit Hilfe der Arbeitsagentur zur Überbrückung.)

Leider kann ich mich nicht gesund schreiben lassen, da meine behandelnde Psychologin die nächsten 2 Wochen nicht erreichbar ist. (Praxiswechsel.) Ich stehe momentan absolut hilflos da.

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