Kostet ein Teilzeit-Mitarbeiter weniger als ein Vollzeit-Mitarbeiter?

Das Ergebnis basiert auf 3 Abstimmungen

Fall 1 kostet weniger 100%
Fall 2 kostet weniger 0%
Beide kosten gleich viel 0%

3 Antworten

Das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich will momentan auch nur noch Teilzeit arbeiten (Marketing-Assistent). Ist aber schwierig, da die Unternehmen noch immer in ihrer alten Denkweise festhängen.

Schaut mal hier: www.tandemploy.com

Zwei Arbeitssuchende, die eine Halbtagsstellen suche, bewerben sich gemeinsam auf eine Vollzeitstelle. Eine gemeinsame Bewerbung! Ich werde es mal probieren.

Nochmal nachgefragt.
Die Lohnnebenkosten sind doch für ein Unternehmen identisch, egal ob zwei Halbtagsstellen oder eine Vollzeitstelle, oder? Die Lohnnebenkosten berechnen sich doch prozentual vom Bruttolohn? Kann das nochmal jemand bestätigen?

Also entstehen die Mehrkosten beim Arbeitgeber nur durch:

  • eventuell zweiter Arbeitsplatz (PC, Werkbank, Handy, ...)
  • Mehraufwand bei Koordination und Absprachen
  • Mehraufwand Personverwaltung
  • Mehrkosten Unfallversicherung, Berufsgenossenschaft und Betriebskrankenkasse (weiß da jemand mehr?)

Aber ich kann mir nicht vorstellen das die Vorteile unterliegen:

  • weniger Krankmeldungen weil weniger Arbeitsstreß
  • bessere Ausgleichsmöglichkeit wenn doch einer krank ist
  • doppelte Leistungsmöglichkeit wenn mal eine Deadline naht
  • zwei kreative Köpfe statt nur einer, gegenseite Motivation
  • sich ergänzende Fähigkeiten

Ich denke das hängt viel von der Branche ab, und ob ein Chef sich darauf einlassen würde. Aber einen höheren Kostenpunkt auf Seiten des Arbeitgebers kann ich nicht wirklich erkennen. Oder täusch ich mich?

Fall 1 kostet weniger

Wieso sollte zwei Teilzeitarbeiter billiger sein?

Angenommen, der Lohn ist bei der haben Arbeitszeit auch genau halb so groß. Dann wären die Lohnkosten identisch, egal ob zwei halbe oder ein ganzer.

Aber:

Meistens braucht man für zwei Teilzeitarbeiter auch zwei Arbeitsplätze, Arbeitsmttel, doppelte Verwaltungskosten, doppelter Flächenbedarf.....

Das kann man natürlich verringern, wenn die beiden nacheinander in Schichten arbeiten und den gleichen Arbeitsplatz nutzen.

Teilzeitarbeit ist also teurer, lediglich die flexible Einteilung der Arbeitszeit kann ein Vorteil sein.

Aber wenn ein Teilzeitmitarbeiter (sagen wie 20 Std/Woche) im Krankenstand ist, muss die Firma nur für 4 Std. am Tag bezahlen. Den Vollzeitmitarbeiter müssen sie 8 Std. pro Krankentag bezahlen, obwohl er gar nichts arbeitet.

@Lukas1990

Wenn du voraussetzt, dass jeder Mitarbeiter durchschnittlich gleich lange krank ist, dann sind auch zwei Teilzeitarbeiter zusammen genau so lange krank wie eine Vollzeitkraft.

@PeterSchu

Die Kosten sind meiner Meinung nach auch gar nicht der Grund, weshalb es mehr Vollzeitstellen gibt. Gründe sind wie gesagt eher, dass eine Teilzeitstelle nicht zum Leben reicht und vor allem auch, dass immer mehr Unternehmen von den MItarbeitern erwarten kostenlose Überstunden zu machen und möglichst verfügbar zu sein, das geht bei Teilzeit nicht so einfach. Außerdem sind die Aufgaben teils so geschnitten, dass sie schlecht teilbar sind. Wenn in einem Bereich zum Beispiel eine bestimmte Person Ansprechpartner sein soll und wegen einem Projekt angerufen wird, dann weiß die andere Teilzeitkraft eventuell gar nichts davon, acuh nicht was die andere Teilzeitkraft abgesprochen hat und muss einen Kunden vertrösten....

@Minerva1234

Möglichst verfügbar sein kann man aber auch bei Teilzeitstellen!

@Minerva1234

Minerva, natürlich soll man von der Arbeit auch leben können. Aber das ist ja mittlerweile auch bei manchen Vollzeitstellen nur noch schwer möglich.

Und Teilzeitstellen sind ja in erster Linie mal erdacht worden, weil man während der Erziehung der Kinder eventuell wieder teilweise arbeiten möchte und zusätzlich zum Verdienst des Lebenspartners was dazu verdienen kann.

Wenn wir aber in der Realität Teilzeitstellen nicht wollen und bei Vollzeitstellen automatisch erwarten, dass man dazu noch Überstunden macht (und das noch kostenlos), dann müssen wir uns nicht wundern wenn die Familienplanung zu kurz kommt und wir einen Bevölkerungsrückgang haben. Und unsere Renten vielleicht mal in Frage gestellt sind.

Dass manche Jobs kaum für Teilzeit geeignet sind - damit hast du natürlich Recht. Aber im Zeitalter unserer kompletten Vernetzung sollte das auch immer seltener werden.

@PeterSchu

Ich gebe dir vollkommen Recht PeterSchu, aber so sehen es die meisten Unternehmen leider. Nach einem halben Jahr hat man sogar das Recht auf Teilzeit umzustellen, aber in den meisten Firmen ist dies nicht möglich.... Mit der Verfügbarkeit sehe ich es schon so, dass man mit Vollzeit mehr erwartet. Wer jetzt wegen Kindern nur Teilzeit arbeitet, z.B. Vormittags, den kann man nicht endlos Überstunden machen lassen, da eben noch andere Verpflichtungen (wie eben Kinder von der Schule abholen, essen machen etc.) vorliegen und darauf wollen sich Unternehmen nicht unbedingt einstellen, zumindest bei anspruchsvolleren Tätigkeiten. Ich denke, dass man heute bei vielen Jobs sehr eingespannt ist, nicht unbedingt pünktlich Feierabend machen kann etc. Meetings lassen sich auch nicht unbedingt so legen, dass es bei Teilzeitkräften passt, da auf diese dann immer Rücksicht genommen werden muss, ob sie dann an diesem Tag zu dieser Zeit arbeiten oder nicht. Ich denke, dass dies durchaus alles lösbar wäre, aber viele Unternehmen sind da einfach nicht drauf eingestellt und wollen den Mitarbeiter eben voll und ganz. Es kommt natürlich immer auch auf Branche und Beruf an, teils ist es möglich, teils aber auch nicht.

Fall 1 kostet weniger

Das kommt ein bisschen auf Steuerklassen etc. an. 2 Teilzeitarbeitnehmer kosten in der Regel mehr als ein Vollzeitmitarbeiter, obwohl man Teilzeitmitarbeitern meistens noch weniger zahlen möchte als die Hälfte eines Vollzeitangestellten. Na ja, dann gibt es Aufgaben, bei denen man davon ausgeht, dass sie so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass sie eine Person Vollzeit besetzen muss, z.B. bei leitenden Angestellten, da der Ablauf sonst nicht reibunngslos läuft. Und dann kommt noch dazu, dass viele eine Vollzeitstelle wollen, da man von Teilzeitarbeit oft nicht genug Geld zum Leben hat.

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