Kontopfändung wegen 235 Euro

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zu 1) Ja, soweit es unterhalb der Pfändungsfreigrenze ist (knapp über 1000€ ohne Unterhaltspflichtige). Wenn du Kinder hast oder Ehegatten, nehme Nachweise dafür direkt mit zur Bank. Dann wird der Freibetrag angehoben.

zu 2) Das dauert je nach Bank bis zu 4 Werktage

zu 3) Nur, wenn du monatlich mehr einnahmen hast als die Pfändungsfreigrenze ist. Ansonsten verbleibt dir das Gehalt.

zu 4) Normalerweise wird die Bank entweder den Dispo kündigen und das Gehalt mit diesem verrechnen oder sie wird mit dir eine Rückführung besprechen. Mit Minus auf dem Konto wird das leider etwas kompliziert.

P.S.: Nachdem das beglichen wurde, fordere vom Gläubiger umgehend den "entwerteten Titel im Original" zurück. Damit er nicht später nochmal vollstrecken kann. Diesen Titel hebst du dann min. 30 Jahre auf.

Ansonsten: Überlege dir gut, ob du die Umwandlung in ein P-Konto willst. Besprich mit deiner Bank, ob dir daraus bei der Bonität/ in der Schufa Nachteile entstehen. Oder ob man nicht einfach die Pfändung durchlaufen lässt ohne P-Konto und dann vom Gehalt bezahlen lässt. wenn du ansonsten mit dem Geld hinkommst, wäre das evtl. sogar die bessere Option.

@mepeisen

1) ich hab noch 130 drauf. Das Gehalt kommt am Do/Fr. Wenns klappt kann ich die 130 bekommen? 3) mein Gehalt ist 1360 also reicht es ja dann, ne? 4) Dispo haben wir uns davor schon geeinigt, dass es mtl getilgt wird. Weil ich ja dadurch den negativen Schufa eintrag bekommen habe. die Pfändung kam erst danach.

Das Problem welches ich dadurch jetzt habe ist zeitnot. Ich fahre am Do früh in den Urlaub und brauche dazu noch ganz wichtige Dinge (Campingurlaub) und bis Mi brauch ich die 130 (hab extra meinen Chef um vorschuss gebeten) Das ist ja auch nur der Grund warum ich mich hier her wende. Einfach diese Zeitnot. Wenn ich zumindest ein paar Tage mehr zeit hätte, wäre es ja kein problem, wird abgewartet und gut ist ^^

@mfh9188

Wie gesagt: Kläre das mit deiner Bank. Deine Bank weiß ja auch, wann das Gehalt kommt. Normalerweise geben die dir da etwas Spielraum, bezahlen es, geben dir Geld für den Urlaub und so weiter. Wenn du einen guten Draht zu deinem Kundenberater hast...

@mfh9188

Jetzt versteh ich dich ,in dem Fall solltest du doch das P- Konto vorziehen.

Wenn du es umstellen lässt, kannst du über den Freibetrag verfügen. Allerdings ist das bei einer Pfändung wegen solch eines geringen Betrages nicht zu empfehlen, wenn die Bank mitspielt und das Geld mIt deiner Zustimmung direkt an den Gläubiger überweist. Rein rechtlich ist diese Methode zwar nicht vorgesehen, aber in der Praxis handhaben anscheinend einige Banken das so. Ansonsten bleibt dir nur die Umwandlung, da dein Konto ansonsten bis zur regulären Überweisung an den Gläubiger gesperrt bleibt. Die Überweisung von Gesetzes wegen kann frühestens 4 Wochen nach der Pfändung geschehen.

am 30.7. wurde die Pfändung veranlasst. Was ist nun wenn ich spätestens Freitag Geld bekomme (1.360) kann ich dann zzgl der 235 über mein Geld verfügen? Ich versteh das nicht so richtig mit der sperre bis es beglichen ist, weil es sind ja nur 235 Euro und keine unsummen.

@mfh9188

Dein Gläubiger hat durch erlassenen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss eine Kontopfändung erwirkt. Das Guthaben auf dem Konto ist komplett gepfändet, unabhängig davon, wie hoch der geschuldete Betrag tatsächlich ist. Nach Ablauf von vier Wochen ab Zustellung dieses Beschlusses an die Bank, kann sie den geschuldeten Betrag an den Gläubiger überweisen, sofern die Pfändung das hergibt. Bis dahin kannst du nicht über dein Kontoguthaben verfügen. Richtest du nun ein P-Konto ein, greift ein gesetzlicher Pfändungsschutz in Höhe eines bestimmten Betrages. Meist handelt es sich um den Grundbetrag von 1045,04 Euro. Über diesen kannst du nach Einrichtung des P-Kontos auch verfügen. Ich halte die Einrichtung hier aber nicht für sinnvoll, da du offensichtlich die Forderung ohne Weiteres bezahlen kannst. In so einem Fall bieten die Banken oft an, die Forderung schon vor Ablauf von vier Wochen mit deiner Zustimmung zu begleichen. Dann ist das Konto sofort wieder frei.

@Ronox

ok. Jetzt hab ich es verstanden. Jetzt kommt mein großes Problem. Ich fahre am Do früh in den Urlaub und wollte vorher noch ein paar Dinge besorgen, hab dafür sogar einen Vorschuss von 130 Euro bekommen. Diesen Betrag wollte ich gestern abheben was ich aber nicht bekommen habe. Wenn ich ein p-konto erstelle, kann ich über den Betrag bis Donnerstag verfügen oder nicht wenn alles am Mo oder Di klappt?

Allerdings ist das bei einer Pfändung wegen solch eines geringen Betrages nicht zu empfehlen

Man sollte diese Frage nicht von der Höhe des Betrages, sondern eher von den Einkommen und "wichtigeren" Verbindlichkeiten (Miete usw.) abhängig machen. Wenn das alles blöd fällt und man aber dringend Miete und Strom überweisen muss, wenn man sich zudem die 235€ "zusammensparen" muss, ist ein P-Konto ratsam. Sonst ist das Chaos auch gerne mal perfekt und es gibt eine unschöne Kettenreaktion.

Rein rechtlich ist diese Methode zwar nicht vorgesehen

Kann nicht wirklich nachvollziehen, wieso das nicht vorgesehen sein soll oder unmöglich. Wenn man zahlungswillig ist, kann man die Bank anweisen, den Betrag zu pfänden und auszukehren (so man genug Geld hat) und damit ist das ganze dann erledigt. Da braucht man keine Fristen abwarten. Was du meinst ist die Frist, die man ab PfÜB Zeit hat, bis man das P-Konto beantragen kann. Das ist ein Recht, auf das der Schuldner aber problemlos verzichten kann. genauso wie er auf die Umwandlung in ein P-Konto verzichten kann. In den Folgemonaten beispielsweise kann am Tag des Gehaltseingangs (oberhalb der Freigrenze) gepfändet und auch direkt an den Gläubiger ausgekehrt werden.

@mepeisen
Man sollte diese Frage nicht von der Höhe des Betrages, sondern eher von den Einkommen und "wichtigeren" Verbindlichkeiten (Miete usw.) abhängig machen. Wenn das alles blöd fällt und man aber dringend Miete und Strom überweisen muss, wenn man sich zudem die 235€ "zusammensparen" muss, ist ein P-Konto ratsam. Sonst ist das Chaos auch gerne mal perfekt und es gibt eine unschöne Kettenreaktion.

Das ist klar. Meine Antwort war auch eher darauf bezogen, wenn er von der u.g. Möglichkeit Gebrauch machen sollte, weil er das Geld ja anscheinend hat.

Kann nicht wirklich nachvollziehen, wieso das nicht vorgesehen sein soll oder unmöglich.

Weil ein Inhibitorium besteht, und Verfügungen des Schuldners über die gepfändete Forderung relativ unwirksam sind. Das Arrestatorium hindert die Bank daran, an den Schuldner zu leisten bzw. ihm Verfügungen zu gestatten. Wobei man hier sicherlich auch argumentieren könnte, dass eine Verfügung über die Forderung zugunsten des Gläubigers nicht vom Inhibitorium umfasst ist, bzw. wirksam wäre. Klingt für mich bei nochmaligem Nachdenken stimmig. Wie dem auch sei, freut sich der Gläubiger natürlich darüber und wird einen Teufel tun, das Ganze rechtlich zu hinterfragen, weswegen die Banken das in der Praxis wohl auch gestatten oder gar darauf hinwirken.

Da braucht man keine Fristen abwarten. Was du meinst ist die Frist, die man ab PfÜB Zeit hat, bis man das P-Konto beantragen kann.

Nein, ich meinte die vierwöchige Frist ab Zustellung des PfÜBs an den Drittschuldner bis zur Überweisung, die § 835 III ZPO vorsieht.

@Ronox
Das Arrestatorium hindert die Bank daran, an den Schuldner zu leisten bzw. ihm Verfügungen zu gestatten

Das hindert die Bank definitiv nicht daran, mit dem Schuldner die sofortige Begleichung der Forderung zu vereinbaren. Sobald die Bank im Schuldnerauftrag an den pfändenden Gläubiger leistet, erlischt das Anrecht des Vollstreckungsgläubigers gegenüber der Bank (dem Drittschuldner) auf die Leistung, denn die wurde ja bewirkt. Die Pfändung wurde erfüllt, sie war erfolgreich und damit ist sowohl die Zielsetzung des Arrestes als auch die Zielsetzung des Pfändungsbeschlusses erfüllt.

Nein, ich meinte die vierwöchige Frist ab Zustellung des PfÜBs an den Drittschuldner bis zur Überweisung, die § 835 III ZPO vorsieht.

Das ist durchaus dasselbe bzw. es gibt im §835 ZPO nicht ohne Grund den Querverweis auf das P-Konto. Die Fristen sind absichtlich so gewählt, dass bei Nicht-Mitwirkung des Schuldners genügend Frist bleibt, um beispielsweise per Vollstreckungsabwehrklage und damit verbundener einstweiligen Anordnung dagegen vorzugehen. Damit nicht der Schuldner stets vor vollendete Tatsachen gestellt wird, wenn er gute (und rechtlich gültige) Argumente gegen die Pfändung hat.

Mir fällt kein Grund ein, warum Gerichte diese Praxis auch jemals in Frage stellen sollten. Der Gläubiger kann ja schlecht darauf klagen, dass ihn das Geld später erreichen soll. Er hat auch keinerlei Nachteil. Und wenn die Bank im Auftrag des Schuldners handelt, kann auch der Schuldner sich auf nichts berufen. Auch ihm entsteht kein Nachteil. er hat ja bewusst auf das Recht, dass diese Frist gewahrt wird, verzichtet.

Wir sind ja hier nicht im Strafrecht, wo ich zu XX Tage Arrest in einer JVA verurteilt werde und dann einfach so mit irgendeiner Maßnahme der Arrest erlischt. Wir sind im Zivilrecht, wo der Arrest dazu dient, die Pfändung durchzusetzen.

Wenn du die Pfändung bedienen kannst ,brauchst du eigentlich kein e Umwandlung zum P- Konto.Wenn doch dann kannst du längstens nach drei Tagen über dein Geld verfügen,kann aber auch schneller gehen.

Du mußt doch nun gar nichts mehr veranlassen, das macht doch die Bank für dich und gut ist. Alles ganz einfach, bis auf die Kosten und Lasten der Pfändung.

Die Bank macht das nicht automatisch. Man muss die Umwandlung zum P-Konto selbst beantragen. Dabei (ggf. schriftlich) bestätigen, dass man sonst kein zweites P-Konto hat usw.

@mepeisen

Wie P und Umwandlung? Wenn ich eine Pfändung an die Bank zustellen lasse, bekomme ich von dieser meine Forderung aus dem Konto, wenn denn eine Deckung da ist. Also bitte! ... und da muß ein Schuldner nichts, aber auch gar nichts für veranlassen, so wie ja hier auch aus der Frage zu ersehen ist.

@schleudermaxe

Die Frage des TE war, wie das mit der Umwandlung auf ein Pfändungsschutzkonto funktioniert, damit er wieder an sein Geld kann. Und meine Klarstellung war darauf, dass genau das nicht automatisch funktioniert... Da muss man schon selbst etwas veranlassen.

Wenn man sofort zahlen will, dann sollte man auch sofort reagieren und der Bank sagen, dass sie das doch bitte überweisen möge und dann das Konto freigeben solle. Ansonsten muss die Bank gemäß ZPO 4 Wochen warten, um dem TE die Gelegenheit zu geben, das Konto in ein P-Konto umzuwandeln.

Macht man einfach gar nichts, bleibt das Konto wenigstens etwa 4 Wochen gesperrt!

@mepeisen

... und warum denn bitte ein P-Konto! Der Schuldner bekommt eine einzige Pfändung und die liegt im derzeitigen Konto und er verfügt über diese Summe und somit ist doch keinerlei Handlungsbedarf und nichts anderes schlage ich vor. Seit wann bitte gibt es denn P Dinger rückwirkend?

@schleudermaxe

Weil er, wie er nun klar stellte, zeitnah das Geld, was derzeit drauf ist, benötigt, vielleicht?

Wenn du ihm davon abrätst, dann tu es. Ist auch völlig in Ordnung. Aber nicht einfach irgendeinen Halbsatz, der dann bezogen auf die Frage des TE einfach falsch ist, in den Raum stellen. Hier geht's um Geld und um ernsthafte Dinge. Da sollte man nicht einfach solche falschen Halbsätze hinschreiben.

@mepeisen

Ach, und dieses Geld bekommt er duch Umstellung auf das P-Konto? Das Konto wird doch freigegeben, wenn die aktuelle Pfändung bedient wurde und dies soll doch aktuell geschehen, so jedenfalls die Frage. Und dsomit ist doch alles schon erledigt.

@schleudermaxe

Hallo schleudermaxe. Ja, dieses Geld bekomme ich indem ich ein P-Konto erstelle. Ich ließ mir letzte Woche 130 Euro Vorschuss geben, da ich das Geld bis Mittwoch brauche und bis eingang meine Gehaltes nicht warten kann. Da ich es jetzt umgestellt habe, habe ich einen Freibetrag von 1.045 Euro und die 130 Euro kann ich somit ab morgen bzw Mittwoch nutzen. Wäre ich nicht in dieser Zeitnot, hätte ich abgewartet bis das Gehalt da ist und alles wäre gut gewesen. ;)

Ich war gerade bei der Bank. Ich hab mein Konto in ein P-Konto umgewandelt, weil ich das Geld einfach bis Mittwoch brauche. Zur Info für alle die in ähnlicher Situation stecken: Da ich ein Dispo habe, haben wir ein weiteres Konto eröffnet, das Dispo wird auf das neue Konto übertragen und die Tilgung erfolgt automatisch von meinem Hauptkonto auf das Dispo Konto. Es sind keine weiteren Gebühren angefallen. Die Umstellung von einem P-Konto in ein normales Konto soll auch ohne weitere Probleme möglich sein. (Soll aber kein Hobby werden) Zu der Abzahlung der 235: Die Dame meinte ich brauch dann einfach nur an den Schalten gehen und die überweisung an den Gläubieger veranlassen. Über meine Vorschuss vom Gehalt sollte ich idr. schon morgen wieder verfügen können.

Danke an alle die einen Hilfreichen Beitrag geleistet haben :)

PS. Ich bin eine Sie ;)

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