Ist Kollektivstrafe in der Schule erlaubt?

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Ich sehe keine gesetzliche Grundlage für eine Kollektivstrafe, weder vorsorglich noch im Nachhinein. Man ist so lange unschuldig, bis eine Schuld als erwiesen gilt. Das gilt vor Gericht und sollte erst recht auch in der Schule gelten, wo es sicherlich ein Unterrichtsfach gibt, wo dieser (fettgedruckte) Satz gelehrt werden könnte. Es kann nicht sein, dass jede Schule, ihr eigenes Rechtssystem realisiert und aufgrund dessen Kollektivstrafen ausspricht.

Also in eurem Fall: Verweigern, mit der Begründung, man selbst sei unschuldig und wer etwas gegenteiliges behauptet und eine Strafe fordert, möge Beweise vorbringen. Stösst man damit -bis inkl. des Direktors- auf taube Ohren, dann solltet ihr mal eurer Kultusministerium davon in Kenntnis setzen oder die Presse informieren. Mal sehen, ob euer Lehrerkollgium das dann auch noch lustig und gerechtfertigt findet.

Danke das benutz ich für nen brief an die schule

@Raw98

Mach das, aber formuliere diesen Brief diplomatisch und drohe nicht!!!

BEACHTE VORALLEM (3)!!!

§ 47 SchUG

(1) Im Rahmen der Mitwirkung der Schule an der Erziehung der Schüler (§ 2 des Schulorganisationsgesetzes) hat der Lehrer in seiner Unterrichts- und Erziehungsarbeit die der Erziehungssituation angemessenen persönlichkeits- und gemeinschaftsbildenden Erziehungsmittel anzuwenden, die insbesondere Anerkennung, Aufforderung oder Zurechtweisung sein können. Diese Maßnahmen können auch vom Klassenvorstand und vom Schulleiter (Abteilungsvorstand), in besonderen Fällen auch von der zuständigen Schulbehörde ausgesprochen werden. Der erste Satz gilt auch für Erzieher und Freizeitpädagogen im Betreuungsteil an ganztägigen Schulformen.
(2) Wenn es aus erzieherischen Gründen oder zur Aufrechterhaltung der Ordnung notwendig erscheint, kann der Schulleiter einen Schüler in eine Parallelklasse, bei lehrgangsmäßigen Berufsschulen auch in einen anderen Lehrgang versetzen. Wenn mit einer solchen Maßnahme nicht das Auslangen gefunden werden kann, kann die Schulkonferenz (bei Schulen, die in Fachabteilungen gegliedert sind, die Abteilungskonferenz) die Stellung eines Antrages auf Ausschluß des Schülers (§ 49 Abs. 2) androhen.

(3) Körperliche Züchtigung, beleidigende Äußerungen und Kollektivstrafen sind verboten.

(4) Im Rahmen der Mitwirkung an der Erziehung kann das Verhalten des Schülers außerhalb der Schule berücksichtigt werden; hiebei dürfen nur Maßnahmen gemäß Abs. 1 und § 48 gesetzt werden. Eine Bestrafung für ein Verhalten, das Anlaß zu Maßnahmen der Erziehungsberechtigten, der Kinder- und Jugendhilfe, sonstiger Verwaltungsbehörden oder der Gerichte ist, ist unzulässig.

Gesetz:

Im Zusammenhang mit den Ordnungsmaßnahmen und Erziehungsmitteln ist zu beachten, dass im Schulrecht bei einem Fehlverhalten einzelner Schüler eine Kollektivstrafe nicht verhängt werden darf. Die Verhängung von Kollektivstrafen würde auch zwangsläufig unschuldige Schüler treffen. Dies wäre dann ein Verstoß gegen den elementaren rechtsstaatlichen Grundsatz, dass jede Strafe Schuld im Sinne einer vorwerfbaren Verwirklichung eines Straftatbestandes voraussetzt. Die Schule ist aber als staatliche Einrichtung den Grundsätzen von einem Rechtsstaat unterworfen. Zudem würde die Kollektivstrafe gegen die Menschenwürde verstoßen, weil sie die von ihnen betroffenen Unschuldigen zum bloßen Objekt der Schuldisziplinargewalt erniedrigen würde. Aus diesen Gründen sind Kollektivstrafen im Schulbereich stets unzulässig.

Wenn allerdings:

Die Maßnahmen in der Stunde oder als Hausaufgabe bewiligt werden, besteht kein Grund dies zu verläugnen oder abzuschreiben, wenn sich die Maßnahme allerdings in Grenzen hält. Ansonsten gilt dies als Gesetzverwiegerung.

genau das haben wir ihm gezeigt aber dann kamen die Ausreden

@Raw98

Das ist eine Gesetzverweigerung. Du musst dem Schulleiter die Konsequenzen zeigen und welche folgen es haben kann. Ansonsten musst du es der Schulleitung erzählen. Denn das ist ilegal und missachtung des Gesetzes. Ich hoffe ich konnte dir helfen :)

Bei uns genau das selbe Problem ein paar haben mit papierkügelchen gespuckt dafür muss die ganze Klasse nachsitzen und wir geben auch nicht nach denn das was der Lehrer macht ist illegal und gegen das gesetzt und das man einfach das macht was der Lehrer sagt ist auch nicht in Ordnung deswegen sagen wir das dem Lehrer morgen auch und wenn der trotzdem sagt das wir nach sitzen müssen gehen wir da nicht hin denn das ist illegal und man sollte auch nicht nachgeben denn das ist auch nicht OK lg

Die Antwort kommt zwar etwas spät, aber vieleicht hilft sie ja in Zukunft noch Schülern mit schwierigen Lehrern die s Probleme mit einem Rechtsstaat haben. Weiterhin haben wir in der Klasse gerade ein ähnliches Problem.

"Artikel 33 Genfer Abkommen IV bestimmt, dass keine Person für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das sie nicht persönlich begangen hat. Eine Kollektivstrafe setzt Kollektivschuld voraus. Nach Art. 87 Abs. 3 Genfer Abkommen III und Artikel 33 Genfer Abkommen IV zählen Kollektivstrafen zu den Kriegsverbrechen."   (Wikipedia/Kollektivschuld)

Sehr interessanter und hilfreicher Artikel: http://www.123recht.net/Kollektivstrafen-gegenueber-Schuelern-sind-unzulaessig-__a3288__p2.html

LG, Florian

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