Körperverletzung, Täter Verurteilt = Anwalt stellt mir Rechnung?!

5 Antworten

Ich nehme mal an, dass es dein Anwalt war, der da jetzt Geld haben möchte (nicht der gegnerische Anwalt). Dann lautet das Motto: Wer die Musik bestellt, bezahlt sie auch! Du hast einen Anspruch dieses Geld vom Verursacher (in diesem Fall dem Räuber) zurück zu bekommen, aber zahlen musst erstmal du. Außerdem darfst du Straf- und Zivilrecht nicht vermischen, wenn er strafrechtlich verurteilt wurde, bekommt er nur eine Strafe, weil er so ein böser Junge ist. Deine Kosten (Rechtsanwalt, Krankenhaus, Verdienstausfall, Schmerzensgeld, was er dir geraubt hat etc.) musst du dir zivilrechtlich extra einklagen. Aber auch hier musst du in der Regel in Vorleistung gehen, was deine Anwaltskosten und auch die Gerichtskosten angeht. Wenn er verliert, muss er bezahlen, hat er nichts, bekommst du einen Titel und hast 30 Jahre Zeit, dass Geld von ihm (mit Hilfe eines Gerichtsvollziehers) einzuklagen.

DH! Genau so is das

sorry aber deutsches recht ist was das angeht einfach total schlecht und realitätsfremd!!!! also wenn ich kein festen job habe und bei mir nichts zu holen ist habe ich einen frei schein um straftaten zu begehen... immerhin muss ich eh nichts zahlen?! der mensch lernt nur wenn er scheiße frisst (zahlen oder knast) aber bis es dahin kommt muss man schon ein serienmörder sein...

@RamosFuego

Die Rechtssprechung im Ausland ist noch weitaus weniger nachvollziehbar!

Möglicherweise kann der Täter nix zahlen und jetzt versucht er halt sein Glück bei Dir. Was steht denn in der Rechnung drin? Wie begründet er, daß DU sie zahlen sollst? Was steht im Urteil? Daß ein Vergleich geschlossen wurde? Wer hat die Kosten zu tragen?

In der Rechnung steht nur das normale Fach chinesisch Rechtsauskunft, geführte Telefonate, Papierauslagen ein text steht nicht drinne

Wie bereits von anderen usern ausgeführt, muß der Täter an Dich alles bezahlen, aber Du mußt zunächst alles, was Du beauftragt hast, aus eigener Tasche vorlegen. Das ist nicht nur im deutschen Recht so, sondern überall auf der Welt. Die Schadensersatzansprüche gegen den Täter verjähren in 30 Jahren ab Tatbegehung, also im Jahre 2040. Das Problem ist, daß bei Räubern selten etwas zu holen ist. Wenn Du jetzt Deine Ansprüche gegen den Räuber einklagst, mußt Du wieder zunächst Anwalt und Gericht bezahlen ohne zu wissen, ob bei dem Täter vollstreckt werden kann. Manchmal ist es besser zu warten, denn auch Räuber kommen manchmal zur Vernunft und beginnen zu arbeiten oder gewinnen im Lotto. Wenn Du innerhalb der 30 Jahre klagst und ein positives Urteil bekommst, kannst Du daraus weitere 30 Jahre vollstrecken. Gott schenke Dir ein langes Leben.

Zusatz: Verjährung 30 Jahre bei Schadensersatzansprüchen wegen Körperverletzung (Schmerzensgeld, Krankheitskosten usw). Bei sonstigen Ansprüchen ist die Verjährung kürzer und komplizierter

Den wenigsten Leuten ist bekannt, dass es nach dem Opferentschädigungsrecht (OEG) bei uns möglich ist, einen Antrag auf Versorgung beim zuständigen Versorgungsamt zu stellen. Wenn Du das bisher nicht wusstest, google mal unter Versorgungsamt. Wenn Du als Opfer anerkannt wirst nach einer Begutachtung, werden Dir alle Behandlungskosten erstattet, eventuell auch je nach Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) auch eine Rente gezahlt.

Wenn bei Deinem Gegner nichts zu holen ist, wendet sich dein Anwalt natürlich an Dich weil Du die Klage ja über Ihn eingereicht hast. Das ist ein normales Verfahren, der Anwalt möchte sein Geld ja schließlich irgendwo her bekommen. Die Gerichtskasse bzw. der Staat hat in diesem Fall nichts damit zu tun.

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