Können Erben eine ESt-Erklärung für einen verstorbenen Rentner machen und lohnt es sich?

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Können die Erben nun eine Einkommensteuererklärung einreichen und haben sie ggf. einen rechtlichen Anspruch auf Erstattung?

Ja.

Lohnt es sich überhaupt so eine Erklärung zu machen?

Hängt vom Einzelfall ab. Ganz wichtig ist, ob überhaupt Steuern gezahlt wurden. Das steht auf der Steuerbescheinung drauf. Mehr als das gezahlte wird logischerweise auch nicht erstatte.

Wenn Steuern gezahlt wurden, dann lohnt es sich in jeden Fall, wenn der Rentner nicht bis zu Jahresende Rente bezogen hat. Der Abzug berechnet sich nämlich auf Monatsbasis hochgerechnet aufs Jahr, während bei der Jahressteuererklärung pro Kalenderjahr gerechnet wird.

Ansonsten ein paar Sonderausgaben und evtl. außergewöhnliche Belastung - mehr nicht. Würde das grundsätzlich reichen?

Hier müssen sie zwei Sachen unterscheiden. Eine "Minierklärung", ohne etwas abzustetzen lohnt sich wie gesagt, wenn nur ein Teil des Jahres Bezüge vorhanden waren. Der Aufwand dafür ist recht gering, da man keine Belege braucht. Einfach mit den Zettel zum Finanzamt und die Sache ist in ein paar Minuten erledigt. Einziger Nachteil ist, das man es sich später nicht anders überlegen kann, d.h. man kann wenn der Steuerbescheid einmal rechtskräfig ist, nicht doch noch etwas absetzen. Die Frage ist auch, wie man den Fiskus die Erbenstellung nachweist. Wenn man dafür extra einen Erbschein braucht, wird es auch fraglich.

Ins Detail zu gehen und Einzelposten abzustezen lohnt den Aufwand nur, wenn diese entsprechen hoch sind und auch der Grenzsteuersatz entsprechend ist. Hier sollte man schauen, wieviel Steuern überhaupt noch nach der kleinen Erklärung übrigbleiben.

Wenn der Rentner Lohnsteuer gezahlt hat, und einkommensabhängige Kosten abzusetzen sind, können die Erben die ESt-Erklärung abgeben. Sonst dürfte das wohl uninteressant sein.

Eine evtl. Erstattung fließt in die Erbmasse

Werbungskosten höchstens die Pauschale.

Ansonsten ein paar Sonderausgaben und evtl. außergewöhnliche Belastung - mehr nicht. Würde das grundsätzlich reichen?

@AdoreSunrise

Die wERBUNGSKOSTENPAUSCHALE IST JA BEREITS BERÜCkSICHTIGT: dAS BRINGT NICHTS

Außergewöhnliche Belastung wäre nur interessant, wenn 2 % des Einkommens überschritten wurden.

Die Rente ist steuerpflichtiges Einkommen.

Zu wie viel Prozent hängt vom Jahr des erstmaligen Rentenbezugs ab.

Rentner haben keine oder nur wenig Werbungskosten....insofern dürfte es sich nicht lohnen.

Wenn ihr Pech habt und er eine hohe Rente hatte, dürft ihr die Steuern noch nachzahlen.......

Rentner haben keine oder nur wenig Werbungskosten....insofern dürfte es sich nicht lohnen.

Ach?

Gehen wir mal vom Durchschnittsrentner aus, da lohnt sich das schon deswegen nicht, weil von der Rente kein Lohnsteuerabzug erfolgte. Von daher frage ich mich, warum eine derartige Sinnlos-Antwort positiv bewertet wird.

Bei einer Pension sieht das aber schon wieder ganz anders aus und gerade im Todesfall ist es halt so, dass es sich dann dadurch lohnt, weil nicht im gesamten Kalenderjahr Zahlungen erfolgten. Und da lohnt es sich.

@jurafragen

Rentner haben keine oder nur wenig Werbungskosten....insofern dürfte es sich nicht lohnen.

Das ist in den meisten Fällen richtig.

Rentner haben keine oder nur wenig Werbungskosten

Die Werbungskosten sind hier gar nicht die Frage, sondern vor allem unterschiedliche Rentenhöhe in verschieden Monaten. Nehmen wir mal an, er bekommt 1300€ Rente, und die Rentenzahlung endet wegen tod im Juni. Dann liegt er unter dem Grundfreibetrag von 8004€/ Jahr. Die gezahlte Steuer wird komplett erstattet. Auch die Kosten für eine Krankheit sind als außergewohnliche Belastung relevant, wenn sie über der zumutbaren Belastung liegen.

@ichweisnix

Man muß natürlich noch beachten, das die Rente zur zum Teil steuerpflichtig ist, das ist im Beispiel nicht berücksichtigt.

Die Erben als Rechtsnachfolgfer treten in die Fußstapfen des Erblassers.

D. h., dass sie entsprechende Pflichten und Rechte haben wie u. a. die Abgabe der Einkommensteuererklärung des Erblassers.

Eine evtl. Erstattung ist an die erben auszuzahlen bzw. von diesen ist eine evtl. Nachzahlung zu entrichten.

Sofern ein entsprechender Nachlass des Erblassers vorhanden ist, so kann die Nachzahlung problemlos hieraus entrichtet werden. Daher sollte man ein evtl. Girokonto nicht sofort auflösen sondern solange warten bis alle evtl. Forderungen beglichen sind.

Wäre hier eine separate Steuererklärung zu machen oder macht man dies mit der eigenen?

@AdoreSunrise

Was heißt denn mit der eigenen? Gibt's nur einen Erben? Die Erbengemeinschaft existierte vor dem Eintritt des Todes jedenfalls nicht. Sie kann für diesen Zeitraum auch nicht als Steuerpflichtiger fungieren.

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