Kleinunternehmer wird zum Jahreswechsel umsatzsteuerpflichtig

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Ganz allgemein formuliert und 'laut nachgedacht':

a) Die Umsatzgrenze von 17.500 € ist überschritten, und ab dem darauffolgenden Jahr ist man kein Kleinunternehmer mehr. Das ist erst mal Tatsache.

b) Der Gewinn des laufenden Jahres, bzw. des kommenden Jahres:

Bei einer EÜR gilt das Zu- und Abfluss-Prinzip. Daher gibt es hier 2 Möglichkeiten, den Gewinn zu beeinflussen:

b1) Dafür sorgen, dass die eigenen Rechnungen an Kunden in diesem oder (durch spätes Verschicken) im nächsten Jahr bezahlt werden.

b2) Oder selbst beeinflussen, ob Lieferantenrechnungen in diesem Jahr oder erst im nächsten Jahr bezahlt werden können.

das kann ich leider nicht machen, da mir eine gute Lieferantenbeziehung zu wichtig ist. dann würde ich eher auf das neue jahr warten.

Damit sind schon mal Grenzen gesetzt. - Sprich Lieferung und Zahlung sollten nicht zu weit auseinander liegen.

Zwei weitere Punkte (mal über die Umsatzsteuer nachdenken):

Zu b2) Wenn die Ware erst nächstes Jahr bezahlt wird, kann die dann gezahlte Vorsteuer vom Finanzamt zurückerstattet werden. So lange man noch Kleinunternehmer ist, geht das nicht.

Zu b1) Bei den Kunden kommt es darauf an, wie die Preise vereinbart wurden - als Bruttopriese oder als Nettopreise: Wenn es Nettopreise sind und dann ab kommenden Jahr die MwSt. aufgeschlagen wird, ist es für den Frager gewinneutral. Wenn aber Bruttopreise bzw. Gesamtpreise vereinbart wurden, dürfte das Erhalten in diesem Jahr günstiger sein.

Jetzt muss man noch (ggf. zusammen mit einem Steurberater) überlegen, was sich mehr auswirkt: Die gesparte Umsatzstuer oder die durch zeitlich günstig gesteuerten Gewinn gesparte Einkommensteuer. Ich würde mal vermuten, dass man durch die Gewinnbeeinflussung selten Einkommensteuer spart, weil man den G. nur vom einen Jahr in das andere verschiebt und letztlich doch (mit ähnlichem Steuersatz) versteuern muss. Die eingeparte MwSt./USt. könnte da ggf. wesentlich nützlicher sein.

So wie es aussieht, gibt es also bei einer EÜR mehr oder zumindest andere Gestaltungsmöglichkeiten als beim Bilanzieren, wo spätestens ab Erhalt einer Rechnung bzw. Schreiben der eigenen Rechnung festgelegt ist, in welchen Zeitraum das Geld gehört.

in der theorie alles schön und gut , in der praxis ganz einfach!

gewinnermittlung nach 4/3 zufluss - abfluss-prinzip?

bestell die ware Anfang oder mitte Dezember... lass dich gegebenfalls vom Großhändler anmahnen und bezahl die in 2011 bestellte Ware erst im Januar 2012, damit bekommst du die VoSt wieder und hat den ABfluss im Jahre 2012

Nach § 11 Abs. 2 Satz 1 EStG sind Ausgaben für das Kj. abzusetzen, in dem sie geleistet worden sind. ( Natürlich mit Ausnahmen , die aber auf deinen Fall nicht zutreffen )

das kann ich leider nicht machen, da mir eine gute lieferantenbeziehung zu wichtig ist. dann würde ich eher auf das neue jahr warten. aber trotzdem danke für den tipp!

einen anderen weg gibt es nicht? :/

mit dem rechnungsdatum könnte man auch nichts erreichen, richtig ? also dass man die rechnung auf 2012 ausstellen lässt, dürfte nichts ändern, oder?

Es ist nicht ersichtlich seit wann das Gewerbe betrieben wird, ist aber bei dieser Frage von Relevanz.

Wenn folgende Bedingungen erfüllt sind, kann er auch weiterhin die Kleinunternehmerregelung für sich beanspruchen:

Wenn der Umsatz im ersten Geschäftsjahr (also 2010) unter 17.500 Euro lag und der Umsatz im laufenden Jahr (also 2011) voraussichtlich unter 50.000 Euro (beide Bedingungen müssen erfüllt sein) liegt, gilt die Kleinunternehmerregelung auch noch für das Jahr 2012.

Einfach gesagt:

Übersteigt der Jahresumsatz die 17.500 Euro bereits im ersten Geschäftsjahr so macht es sich Steuerpflichtig.

Hat er im Folgejahr mehr als 50.000 Euro Umsatz macht er sich ebenfalls steuerpflichtig.

Nun verliere ich den Glauben an die Ernsthaftigkeit dieser Frage. Täusche ich mich wenn ich den folgenden Link von Deiner Frage vom 18.10.2011 ansehe?

http://www.gutefrage.net/frage/vom-kleinunternehmer-zur-ug-haftungsbeschraenkt

Du weist nicht was Du tust und versuchst Dich scheinbar nicht einmal ernsthaft mit diesen Themen auseinander zusetzen. Du sprichst in der dritten Person, die es ja eigentlich gar nicht gibt. Sorry, einfach nur peinlich.

@ferndiagnose

ich verstehe die feindseligkeit nicht ganz, aber ok...

der von dir gepostete link enthält ein anderes thema. und ich spreche in der dritten person, weil ich die sachlage möglichst allgemein halten wollte und nicht nur auf mich beziehen wollte. ich schätze, du hast da etwas falsch verstanden / interpretiert.

achso: und was du zur kleinunternehmerreglung geschrieben hast, ist meines wissens nach falsch. wenn der umsatz 2011 über 17.500 euro liegt, ist der unternehmer ab 2012 regelbesteuert...

Das mit dem Vorziehen des Wareneinkaufs ist eine Methode, mit der Du einen großen Stein im Brett beim Finanzamt haben wirst. Einmal kannst Du ohne Bilanz den Wareneingang nicht über den Bestand neutralisieren. Und außerdem ist die Vorsteuer aus Deinem Einkauf bei Deinen Zahlen verloren. Es gibt zwar theoretisch die Möglichkeit der Berichtigung des Vorsteuerabzugs beim Wechsel der Besteuerungsart nach § 15a Umsatzsteuergesetz; hier existiert jedoch eine Bagatellgrenz von 1.000 €. Vorsteuern unter diesem Betrag können auch nicht teilweise im Jahr der ersten Regelbesteuerung geltend gemacht werden.

Das mit der Umsatzsteuer wäre in diesem Fall zu vernachlässigen. Das Neutralisieren (gute Formulierung) dieses Einkaufs ist also ohne Bilanz tatsächlich nicht möglich?

@kauser

Wieso wäre das mit der Vorsteuer zu vernachlässigen? Du unterliegst im nächsten Jahr der Regelbesteuerung, das heißt, von jedem Euro Umsatz zahlst Du entweder 19% uder 7 % Umsatzsteuer, also 16 oder 6,5 Eurocent Umsatzsteuer, und aus dem vorgezogenen Wareneinkauf von 5.000 € verlierst Du je nach dem 798 oder 327 Euro Vorsteuern. Das mindert zwar den Gewinn, weil der Wareneingang Bruttokosten ist, aber ist der endgültige Verlust der anzurechnenden Vorsteuern tatsächlich zu vernachlässigen? Wenn das Dein Standpunkt ist, dann habe ich Recht mit dem Stein im Brett bei der Finanzverwaltung. Und ja, nur bei der Bilanzierung wird der Wareneinsatz aus dem Wareneinkauf zuzüglich Warenanfangsbestand und abzüglich Warenendbestand ermittelt.

Bei EÜR gilt Zufluss-/Abflussprinzip, Ausgaben sind anzusetzen, wenn sie geleistet wurden. Eine periodenbezogene Zuordnung erreichst du nur über Bilanzierung. Du kannst doch im nächsten Jahr auch wieder "vor"einkaufen...

Was hat dein Gewinnoptimierungsproblem eigentlich mit der Umstellung auf Regelbesteuerung zu tun (siehe Überschrift)?

An sich nicht viel, geht ja hier nicht in erster Linie um die umsatzsteuerlichen Nachteile. Wollte mit der Überschrift und der genauen Schilderung des Falls nur erreichen, dass die Leser wissen, worum es geht.

Die Antworten sind scheinbar eindeutig: Ohne Bilanzierung wird das wohl nichts...schade...

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