kleinunternehmer rechnung ohne mehrwertsteuer ausweisen...probleme?

5 Antworten

Eigentlich ist diese Frage einfach beantwortet: Der Kunde kann die Rechnung natürlich in voller Höhe als Betriebsausgabe geltend machen. Allerdings ist es nicht möglich, dadurch die Umsatzsteuerzahllast zu senken. Das ist für den Kunden natürlich als nachteilig anzusehen. Mehr zur Kleinunternehmerschaft findest du hier:

http://www.gruenderlexikon.de/ratgeber/wechsel-vom-kleinunternehmer-zur-regelbesteurung

Viele Firmen wollen sich eben die Vorsteuer aus Deiner Rg. ziehen. Nach § 19 USTG geht das leider nicht.

Mußt Du mal sehen, ob Du im Wettbewerb günstiger sein kannst als übliche, größere Firmen, die dann die Eingangsrechung quasi von Wettbewerbern netto beziehen können.

@Cartman: Blödsinn! Das trifft nur auf jemanden zu, der Handel betreibt! Für die meisten freien Berufe sieht das völlig anders aus! Für einen Musiklehrer, der von Zuhause unterrichtet, macht das erstmal überhaupt keinen Unterschied. Oder die beratenden Berufe wie zB der Steuerberater. Der hat so geringe Betriebsausgaben, dass es sich wirklich lohnt, auf Kleinnternehmerregelung zu verzichten. Kein Steuerberater arbeitet als Kleinunternehmer! Wieso wohl? Weil es sich für ihn rechnet. Oder meinst du auch, der sollte wohl besser nichts mit Zahlen machen^^

@Cartman1: Deine Rechnung ist falsch. Also zuerst einmal darf man von einem Bruttobetrag nicht 19% abziehen, um auf den Nettobetrag zu kommen. Denn die Umsatzsteuer von 19% wird auf den Nettobetrag aufgeschlagen. D.h. bei Netto 100 Euro sind es brutto 119 Euro. Wenn ich jetzt, wie Du es getan hast, von brutto (119 Euro) 19% abziehen würde, käme ein Nettobetrag von 96,39 Euro raus. Sollte auch klar sein, wenn man sich klarmacht, dass 19% von zwei unterschiedlich hohen Beträgen (Netto und Brutto) auch zu zwei unterschiedlichen Beträgen führt. Zum anderen ist Deine Gewinnermittlung aber auch an sich falsch. Um auf Dein Beispiel zu kommen. Brutto Wareneinkauf 100 Euro. Wiederverkauf zu 105 Euro brutto ergibt einen Gewinn von 5 Euro. Soweit richtig. Darf ich aber die USt. abziehen, muss ich wie folgt vorgehen: Einkauf brutto 100 Euro. Vorsteuerabzug 19% ergibt einen Abzug von 16 Euro, also Nettoeinkaufspreis 84 Euro. Wiederverkaufswert brutto 105 Euro = netto 88 Euro (17 Euro USt.). Aus der Differenz von abzuführender USt. (17 Euro) zur verrechnungsfähigen Vorsteuer (16 Euro) ergibt sich ein Ergebnis von 1 Euro, d.h. ich muss 1 Euro an das FA abdrücken. Für die Ergebnisermittlung gilt dann natürlich netto Verkaufspreis abzüglich Netto Einkaufpreis, in Deinem Beispiel also 88 Euro minus 84 Euro = 4 Euro Ergebnis für das vorliegende Geschäft. Sicher hast Du am Ende recht damit, dass im vorliegenden Beispiel der Kleinunternehmer einen Vorteil hat, allerdings ist das Beispiel auch schlecht kalkuliert. Ich kenne niemanden, der mit einer Porduktmarge von 4,20% rechnet. Zudem erhält der NICHT_Kleinunternehmer auch für alle Anschaffungen, die zu den Betriebsausgaben zählen, die Vorsteuer erstattet, d.h. für jeden PC, jedes Handy, jeden Kuli und jedes Baltt Papier die UST. erstattet. Dies kann der Kleinunternehmer jedoch nicht, weswegen die Differenz aus dem Einzelgeschäft viel zu kurzfristig gedacht ist. Und letztlich muss auch der Staat an Unternehmensgeschäften beteiligt sein, um existieren zu können. Ohne die Einnahmen aus der Umsatzsteuer, wäre jeder Staat pleite. Dass Deutschland die Kleinunternehmerregelung eingeführt hat, zeigt aber auch, dass kleineren Unternehmen die Möglichkeit gegeben wird zu wachsen und sich erst später sich an den Kosten im Wirtschaftsgefüge Deutschland zu beteiligen.

Kleinunternehmerschaft lohnt sich nur, wenn man selber wenig Anschaffungen hat, denn von denen kann man sich die Vorsteuer nicht vom FA zurückholen und wenn man viele Kunden hat, die eh nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, z.B. Ärzte, Privatpersonen...

Der Kleinunternehmer darf KEINE Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweisen, auch nicht "darin enthalten"!!! Sonst muß er die USt beim FA abführen und hat somt zu erkennen gegeben, daß er in Zukunft auf die Anwendung des § 19 UStG (Kleinunternehmer) vezichtet und bindet sich für 5 Jahre daran!

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