Kleingewerbe, Familienversicherung und Verlustvortrag

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Abweichend von der Antwort, die Scaver gegeben hat sage ich, dass eine Familienversicherung für Selbständige sehr wohl möglich ist, sofern diese nicht hauptberuflich ist. Im §10 Abs.1 SGB (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__10.html) steht dazu:

Versichert sind der Ehegatte, der Lebenspartner und die Kinder von Mitgliedern sowie die Kinder von familienversicherten Kindern, wenn diese Familienangehörigen...nicht hauptberuflich selbständig erwerbstätig sind...

Hauptberuflich ist eine Selbständigkeit dann, wenn man mehr als 20 Wochenarbeitsstunden dafür aufbringt.

Ein weiterer Punkt, der beachtet werden sollte, ist das Gesamteinkommen. Dieses sollte regelmäßig nicht höher als 395€ im Monat sein (für 2014). Zu Deinem Gesamteinkommen zählt alles, was Du an Geldmitteln zur Verfügung hast, um Deinen Lebensunterhalt zu finanzieren, also Einkommen aus Selbständigkeit, eventuelle Zinseinnahmen, Mieteinnahmen, Arbeitseinkommen aus Minijobs....

Das Einkommen aus der Selbständigkeit wird mit dem Einkommenssteuerbescheid nachgewiesen. Das, was unter "Einkommen aus Gewerbe" steht, ist das Jahreseinkommen der Selbständigkeit. Ein Zwölftel davon sollte im Jahr 2014 die 395€ nicht übersteigen, sonst endet die Familienversicherung, gegebenenfalls auch rückwirkend. Ab Ende der Familienversicherung brauchst Du dann (eventuell auch rückwirkend) eine eigene Versicherung, entweder privat oder freiwillig gesetzlich.

Am besten, Du informierst jetzt schon die Krankenkasse, dass man dort prüfen kann, ob Deine Selbständigkeit haupt- oder nebenberuflich ist. Wenn dann der erste Steuerbescheid aus dem Jahr des Beginns der Selbständigkeit vorliegt, kann die Einkommensgrenze überprüft werden.

Den Verlust, den Du 2013 hast kannst Du vielleicht in 2014 steuerlich geltend machen (Angabe ohne Gewähr, bin kein Steuerexperte), jedoch nicht bei der Familienversicherung- da wird nichts verrechnet und vorgezogen, man geht da allein nach den Zahlen des Steuerbescheides. Wenn also im Steuerbescheid 2013 ein neagtives Einkommen steht, wird es in der Familienversicherung als 0€ gewertet. Steht im Steuerescheid 2014 dann ein positives Einkommen, wird dieses zu einem Zwölftel je Monat bei der Familienversicherung angesetzt. Kommst Du damit über die Einkommensgrenze der Familienversicherung, endet diese zum 31.12.13 und Du brauchst ab 01.01.14 eine eigene Versicherung mit selbstzuzahlenden Beiträgen.

Vielen Dank für Deine hilfreiche Antwort,

das deckt sich leider auch genau mit meinen Informationen. Soweit ich informiert bin, erfolgt ein horizontaler Verlustausgleich mit anderen Einkunftsarten bei Zusammenveranlagung auch mit den Einkünften des Ehepartners. Daher kann der Verlust nicht vorgetragen (vertikal) werden. Das die Deckelung aber 2014 auf 395,- steigt, wußte ich noch noch nicht.

Für Gewerbetreibende zählt eben der JÜ/12, der darf den Betrag nicht überschreiten. Für Freiberufler zählt wohl der tatsächliche monatliche Betrag (dafür darf dieser wohl zweimal überschritten sein. Vorsicht bei Anruf KK, da sich dort gerne die Begriffe vermischen!).

Die KK ist selbstverständlich informiert und ich würde auch jedem empfehlen, das vor Aufnahme der Tätigkeit zu tun.

Bin begeistert, tolle Community!

@rosenrot01

Vielen Dank für den Stern!

Ich bin familienversichert und habe in diesem Jahr ein Kleingewerbe angemeldet.

Du lügst, es gibt keine Kleingewerbe.

Kann ich den Verlust nun vortragen und auch auf die Familienversicherung mit anrechnen, sprich von den zukünftigen Einnahmen abziehen?

Nö. Aber wenn dein Gewinn in 2013 monatlich 385,- € nicht überstiegen hat, interessiert es die KV auch nicht. Schick denen dennoch den ESt-Bescheid.

Hallo,

danke für die Antwort. Die Option zum Kleingewerbe (siehe auch Wiki) habe ich bereits vor einem Jahr unterschrieben. Das wird einem von Finanzamt nach Gewerbeanmeldung automatisch zugeschickt. Es bedeutet lediglich das der Umsatz bis zu 17.500 Eur gedeckelt ist und man keine Ust ausweisen darf. Folglich kann man auch keine Vst abziehen. Das ist einmal angenehm vom dt. Steuerrecht, da eine monatliche Aufstellung den Rahmen eines Kleinunternehmers überschreitet.

Leider möchte meine KK nicht den ESt-Bescheid abwarten sondern natürlich vorab die E-Ü-Rechnung haben. Selbstverständlich habe ich das Gewerbe bei meiner KK gleich angemeldet und auch die Grenzen dargelegt.

LG

Wenn Du ein Kleingewerbe hast, also Selbständig bist, kannst Du gar nicht familienversichert sein (sofern es keine weiteren Umstände dazu gibt; also 18+, keinen anderen Job, nicht in schulischer oder beruflicher Ausbildung usw). Du zählst dann als Selbständiger und musst dich privat oder freiwillig bei einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern.

In dem Fall erwarten dich demnächst Nachzahlungen an Krankenversicherungsbeiträgen.

Und zum Rest: Der Steuerbescheid gilt zur Berechnung der Beiträge. Es können zur vorläufigen Berechnung auch andere Quellen genommen werden, aber eben nur für die vorläufige Berechnung.

Du solltest das schnell mit deiner Krankenversicherung klären, denn ansonsten drohen dir neben den Nachzahlungen auch Bußgelder und ggf. ein Strafverfahren.

Hallo,

danke für die Antwort. Nach Recherche und Rücksprache selbstverständlich vor (!) Gewerbetätigkeit mit der KK gilt:

1)monatliche Umsätze dürfen 2013 385,- nicht übersteigen (dieser Satz darf zweimal überschritten werden lt..meiner KK, wie hoch oder in Folge habe ich keine wirklich Antwort erhalten/ Freiberufler) nicht bei Gewerbetreibenden (JÜ/12).

2) die Wochenarbeitszeit darf 20h nicht überschreiten. Da reicht es, wenn man das mal so sagt. Wer steht schon mit der Stoppuhr daneben.

Das habe ich schon geklärt. Nur noch einmal für alle anderen dargestellt, die ähnlich wie ich das Web nach Antworten durchforsten.

Hallo,

hier hat das BSG entschieden, dass der Verlustvortrag für die Sozialversicherung ohne Bedeutung ist: Auslegung § 15 SGB IV.

http://lexetius.com/2001,2150

Gruß

RHW

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