Kleingewerbe - Mythen und Fakten?

5 Antworten

Au au au, da hilft auch keine Webseite... Sprich das mit einem guten Steuerberater durch, der kann Dir auch noch ein paar andere Tipps geben. (Nebenbei bemerkt: Gut die Hälfte der obigen Aussagen ist vollkommen falsch...)

  1. Es gibt kein Kleingewerbe. Nur Hauptgewerbe, oder Nebengewerbe.
  2. Kleinunternehmen ist ein Begriff aus der Umsatzsteuer. Wenn der Umsatz im Vorjahr unter 17.500,- Euro war, wird Umsatzsteuer nciht erhoben.
  3. kleine Unternehmen (das hat nicht mit Kleinunternehmen zu tun) brauchen keine Buchhaltung, sondern nur die Zusammenstellung der Einnahmen udn Ausgaben, eine sogenannte Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung zur Ermittlung des Jahresgewinns.
  4. Ein Azubi braucht natürlich für jede andere Tätigkeit ob Zweitjob, oder Selbständigkeit, wie jeder andere Arbeitnehmer auch, die Genehmigung de sChefs. Diese kann unter bestimmten Bedingungen nicht versagt werden.
  5. einmal im Jahr Steuererklärung gilt nur, wenn Kleinunternehmer (also keine Umsatzstuer) udn keine Mitarbeiter, auch keine 450,- Euro Kräfgte.
  6. Kein Unsatzsteuerausweis, kein Vorsteuerabzug ist richtig für Kleinunternehmer.
  7. Die Gesellschaftsform hat mit Kleinunternehmer in der Umsatzstuer ncihts zu tun. Auch eine GbR kann ein Kleinunternehmen sein. auch eine Mini GmbH (UG haftungsbeschränkt), oder OHG. Die Umsatzsteuer ist zu berechnen, wenn man im Vorjahr mehr als 17.500,- Umsatz hatte.
  8. keine zusätzlichen Beiträge zur Krankenversicherung hat nichts mit Kleinunternehmer, oder Nebengewerbe zu tun, sondern nur damit, dass man eine Hauptbeschäftigung hat, die über 20 Stunden pro Woche hat.

Fast alle richtig, aber

  • Haupt- und Nebengewerbe gibt es auch nicht. Es gibt in der Gewerbeanmeldung nur eine Frage, ob das Gewerbe zum Haupt- oder Nebenerwerb ausgeübt werden soll. Diese rein statistische Frage hat aber rechtlich keine Bedeutung. Wenn sich daran etwas ändern, muss auch nix umgemeldet werden (genauso, wie bei der Frage nach den Mitarbeitern).
  • Die Umsatzgrenze von 17.500 € bei Kleinunternehmern gilt nur im ersten Jahr, danach sind es 50.000 €.

Mein Senf zu Nr.7

Wenn du Azubi bist, dann bist du doch bereits kranken versichert und zahlst auch Beiträge. Schau mal auf deinen Lohnzettel.

Denn du darfst dich nur privat versichern, wenn du nirgendwo angestellt bist und mehr als 52 000€ /Jahr verdienst.

Einziges muß: Du mußt beim Gewerbeamt ein Gewerbe anmelden.

  1. Es gibt einen Unterschied zwischen "Buchführung" und "doppelter Buchführung". Eine "Einnahme-Ausgabe Überschussberechnung" muss stattfinden.

  2. Jeder in Lohnabhängigkeit Beschäftigte benötigt die Genehmigung seines Arbeitgebers.

  3. Kommt darauf an. Man kann/muss die Umsatzsteuer eventuell monatlich oder vierteljährlich abrechnen.

  4. Das "Scheingewerbe" nennt sich "Liebhaberei". Das Finanzamt wird das Gewerbe nicht schließen, aber auch nicht fördern.

  5. siehe 3., es ist vom Umsatz abhängig oder ob man freiwillig Umsatzsteuerpflichtig sein möchte.

  6. Es gilt die Gewerbefreiheit. Eine GBR, GmbH usw. darf auch aus nur einem Gesellschafter bestehen. Auch Freiberufler sind richtige/echte Gewerrbetreibende.

  7. Sozialversicherungen wie die Krankenkasse sind Pflicht, dagegen kann man nichts machen. Selbstständige können sich aber nicht gegen Arbeitslosigkeit versichern.

Man muss zwischen muss-kann-darf unterscheiden können.

Alles richtig, außer 7, denn

  • eine GbR kann nicht nur aus einer Person bestehen, denn eine Gesellschaft bestet immer aus mindestens 2 Personen !
  • ein Freiberufler ist eben KEIN Gewerbetreibender ! Das wäre ein schwarzer Schimmel...

Keine Buchführung vorgeschrieben

Es ist keine doppelte Buchführung nach dem Handelsrecht oder nach den Steuergesetzen erforderlich. Es muss aber eine Einnahmen-Überschussrechnung aufgestellt werden (Gewinnermittlung).

Ein Azubi braucht zur Gründung die Genehmigung des Chefs

Das wird eine Nebenpflicht aus dem Ausbildungsvertrag sein. Die gewerbliche Tätigkeit darf die Ausbildung nicht gefährden, auch darfst du deinem Ausbildungsbetrieb ggf, keine Konkurrenz machen

Ein mal im Jahr eine Steuererklärung - sonst hat man wirklich nichts mit Steuern/Finanzamt am Hut

Das kommt auf die Höhe deines Umsatzes an und darauf, ob du ggf. auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung im Umsatzsteuerrecht verzichtest.

Wenn ich zu wenig Umsatz oder gar Verlust mache, "schließt" mir das Finanzamt das Kleingewerbe wegen einem Scheingewerbe

Nein. Es kann allerdings sein, dass in bestimmten Konstellationen deine Verluste nicht steuermindernd berücksichtigt werden ("Liebhaberei", also das Finanzamt geht davon aus, dass es sich nur um ein Hobby handelt)

Vorsteuer/Umsatzsteuer darf man nicht verrechnen/absetzen/zurückfordern

Den Begriff des "Kleingewerbes" gibt es nicht. Es gibt im Umsatzsteuergesetz eine Kleinunternehmerregelung auf deren Anwendung auch verzichtet werden kann.

Ein "richtiges" Gewerbe (GbR, GmbH, OHG...) darf auf meine Nettorechnungen einfach die Umsatzsteuer draufrechnen

Warum sollten fremde Unternehmer auf deine Rechnungen Steuern erheben? Auch ein Einzelunternehmen ist ein "richtiges" Gewerbe.

Als Kleingewerbetreibender muss ich mich nicht Privat versichern (Sozialversicherungen)

Das kommt auf die näheren Umstände an.

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