Kleiner Unfall. Wer zahlt?

4 Antworten

Den Schaden am gegnerischen Fahrzeug zahlt die Haftpflichtversicherung des Autos. Der Firmenchef kann seinen Schaden (am Auto und den möglichen SFR Verlust) nach dem Verschuldensgrad ganz oder teilweise vom Mitarbeiter zurückfordern. Wenn der Mitarbeiter absichtlich nicht die Handbremse angezogen hat, weil er dachte, das Auto wird schon nicht zurückrollen, wäre das grob fahrlässig. Dann muß der Mitarbeiter einen Großteil des Schadens übernehmen. Wenn er es vergessen hat, ist das m.E. nur leicht fahrlässig. Solche Schäden sind Unternehmensrisiko.

Der Chef muss das auch nicht bezahlen, er kann ihn aber seiner KfZ-Versicherung melden. Wird er aber vielleicht nicht tun wollen, um seinen SFR nicht zu verlieren. Also fordert er den Schaden von seinem MItarbeiter. Wenn sich der Schaden im Zusammenhang mit der Verrichtung seiner beruflichen Tätigkeit ereignet hat (z.B. abstellen des Fahrzeugs nach Beendigung der beruflich bedingten Reise), gibt es eine arbeitsrechtliche Rechtssprechung für solche Fälle. wie der AG beim AN seinen Schaden regressieren kann. Bei Vorliegen einer "leichten Fahrlässigkeit" kann er keinen Schadensersatz fordern. Bei Vorliegen einer "groben Fahrlässigkeit" auf jeden Fall in voller Höhe. Bei einem Verschuldensgrad dazwischen hat er einen prozentualen Ersatzanspruch in Höhe des Grades des Verschuldens. Der hängt sehr stark vom Einzelfall ab und kann daher hier nicht so einfach beziffert werden. Das nicht ausreichende Anziehen einer Handbremse halte ich - ohne die genauen Hintergründe zu kennen, für "leichte Fahrlässigkeit", womit der AG für den Schaden alleine aufkommen müsste.

Hat der Arbeitnehmer das Fahrzeug jedoch nach einer privaten Fahrt das Fahrzeug abgestellt, wird er den von ihm verursachten Schaden alleine aufkommen müssen.

Die Antwort von "Ballerbirne" ist bezüglich der PHV nicht richtig! Diese kommt nicht für Schäden auf, die im Zusammenhang stehen mit dem Führern eines Motorfahrzeugs (Benzinklausel). Sie würde den Schaden ablehnen.

Danke für die genaue Erklärung :)

Den Schaden am fremden Fahrzeug zahlt die Haftpflichtversicherung des Firmenwagens. Der Halter des geschädigten Fahrzeuges ist damit auf jeden Fall abgedeckt.

Was im Innenverhältnis zwischen Deinem Schwager und seinem Chef passiert ist völlig unklar. Da kommt es darauf an, ob und wie die Dienstwagenüberlassung zwischen Deinem Schwager und seinem Chef geregelt ist.

Das gilt jetzt sowohl für die Frage ob und inwieweit den Schwager für den Schaden am Dienstwagen aufkommen muss und ob und inwieweit er für den Schaden am Fremdfahrzeug vom Chef in Regreß genommen werden kann.

Den Schaden hat er außerhalb seiner Dienstzeit auf seinem Privatgelände angerichtet.

Daher muss er auch dafür aufkommen.

Möglicherweise hat er ja eine private Haftpflichtversicherung, die diese Schäden abdeckt.

Dass der Schaden ausserhalb der Dienstzeit entstanden ist kann so aus der Fragestellung nicht entnommen werden. Das Fahrzeug kann auch nach Beenden einer beruflich veranlassten Fahrt abgestellt worden sein. Dann würde es noch zur Dienstzeit zählen.

Eine PHV bezahlt grundsätzlich keine Schäden, die im Zusammenhang stehen mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges. Durch die sog. Benzinklausel sind derartige Schäden ausgeschlossen.

Bitte keine falschen Anworten geben, wenn man nicht richtig Bescheid weiss.

@robe53

Danke :)

Was möchtest Du wissen?