Klassenkonferenz - eine Art Schulgericht?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das Ganze hat klar 2 Dimensionen: einmal ist er bei einer Schulveranstaltung erwischt worden, hat möglicherweise mit seinen Joints auch andere Mitschüler gefährdet. Das fällt natürlich in die Zuständigkeit der Schule. Und die Schule will natürlich auch wissen ob noch mehr Schüler involviert sind. Zum anderen gehts hier um eine strafbare Handlung und da weiß ich nicht ob dein Sohn drei Joints noch als Eigenkonsum deklarieren kann. Ich würde nicht mauern. Ich würde mich danach richten inwieweit Dein Sohn zu dieser Sache steht, inwieweit er wirklich einsehen kann, daß er einen ziemlichen Mist gebaut hat. Nur dann würde ich ihn schützen, wenns zu heftig wird. Ansonsten gibt es die gängige Ansicht, daß es beim Ersten mal richtig "krachen" muß, da wirkt noch die Abschreckung. Ich wünsche, daß alle die Chance haben daraus zu lernen.

Ich geh mal davon aus, dass die Beteiligten ja Pädagogen sind und eher erzieherisch wirken wollen als strafend. Dein Sohn wird eine Möglichkeit erhalten, zu seinem Fehler Stellung zu nehmen. Da versuchen die Beteiligten, sich ein Bild zu machen, ob der Junge für die Schule noch tragbar ist, oder ob ein Schulwechsel für ihn und die Mitschüler der sinnvollere Weg ist. Wenn dein Sohn sich "einsichtig" zeigt, also sein Verhältnis zu drogen reflektiert, wird ihm schon nicht passieren.

In dem Fall würde ich den Sohn mal nicht zu viel schützen, er hat es sich eingebrockt, also muss er es auch auslöffeln. Das ist es was er daraus lernen muss. Du bist ja dabei und kannst einschreiten wenn es zuviel oder unsachlich wird. Ich würde mir da jetzt nicht die Frage stellen was die gesetzlich dürfen außer bei den Konsequenzen.

Vor ein GERICHT geht diese Sache sicher nicht ( es sei denn, Dein Sohn hätte gedealt) , aber die Schule hat das Recht und auch die PFLICHT, dieses Vergehen Deines Sohnes zu untersuchen und auch - mit dem Maßnahmenkatalog, den eine Schule per Gesetz anwenden darf - bestrafen. Auch Joints sind bei Schulveranstaltungen natürlich nicht zuzulasssen.

Die Klassenkonferenz untersucht den Fall, und ,um zu einem "Urteil" zu kommen, MÜSSEN alle Beteiligten gehört und befragt werden - eben DAMIT ein pädagogisch angemessener Beschluss gefasst werden kann. Die Klassenkonferenz, die natürlich nicht aus Scharfrichtern besteht, gehört NICHT zu den "Mühlen der Justiz", sondern ist eine innerschulische Angelegenheit.

EINE positive Folge des Verfahrens ist, dass Dein Sohn diese Sache und die zu erwartende "pädagagogische Maßnahme" als Warnung versteht. Soltle Dein Sohn zu allerersten Mal negativ aufgefallen sein, kann ihm in disem Verfahren nicht allzuviel passieren: schriftlicher Verweis, ein paar Sozialstunden. Ein VERWEIS ist eine schriftliche ERMAHNUNG, die unterste Stufe der Maßnahmen. Zur einer Verweisung von der Schule kommt es beim Erstfall ganz sicher NICHT.

Die Zeiten von Roland Freisler sind schon ein paar Tage her.

Die Teilnahme an einer Klassenkonferenz ist grundsätzlich freiwillig. Wer also inquisitorische Fragen fürchtet, sollte durch Abwesendheit seine Haltung zum Procedere zum Ausdruck bringen.

Ein Verfahren wegen Besizes von drei Joints wird in aller Regel vom sachbearbeitenden Staatsanwalt eingestellt (sog. " Geringe Menge, Eigenbedarfsregelung"...liegt in den meisten Bundesländern bei 6 g Cannabisprodukten.)

Die Zeiten ändern sich, deshalb muss auch die Hatz und die Hetze langsam ein Ende finden. Einfach mal "Uruguay Cannabis" oder "Colorado Cannabis" oder "Washington Cannabis" googeln und zum Abschluss - quasi als Dessert - einen Blick auf diese Liste http://www.mpp.org/outreach/top-50-marijuana-users-list.html?page=1 schmeißen, um sich zu vergewissern, dass aus "unartigen Schülern" durchaus Führungsnaturen erwachsen können, sofern diese entsprechenden Support durch ihre Eltern erfahren haben...

Was möchtest Du wissen?