Kirchenaustritt vollzogen - Eltern wurden durch Ämter/Pfarrer informiert - Steuergeheimnis?!

5 Antworten

Was hat das mit dem Steuerrecht zu tun?

Der Austritt muss logischerweise der Kirche mitgeteilt werden. Deine kirchliche "Akte" wird in der Gemeinde geführt in der Du getauft wurdest, so das es die Kirche auch dahin melden durfte.

Frage ist lediglich ob der Pfarrer den Datenschutz verletzt hat indem er Deine Daten an Dritte weitergab.

@Meandor: Es ist ja noch nicht einmal geklärt, ob der Pfarrer überhaupt tätig wurde in dieser Sache. Das ist ja reine Spekulation des Fragestellers. Sehr wahrscheinlich ist lediglich ein Brief angekommen zu Hause bei seinen Eltern, wo er offensichtlich auch immer noch wohnhaft ist, entweder vom Kirchenamt oder vom Finanzamt.

Auszuschließen ist ja auch nicht, dass die Eltern den Brief geöffnet haben, weil sie glaubten es stünde etwas Wichtiges darin.

Habe mich nun dafür entschieden keine weiteren Schritte zu unternehmen. Mittlerweile haben sich die Wogen auch ein wenig geglättet....

Ich bin nicht sicher, ob das eine Frage des Steuerrechts oder der Religionsfreiheit ist. Die gewährleistet nämlich auch das Selbstbestimmungsrecht, keine Angaben über seine Religion zu machen. Das ist hier mMn verletzt worden.

Da solche Fälle öfter vorkommen, wäre es echt interessant zu klären, ob die Kirche tatsächlich berechtigt ist, solche Angaben nach außen zu verbreiten.

Du vermutest, dass es der Pfarrer war. Konntest du deine Eltern denn nicht nach ihrer Informationsquelle fragen? Es ist kein Geheimnis, wenn jemand aus der Kirche ausgetreten ist. Das Standesamt benachrichtigt die Pfarrgemeinde. In der Regel werden die Namen der Ausgetretenen nicht bekannt gemacht.

Wenn aber ein Pfarrer als Seelsorger mit den Eltern des ehemaligen Pfarrmitgliedes spricht, ist das menschlich verstehbar und absolut nicht verwerflich im moralischen Sinne und schon gar nicht gesetzlich strafbar. Er hat gehofft, die Eltern könnten vielleicht noch auf dich einwirken, den letzten Schritt nicht zu tun. Was ist um Himmelswillen daran verwerflich, sich um die Seele eines Menschen zu sorgen? Es ist nicht nur ein Pfarrer, sondern ein Seelsorger. Schweigepflicht gilt nur beim Beichtgeheimnis. Du hast also keine Chancen, einen Pfarrer aus dem Amt zu heben.

Die Kirchensteuer gilt weniger als Steuer als ein Beitrag, mit dem die Kirche arbeiten kann.

Unabhängig davon, dass es doch völlig egal ist, ob Deine Eltern von der Gemeinde oder dem Pfarrer verständigt wurden, oder ob, das Ganze nur durch Zufall herausgekommen ist, kann man hier auf keinen Fall von Steuermißbrauch sprechen!

Du solltest es tunlichst unterlassen, Anzeige gegen den Pfarrer oder die Gemeinde zu erstatten. Auch, wenn Du schon längst dort weggezogen bist, bedenke, dass Deine Eltern immer noch dort leben.

Und sie würden sich sehr wahrscheinlich sehr unwohl fühlen, wenn ihr Sohn größere Aktionen gegen die Gemeinde unternimmt.

Deine Eltern wollen sicher nicht aus der Kirche austreten, das heißt sie werden nach wie vor mit der Gemeinde verbunden bleiben und mit dem Pfarrer.

In dem Fall geht das Wohl Deiner Eltern vor, zumal Dein Wohl in keinster Weise beeinträchtigt ist, da Du ja sowieso dort nicht mehr lebst und mit der Gemeine nichts mehr zu tun hast!

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