Kirchenaustritt unter 18?

8 Antworten

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Ab "14" ist deine Religionszugehörigkeit allein deine Sache. - Deine Eltern dürfen auf diesem Gebiet nicht mehr mitbestimmen, obwohl sie dir auf anderen Lebensgebieten bis zum 18. Geburtstag noch alles mögliche verbieten oder befehlen dürfen.

Du musst ledigleich einen Ausweis und deine Taufbescheinigung mitnehmen, um den amtlichen Teil zu erledigen und ca. EUR 30,-- wegen der anfallenden Verwaltungsgebühren.

Danke !:)

Meine Eltern wollen das aber nicht und daher meine Frage, ob sie mit zum Standesamt müssen, wenn ich dort aus der Kirche austreten will. Sie wollen nämlich nicht mitkommen.

Klare Antwort: Sie müssen nicht. Du musst auch nicht unbedingt aufs Standesamt - es geht auch im Gemeindebüro (dann sep. nochmal zum Finanzamt) oder gar im Bürgeramt. Normalerweise benötigst du auch nur deinen Personalausweis, die Unterschrift deiner Eltern oder ihr Einverständnis brauchst du nicht.

Du kannst natürlich dir auch eine Konfession suchen, die dir eher zusagt :) und dich dann ummelden ;)

Das "Standesamt" ist im Regelfall nur eine Unterabteilung der Gemeindeverwaltung und kein separates "Amt" - nur um keine Verwirrung aufkommen zu lassen.

Außerdem ist ein Gang zm Finanzamt vermutlich nicht nötig, da der Fragesteller noch nicht als Arbeitnehmer angemeldet sein dürfte.

In manchen Bundesländern muss man allerdings den Kirchenaustritt nicht bei der Gemeindeverwaltung, sondern beim Amtsgericht beantragen. - Kann man aber bei der Gemeindevewaltung erfragen.

Das ist sogar das beste Alter, um diesen Schritt zu vollziehen.

Später, wenn du eigenes Einkommen hast, musst du in den meisten Bundesländern eine Austrittsgebühr bezahlen. Im Schnitt um die 30,- Euro, kann aber auch bis 60,- Euro gehen.

Hast du noch kein eigenes Einkommen, kannst du einen Antrag auf Erlass oder Minderung der Gebühr stellen. Der muss nicht bewilligt werden, aber später darfst du den Antrag nicht mal mehr stellen.

Deshalb nimm den gleich formlos aber schriftlich mit Datum, Unterschrift und Adresse, mit aufs Amt. Manche dort wissen nicht mal, dass es die Möglichkeit gibt. Lass dich nicht abwimmeln, verlange auf einer Kopie eine Eingangsbestätigung und, falls dem nicht stattgegeben wird, eine ebenfalls schriftliche Ablehnung.

Schade, dass du austreten willst. Sicher geht das auch ohne Eltern, aber was hindert dich, Kirchenmitglied "auf dem Papier" zu bleiben, nur um keinen Streit mit den Eltern zu bekommen.

Wenn du 18 bist, oder einen Job hast und Kirchensteuer sparen willst, kannst du das doch immer noch machen. (Das ist übrigens meistens der Grund, auch wenn dann oft geheuchelt wird, dass man mit der "Ausrichtung der Kirche" nicht einverstanden ist.)

Denk trotzdem nochmal darüber nach. Die Kirche unterhält viele Einrichtungen, vom Krankenkaus über Kindergarten bis zur Pflege. Klar, in deinem Alter scheint das alles weit weg, aber du musst dir bewusst sein, dass du mit dem Austritt auch die kirchlichen Einrichtungen abwählst.

Es hat schon viele gegeben, die traurig waren, weil sie z.B. nicht kirchlich heiraten konnten weil sie irgendwann einmal ein paar Euro Steuern sparen wollten. Vor kurzem habe ich erlebt, dass Angehörige leider ein Familienmitglied beerdigen mussten und aus allen Wolken fielen, dass keine christliche Beerdigung möglich war, weil der Angehörige "heimlich" aus der Kirche ausgetreten war. - Na ja, das sind Extreme und hoffentlich noch weit weg. - Hoffentlich!

Naja, sagen wir mal so, gute Organisationen an die man sein Geld spenden kann gibt es auch abseits der Kirche.

Und speziell die katholische Kirche hat eine Philosophie, bei der es mich nicht wundert dass die Menschen reihenweise austreten... ist doch schon irgendwie widersprüchig, wenn man Nächstenliebe an den großen Nagel hängt, aber dann gegen Homosexuelle ist. Das ist ebenso lächerlich wie der Aufruf, keine Kondome zu benutzen oder die Meinung zur Sterbehilfe. Also ich hätte genug andere Gründe außer der Kirchensteuer.

Aber nicht dass du dich jetzt angegriffen fühlst oder so - was ja bei so manch anderem User hier oftmals der Fall ist - deine Antwort fand ich schon sehr neutral :)

@Locoloco77

ist doch schon irgendwie widersprüchig, wenn man Nächstenliebe an den großen Nagel hängt, aber dann gegen Homosexuelle ist.

Da siehst du etwas verkehrt: Die katholische Kirche betreut AUCH Homosexuelle, sie ist durchaus auch diakonisch für alle Menschen da. Anders sieht es mit den biblischen Grundlagen und gewissen Sakramenten in der Kirche aus: Homosexualität ist (und das Kirchenübergreifend) als nicht sonderlich gut und als Greuel / Sünde angesehen. Eine (wesentlich) liberalere Leseart sieht dies gemäß Gal 3,28:"Hier ist weder Jude noch Grieche, hier ist weder Sklave noch Freier, hier ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid gemeinsam einer in Christus Jesus" als nicht mehr maßgäblich an, aber die meisten Kirchen beharren auf der Ablehnung der Homosexualität als Norm, weil Homosexuelle nunmal sich nicht natürlich fortpflanzen können. Wenn die Leute deshalb reihenweise austreten würden, dann würden sie in solch liberale Kirchen auch reihenweise wieder eintreten, was aber nicht der Fall ist.

@lugsciath

aber die meisten Kirchen beharren auf der Ablehnung der Homosexualität als Norm,

Mir ist nicht bekannt, daß irgend jemand dafür einträte, Homosexualität als Norm einzuführen. Woher hast Du diese überraschende Einsicht?

Das ist übrigens meistens der Grund, auch wenn dann oft geheuchelt wird, dass man mit der "Ausrichtung der Kirche" nicht einverstanden ist.

Nun, in meinem Fall war es keine Heuchelei, denn ich glaube an das, was in der Bibel steht, und nicht das, was laut Kirchenlehren daraus interpretiert wird. Ich wuchs in evangelischem Glauben auf und stellte in der Jungen Gemeinde der örtlichen Pfarrerin viele Fragen, deren Wahrheit in der Bibel enthalten sind, bei denen aber Einschränkungen durch die evangelische Kirche existieren (und die katholische Kirche ist dahingehend auch nicht besser), und nicht eine Frage konnte sie beantworten, obwohl ich ihr bei den besonders wichtigen Fragen sogar Monate zur Beantwortung gab.

@Locoloco77

ist doch schon irgendwie widersprüchig, wenn man Nächstenliebe an den großen Nagel hängt, aber dann gegen Homosexuelle ist.>

Da ist gar nichts widersprüchlich! Die kath. Kirche ist keineswegs gegen Homosexuelle und heißt sie in ihrer Gemeinschaft ebenso willkommen wie andere. Sie sagt aber, dass praktizierte Sexualität zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern vor Gott eine Sünde ist und dafür gibt es klare biblische Aussagen. Also keine Willkür der Kirche, sondern ein göttliches Gebot. Gott hat Mann und Frau erschaffen, damit sie an Seiner Schöpferkraft teilhaben und sich auch gegenseitig ergänzen. Nächstenliebe ist immer Sorge um das Heil der Seelen. Und die richtet sich nicht nach dem Zeitgeist!

Das ist ebenso lächerlich wie der Aufruf, keine Kondome zu benutzen oder die Meinung zur Sterbehilfe. >

Kondome fördern die eheliche Untreue und damit auch Aids und nur darum geht es. Lächerlich ist eher, wenn jemand meint, er könne mit päpstlicher Erlaubnis ohne Gewissensnot Kondome benutzen aber andererseits ohne göttliche Erlaubnis und ohne Gewissensnot eifrig fremdgeht.

Sterbehilfe? Willst du wirklich erwarten, dass Kirche aktive Sterbehilfe erlaubt? Das wird wohl auch jede andere Kirche als aktive Handlung gegen das 5. Gebot verurteilen.

@Raubkatze45

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@Raubkatze45

Kondome fördern die eheliche Untreue und damit auch Aids

Wer prügelt eigentlich so einen hanebüchenen Unsinn in die Köpfe hinein? Das ist so falsch, so lebensfremd und am Ende in seiner Aussage lebensbedrohend, daß es unbegreiflich ist, wie ein geistig gesunder Mensch auf solche Falschinformationen reinfallen kann. Man sollte solch lebensgefährlichen UInsinn eigentlich löschen lassen.

Also mal zum mitschreiben. Eheliche Untreue hat was mit Gelgenheit und Bedürfnis zu tun und ganz und gar nichts mit Kondomen.

Außerdem:


KONDOME SCHÜTZEN VOR AIDS !!!


Alle mitbekommen? Ok, nochmal:


KONDOME SCHÜTZEN VOR AIDS !!!


@Locoloco77

Beim allem Respekt, aber - ähem - glaubst du tatsächlich an alles was in der Bibel steht?>

Wenn man es so primitiv wie Dieter Nuhr aufarbeitet, sicher nicht. Wenn man aber in der Lage ist, tiefgehender an die Inhalte der Bibel heranzugehen, sicher!

@JTKirk2000

Nun, in meinem Fall war es keine Heuchelei, denn ich glaube an das, was in der Bibel steht, und nicht das, was laut Kirchenlehren daraus interpretiert wird

...deshalb schreibe ich ja auch "oft" und nicht "immer"

Es gibt durchaus andere Gründe aus der Kirche auszutreten. Kirchensteuer ist da nur ein Nebenaspekt. Und doch in meinem Alter ist das nicht ziemlich weit weg, ich bin nur der Meinung, dass ich nur deswegen nicht zur Kirche gehören muss. Ich kann genauso gut an andere Organisationen spenden und weiß, dass ich damit nicht die Kirche unterstütze. Aber danke für deine Antwort ! :)

Die Kirche unterhält viele Einrichtungen, vom Krankenkaus über Kindergarten bis zur Pflege.

Unsinn. Unterhalten werden die samt und sonders vom Staat, also vom Steuerzahlen. Und nicht etwas von der Kirchensteuer. Die Kirchen sind zwar Betreiber, aber finanziert werden auch kirchliche Kindergärten, kirchliche Schulen, Caritas, Diakonie usw. zu 90 % von uns allen. Selbst den aus der Kirche ausgetretenen.

Notfalls wendest Du Dich ans Jugendamt. Dann kriegst Du es in jedem Fall geregelt. Schon mal dran gedacht, was passiert, wenn Du das "hart auf hart" erledigst? Du zahlst keine Kirchensteuer, Du könntest also ohne persönliche Nachteile einfach warten, bis Du das mit 18 allein erledigen kannst, statt einen potentiellen Familienkrieg loszutreten. Deine Eltern haben bis zur Volljährigkeit das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das heißt, daß sie bestimmen dürfen, wo Du Dich aufzuhalten hast, wie der Name schon sagt. Das kann auch eine Kirche sein, selbst, wenn Dir das nicht gefallen sollte. ;-) Das Risiko, daß meine Eltern ihre Möglichkeiten in dieser Weise ausnützen, würde ich nicht eingehen wollen. Gruß, q.

Ja, du hast recht ist wirklich ein guter Gedanke. Danke ! :) Aber, da sie selber nicht wirklich in die Kirche gehen, gehe ich das Risiko lieber ein :)

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