Kindergeldnachzahlung , Jobcenter Ansprüche?

4 Antworten

Das kommt auf den tatsächlichen Sachverhalt an.

Grundsätzlich mindert das Kindergeld den ALG-II-Anspruch - aber nur dann, wenn man es auch tatsächlich bezieht - es ist eine Einnahme wie jede andere auch, die angerechnet würde. Wenn man noch kein Kindergeld bezogen hat, dann kann nichts angerechnet werden; i. d. R. wird man aufgefordert, Kindergeld zu beantragen, weil ALG-II nachrangig ist.

Wenn ich das recht verstehe, bist Du aktuell keine ALG-II-Bezieherin mehr.

Damit ist die Nachzahlung überhaupt nicht anrechenbar, da hier das Zuflußprinzip greift und der Zufluß der Nachzahlung außerhalb des Bewilligungszeitraumes liegt., egal um welche Zeiträume es bei der Nachzahlung geht.

Damit braucht nichts von der Nachzahlung an das Jobcenter abgeführt werden.

Solltest Du aktuell zum Zeitpunkt der Nachzahlung im Leistungsbezug sein, so wird das Kindergeld als laufende Einnahme behandelt (das kann dazu führen, daß im laufenden Monat kein Anspruch auf ALG-II bestehen würde); sie darf nicht auf insgesamt 6 Monate als Einkommen angerechnet werden (BSG (Bundessozialgericht), Urteil vom 24. April 2015 – B 4 AS 32/14)

Eine Rückzahlung käme aber in Frage, wenn der damalige Bescheid vorläufig gewesen wäre und das Kindergeld (welches noch nicht zugeflossen war) nicht den Leistungsbetrag vermindert hätte; dann wäre die volle Leistung (inkl. des eigentlich abzuziehenden Kindergeldes) ausgezahlt worden. Ein Abzug konnte ja grundsätzlich noch nicht erfolgen, weil es noch gar nicht zugeflossen war.

Dann wäre der Teil der ALG-II-Leistung in Höhe des Kindergeldes, sozusagen zunächst als Darlehen ausgezahlt worden und muß nun zurückgezahlt werden - hier spielt dann auch der Zuflußzeitpunkt der Nachzahlung keine Rolle.

Welche Konstellation aber bei Dir vorliegt, kann aus der Ferne nicht beurteilt werden, weil wir die Bescheide nicht kennen.

Auf jeden Fall sollte der Vorgang, sofern eine Rückforderung gestellt wird, von einer fachkundigen Stelle geprüft werden.

@DerSchopenhauer

Ich danke Ihnen für Ihre Antwort. :)

Ich habe mir eine anwältin geholt , da das Jobcenter zusätzlich zu der Kindergeldnachzahlung noch 1200€ mehr fordern angeblich wegen einer Überzahlung , die nicht statt gefunden hat.

Ich gehe einmal davon aus, dass Dir das Jobcenter kein Kindergeld (weil es noch nicht bewilligt/nachgezahlt war) für den Bezugszeitraum 01.09. - 28.02. von Deinen Leistungen in Abzug gebracht hat. Das wollen sie jetzt nachholen. Darauf hat das Jobcenter einen Rückzahlungsanspruch.

Ich hab wie gesagt erst vor 4 wochen erfahren das ich überhaupt kindergeld ansprüche habe. Davor wusste ich noch nichtmal das man Kindergeld bekommt, nur weil man sich um Ausbildungsstellen bemüht.

Es wäre toll wenn ich den größten teil der Nachzahlung behalten könnte da ich momentan meinen Führerschein mache.. aber naja.

Wie hat denn das Jobcenter von dieser Nachzahlung erfahren, wenn du nur bis zum 28.02.218 im Leistungsbezug warst und der Antrag auf Kindergeld erst vor ein paar Wochen gestellt wurde ?

Wenn sie in Vorleistung gegangen sind und dir schon einen Bescheid über eine Erstattung geschickt haben, dann steht da auch was sie von dir möchten.

Auf dem Kindergeldbescheid stand das ich mich bei den Jobcenter melden sollte , damit das jobcenter ansprüche geltend machen kann.

Deswegen hatte ich mich beim Jobcenter gemeldet..:(

@DogDiego

Vorbildlich und vermutlich dämlich. Nicht Wahr ?

@Steffilein1812

Wenn der Antrag auf Kindergeld erst nach dem Leistungsbezug gestellt wurde, dann wäre das Jobcenter aus der Sache raus gewesen, hätte man den Antrag im Leistungsbezug gestellt, dann wäre das Jobcenter in Vorleistung gegangen und hätte selber bei der Familienkasse einen Antrag auf Erstattung gestellt, sie hätten das dann untereinander verrechnet !

Hast du also von September bis Februar deine vollen Leistungen für deinen Bedarf bekommen, dann wären das 5 Monate, da du erst ab Oktober Anspruch hattest, wenn du also ab März aus dem Bezug raus warst, dann dürften max.für diese 5 Monate eine Rückforderung kommen.

Wenn du kein weiteres Einkommen hattest, dann müssten normalerweise ab 18 Jahren auch die 30 € Versicherungspauschale berücksichtigt werden, also bei 5 Monaten noch mal 150 € von der Rückforderung abgezogen werden.

@Steffilein1812

Das würde ich so niemals sagen/schreiben. Ein gutes Gewissen ist doch sehr viel wert. Nicht wahr ?

@isomatte

Ich stehe gerade auf dem Schlauch. Entschuldigung.

Also den Antrag hab ich im Mai gestellt.

Kann das jobcenter mir jetzt von der Nachzahlung was abziehen ja oder nein :/ ..

Entschuldigung das ich nochmal nachfrage und danke für Ihre mühe

@Steffilein1812

Wenn du dem Jobcenter schon mitgeteilt hast, dass du ab Oktober eine Nachzahlung vom Kindergeld bekommen hast und du auch schon vom Jobcenter angeschrieben wurdest, dass du eine Rückzahlung zu leisten hast, dann wird auch eine Forderung ab Oktober bis Februar kommen !

Du hättest mal die Füße still halten sollen und nicht auf das hören was dir die Familienkasse mitgeteilt hat, denn wenn das Jobcenter eine Forderung hätte geltend machen wollen, dann hätten sie selber einen Erstattungsantrag bei der Familienkasse gestellt.

@isomatte

Ja .. ich hasse mich auch dafür..

Trotzdem danke für die Hilfe:)

das jobcenter holt sich das kindergeld von oktober bis februar in voller höhe und ab märz kannst du behalten.

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