Kind wird vom Jugendamt gezwungen Kontakt mit dem Vater zu haben und Jugendamt befürwortet Strafen?

5 Antworten

So wie Dir das Deine Freundin erzählt hat, kann es beim besten Willen nicht stimmen.
Das Jugendamt stimmt niemals zu, dass Eltern ihr 15, bzw. 16 Jahre altes Kind einsperren. Das fällt unter Freiheitsberaubung (§ 239 StGB). Wenn ihr Vater sie 4 Wochen einsperrt, es ihr also unmöglich gemacht wird die Wohnung zu verlassen, fällt das unter § 239.3 Abs. 1 und wird mit Gefängnis von 1 bis 10 Jahren bestraft. 
Das heisst, wenn er z.B. sie in der Wohnung, oder ihrem Zimmer einschließt und sie mindestens eine Woche dort gefangen hält, ihr vielleicht auch noch mit körperlicher Gewalt droht, wenn sie Hilfe holen will.
Dauert die Phase der Freiheitsberaubung weniger als 1 Woche so heisst es unter § 239.1 StGB: 
Wer einen Menschaen einsperrt oder auf andere Weise der Freiheit beraubt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Bei einer solch schweren Strafaandrohung von Gesetzes wegen glaubst Du doch nicht ernsthaft, dass irgendein Jugendamtsmitarbeiter solch eine Handlungsweise gut heisst oder ihr Vorschub leistet.

Ferner kann eine 15, bzw. 16 jährige nicht mehr gezwungen werden, mit dem Elternteil, bei dem sie nicht dauerhaft lebt, Kontakt zu haben. Auch das Jugendamt kann sie dazu nicht zwingen.

Ich glaube fast, dass Deine Freundin eine ein wenig zu große Phantasie besitzt. Sollte ich mich dennoch wider Erwarten täuschen, gäbe es nur eines zu tun: Sie soll sich beimGericht einen Beratungsschein für 10 Euro oder so holen, damit sie einen Anwalt einschalten kann. Der regelt dann die Streitigkeiten für sie.

Was sie jedoch nicht so ohne weiteres kann, ist das gemeinsame Erziehungsrecht ihrer Eltern widerrufen zu lassen. Das geht allenfalls über das Familiengericht und es müssten hierfür schwerwiegende Gründe vorliegen. Hierfür müsste durch Gerichtsentscheid einem oder beiden Elternteilen das Erziehungsrecht aberkannt werden. In diesem Fall würde es aber mindestens zum Teil dem Jugendamt übertragen werden. 

Das Sorgerecht ist überhaupt nicht entscheidend dafür, wo das "Kind" sich aufhalten darf oder muß. das bestimmt allein der, der das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Alles andere wird im Umgangrecht geregelt und das wiederum ist unabhängig von Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht. Einsperren darf man niemanden, auch nicht eine Jugendliche, das wäre Freiheitsberaubung. Im übrigen sind deine Angaben so wirr, daß ich nichts weiter zu der Situation sagen kann.

was für Angaben benötigst du denn noch ?

Tut mir leid, aber das Jugendamt befürwortet niemals ein "Schutzprogramm" in dem ein Kind/Jugendlicher eingesperrt wird. Und schon überhaupt nicht für Wochen. Mit 15 zwingt kein Jugendamt eine Jugendliche zum Vater zu gehen. Das Jugendamt zwingt sogar nie, das Jugendamt hat gar nicht die rechtlichen Möglichkeiten Zwang auszuüben.

Wenn der Vater das Kind geschlagen hätte, hätte er das gemeinsame Sorgerecht nicht bekommen. Das Jugendamt hätte eine solche Jugendliche evtl. in Obhut genommen, aber ganz sicher nicht zum Vater geschickt.

Wenn er es hat, weil die Eltern verheiratet waren, dann kann Deine Freundin das gemeinsame Sorgerecht nicht widerrufen. Das geht so oder so nicht und schon gar nicht, wenn eine Jugendliche das einfach mal so sagt. Da müßte schon die Mutter klagen.

Sie ist minderjährig und hat zu tun und zu lassen, was die Eltern wollen. Das nennt sich Erziehung. Ob das zum Erfolg führt oder nicht, spielt für ihre Situation keine Rolle. Sie muss sich fügen und unterordnen. Das gemeinsame Sorgerecht kann sie nicht wiederrufen. Die Mutter kann das alleinige Sorgerecht beantragen. Ob sie es bekommt, wage ich zu bezweifeln. Vor allem, wenn das Jugendamt mit den Erziehungsmethoden einverstanden ist. Also, Zähne zusammenbeissen und durchhalten. Übrigens: In diesem Alter kann sie sich sehr wohl weigern zum Umgang zu ihrem Vater zu gehen. Dagegen kann weder der Vater noch die Mutter etwas tun.

Ich glaube Du tickst nicht mehr richtig. Auch Kinder und Jugendliche habe gegenüber ihren Eltern weitreichende Rechte.

Das gemeinsame Sorgerecht schützt das Kind vor unüberlegten Geldgeschäften der Mutter, die nicht im Sinne des Kindes sind, unter anderem. Sie kann zum Jugendamt gehen mit der Bitte, dass das Amt zwischen ihr und Vater als Vermittler mit am runden Tisch sitzt und Probleme gemeinsam besprochen werden.

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