KFZ: Zahlt gegnerische Haftpflicht bei Vorsatz des Unfallgegners?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nein, hier in Deutschland (z.B. bei Geisterfahrer) natürlich nicht. Dafür halten her klare gesetzliche Vorgaben. Genau für solche Fälle gibt es für Personensachäden ja die Verkehrsopferhilfe.

....., siehe ggf. : Was für die Frage des Deckungsschutzes (also des Innenverhältnisses zwischen dem PKW-Fahrer als Versicherungsnehmer und dem Versicherer) plausibel erscheint, hat aber auch für den Geschädigten eine üble Konsequenz. Bei Vorliegen des § 152 VVG besteht keine Haftung des KFZ-Haftpflichtversicherers im Außenverhältnis; insbesondere ist kein Direktanspruch gem. § 3 Nr. 1 PflVG gegeben. Der Geschädigte kann sich nur an den Schädiger halten. Sollte dieser insolvent/zahlungsunfähig sein, kann nur die Verkehrsopferhilfe gem. § 12 PflVG weiterhelfen.

@schleudermaxe

Danke, der Hinweis ist gut. In dem Gesetz steht ja:

" Soweit der Dritte jedoch von einem nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 5 von der Versicherungspflicht befreiten Fahrzeughalter Ersatz seines Schadens erlangen kann, entfällt die Leistungspflicht des Versicherers."

Damit ist meine Frage auch schon fast beantwortet, allerdings weiß ich nicht, wie das "kann" zu verstehen ist, mit dem die Versicherung aus dem Schneider ist. heißt das

a) Man kann Schadensersatz erlangen wenn der Versicherungsbetrüger tatsächlich genug pfändbares Vermögen hat um den Schaden zu begleichen oder

b) Man kann Schadensersatz erlagenden, und zwar vielleicht mal irgendwann später, wenn der Versicherungsbetrüger zufällig zu Geld kommen sollte.

im Fall b) würde man in der Praxis ja auf seinem Sachschaden sitzen bleiben und die Verkehrsopferhilfe zahlt, wenn ich es recht verstehe, nur für Personenschäden.

Der Geschädigte kann ja nichts dafür. Da in Deutschland die Pflichtversicherung besteht, muss der Versicherer den Schaden zahlen. Natürlich wird er dann versuchen, das Geld vom Schädiger wieder einzufordern. Wenn dieser dann natürlich wegen Versicherungsbetrug im Knast ist, ist da nicht viel zu holen.

Na, bist Du Dir sicher? Deine Behauptung finde ich nicht in der Literatur und rege an, ggf, den 152 VVG zu lesen.

"Pflichtversicherung" bedeutet nicht, dass der Versicherer verpflichtet ist, zu zahlen!

Die Versicherungspflicht für KFZ bedeutet, dass für jedes KFZ eine Haftpflichtversicherung bestehen muss. Wer wann wem was zahlt, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Eine Haftpflichtversicherung begleicht grundsätzlich IMMER den Schaden den ein Geschädigter erlitten hat. Das ist ihre Aufgabe und auch ihre Pflicht, denn ein Geschädigter kann nichts dafür wenn ein Anderer Fehler macht oder sogar straffällig wird.

Die Versicherung wird dann aber den Verursacher in Regress nehmen wenn nachweisbar ist das eine Obliegenheitsverletzung oder Versicherungsbetrug vorliegt.

Fast richtig: In der Kraftfahrthaftpflichtversicherung trifft die Aussage weitgehend zu, ist aber nicht auf andere Haftpflichtbereiche ("Eine Haftpflichtversicherung...") auszudehnen, denn dort besteht bei Vorsatz kein Versicherungsschutz, und der Geschädigte hat vom Haftpflichtversicherer nichts zu erwarten!

@suzisorglos

Nun gut, da habe ich es wohl zu allgemein formuliert...

So eine kühne Behauptung gibt es wirklich selten zu lesen und ich rege doch an, einen klitzekleinen Blick in die Praxis zu werfen und zu sichten ggf den 152 VVG.

Zunächst muss die Schuldfrage geklärt werden, im Zweifelsfall bei Gericht. Wer auffährt kann eine Teilschuld bekommen, auch wenn die Vollbremsung des Vordermanns nicht gerechtfertigt war.

Als schuldlos Geschädigter muss man auf jeden Fall nicht selbst beim Verursacher sein Geld eintreiben. Dessen Versicherung muss zahlen, aber sie wird versuchen, das Geld vom Verursacher wiederzubekommen.

In der KFZ-Haftpflicht geht es gerade NICHT um die Schuldfrage. Hier gilt die Gefährdungshaftung. Alleine der Besitz eines KFZ stellt bereits eine Gefährdung dar. Genau deswegen ist der Halter VERPFLICHTET eine Haftpflichtversicherung abzuschließen und diese AUCH ZU BEZAHLEN:

@DerHans

Wenn am Unfall 2 Fahrzeuge beteiligt sind, dann gibt es 2 Halter und 2 Haftpflichtversicherungen. Dann muss doch zunächst geklärt werden, wer von beiden der Geschädigte ist, wessen Versicherung den Schaden regulieren muss und wer anschließend von seiner Versicherung hochgestuft wird, oder?

dein schaden wird dann vom versicherer gezahlt.(geschädigter). der betrüger wird dann von seinem versicherer angezeigt wegen vs-betrug und wird bestraft. ausserdem muss er entstandene kosten tragen.. der geschädigte sollte immer einen anwalt nehmen, der kostet ihm nichts

Wie? Kostet nichts? Wenn die Versicherung von der Leistung frei ist, bezahlt die auch nicht den Anwalt!

Wenn dem "Geschädigten", der ja immerhin auf seinen Vordermann aufgefahren ist, möglicherweise zu geringer Sicherheitsabstand nachgewiesen wird und er eine Teilschuld bekommt, dann kann das mit den Kosten aber etwas anders ausgehen.

Wer haftet bei einem Fahrrad/Auto Zusammenstoß?

Hey ihr lieben. Wie der Titel es schon vermuten lässt, hatte ich vor ein paar Tagen einen kleinen Unfall mit einem Auto. Oder eher das Auto mit mir. Whatever.

Er ist aus mysteriösen Umständen nach rechts, entgegen ihrer Fahrtrichtung, in eine Einbahnstraße abgebogen und ich war ohne Licht mit dem Fahrrad unterwegs. Schuld tragen wir jedenfalls beide und waren uns somit auch von vornherein einig keine Polizei einzuschalten. Auf die Details des Unfallshergangs will ich auch garnicht weiter eingehen, da wir ja beide einsichtig sind und somit kein Rechtsstreit in Frage kommt.

Nun ist mir bzw uns beiden allerdings unklar, wie das mit der Schadensregulierung von statten geht.. Ich bin glücklicherweise unverletzt, mein Rad ist größtenteils hin, er hat ein paar sichtbare Kratzer vom Pedal an der Stoßstange seines Wagens, den er wohl verkaufen will. Er hat jetzt nach den Details meiner Haftpflichtversicherung gefragt, was ja auch prinzipiell kein Problem wäre. Nur frage ich mich, wie ich die Kosten für mein schrottreifes Fahrrad wieder rein bekomme? Dass unser beider Versicherungen zahlen, ist ein bisschen sehr optimistisch gedacht oder? Kann man da nicht zwei separate Fälle draus machen oder so? Sorry, ich bin wirklich vollkommen überfragt..

Was ich mich auch frage, ist, wie ich den Wert meines Fahrrads, welches ich vor einiger Zeit gebraucht von privat erworben habe, bemessen und beweisen soll. Belege dafür habe ich nicht.

Über ein paar hilfreiche Antworten würde ich mich freuen.

Liebe Grüße,

Lars

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