Kaution und Bürge bei einer Wohnung?

5 Antworten

Kaution und gleichzeitig Bürge darf nicht sein. Wie du schon sagst, ist das dann eine Absicherung von mehr als 3 Monatsmieten, was nicht sein darf.

Deine Befürchtung ist nun, die Wohnung nicht zu bekommen. Um das zu vermeiden, könntest du jetzt frech sein (Vermieter sind es manchmal auch). Das ist aber legal, was ich schreibe. Unterschreibe den Vertrag mitsamt der Vereinbarung über die Barkaution. Und gib dem Vermieter auch die Bürgschaft. Was dadurch passiert ist, dass die Vereinbarung mit der Kaution unwirksam wird. Diese kann er nicht mehr verlangen. Der Vermieter könnte auch vor Gericht gehen, und die Kaution würde ihm nicht zugesprochen werden.

Der Bürge kommt als Mieter mit in den Vertrag und schon ist der Fall abgesichert.

@Monti55

Nicht alles was im Mietvertrag steht und unterschrieben wird ist auch gleich gültig und somit rechtens. Selbst falls man die Klausel sieht, man soll unterschreiben und falls es dazu kommen sollte ist die Klausel nichtig und es kommt nicht zum fall, dass der Bürge bürgt. Dafür sind Gesetze ja (hoffentlich) da, dass sie angewandt werden.

@Monti55

Das ist lediglich deine Meinung. Meine Antwort sagt etwas anderes!

Der Bürge als zusätzlicher Vertragspartner ist nicht in alles Fällen sinnvoll oder erwünscht. Ein Vertragspartner hat ja dann auch Rechte, muss man sich vor Augen halten.

Ich hätte das empfohlen, wenn es mein Rat wäre. Aber ich behaupte, dass es vom Fragesteller nicht erwünscht ist.

@Renick

Wird in Berlin von den großen Gesellschaft regelmäßig so gehandhabt. Zusätzliche Rechte ergeben sich für den Mieter wohl eher nicht, außer dass der "Bürge" in der Wohnung wohnen darf, wenn er will.

@destiny: Es gibt keine zusätzliche Klausel, nur einen "Mitmieter" der vollwertiger zusätzlicher Vertragspartner ist.

@Monti55

Wird in Berlin von den großen Gesellschaft regelmäßig so gehandhabt.

Berlin ist nicht das Maß aller Dinge. Und für deinen Rat gehören 2 dazu. Wenn das der Mieter nicht möchte, aus welchen Gründen auch immer, dann muss das auch akzeptiert werden. Es kommt auf die individuelle Situation an, auch auf die Person des Bürgen.

Du kannst das unmöglich verallgemeinern, dass die Lösung mit dem 2. Vertragspartner immer sinnvoll ist. Das ist Denken mit Scheuklappen, und dabei kann man auch mal Baden gehen wenns blöd läuft.

@Renick

Ich sag nur dass das so gemacht wird - entweder der Interessent ist selbst solvent genug, oder er bringt diesen Mitmieter oder ein anderer bekommt die Wohnung. Geht natürlich nur, wenn genug Leute Schlange stehen, was u.a. in Berlin gegeben ist.

@Monti55

Warum ist der Fall dann eigentlich abgesichert? Bürge und Mieter wären dann Gesamtschuldner nach § 421 BGB, der Vermieter kann die Kaution nur einmal fordern.

@wolfgangbubu

Es nicht nicht um die Kaution - die wird wie üblich gezahlt. Es geht um evtl. entstehende Verbindlichkeiten aus Mietschulden und dem Rattenschwanz, der bei Pleitemietern dranhängt. Diese Schulden könnte er dann bei dem "Bürgen" eintreiben - in nicht begrenzter Höhe.

@Monti55

Stimmt schon aber gefragt war ja was der Mieter machen kann und der forderte ja bislang (nur) eine Bürgschaft neben der Barkaution.

@wolfgangbubu

Monti meinte, dass es der Mieter auch von sich aus anbieten kann, dass der Bürge Vertragspartner wird.

Aber das ist nicht immer gewünscht, evtl. auch gar nicht vom Vermieter. Und zweitens ist es auch nicht immer sinnvoll. Es ist eine Möglichkeit, ja durchaus. Aber es ist immer die non plus ultra Lösung. Das hatte ich zu erklären versucht.

Ich würde sagen erstmal Bürgschaft leisten - gibt es ja wohl auch bei Banken - und dann den Mietvertrag unterschreiben und anschließend (falls Übersicherung vorliegt) die Bürgschaft zurückfordern.

Man kann dann immernoch in Ruhe prüfen, ob eine Übersicherung überhaupt vorliegt.

BGH, 30.06.2004 - VIII ZR 243/03:

https://dejure.org/2004,873

Der Vermieter will vermutlich keine Bankbürgschaft, sondern einen solventen Bürgen, der dauerhaft voll in die Haftung reinkommt.

@Monti55

Das ist aber eine reine Vermutung von Dir. Vielleicht weiß der Vermieter gar nicht, wie er sich am besten absichern kann. Deinen Vorschlag, dass die bürgende Person direkt als Mitmieter in den Vertrag aufgenommen wird, halte ich für den besten, wenn es um die Absicherung geht, aber 1. wissen wir nicht, ob der Vermieter das will und 2. auch nicht, ob er diese Möglichkeit überhaupt kennt und 3. ob einfach nur fälschlicherweise davon ausgeht, dass ihn eine Bürgschaft schützt.

Ja das wird wohl auf den Vermieter ankommen und wissen wir nicht.. aber am Markt gibt es ja zahlreiche Angebote dazu, auch durch Banken.

Und welcher Bürger ist eigentlich solventer als eine Bank?

@wolfgangbubu

Es geht nicht um die Renovierung beim Auszug - dafür muss die Kaution reichen - es geht um eventuelle monatelange Mietausfälle, Anwalts - und Gerichtskosten etc., die mit einer Bankbürgschaft nicht abzudecken sind. Ein weiterer solventer Mieter kann dafür voll in die Pflicht genommen werden, wenn der Bewohner nicht zahlt - nicht zahlen kann.

@Monti55

Ja das ist natürlich richtig. Ich dachte halt noch an die Kaution bzw. die Frage mit der Übersicherung. Auf diese Idee scheint der Vermieter ja auch noch nicht gekommen zu sein.

ich mache es ganz kurz: wir hatten eine Wohnungsbesichtigung, alle Unterlagen abgegeben und Kaution wäre bei 3 Monatsmieten. Der Vermieter möchte noch einen Bürgen, ist das nicht eine Übersicherung?

Das wäre möglich, wenn der Mieter diese Bürgschaft anbieten würde.

Ich als Vermieter würde mir das dann schriftlich geben lassen.

In Deinem Fall ist das nicht rechtens was der Vermieter verlangt.

Kommt auf die genaue Formulierung an...

Ja, der Vermieter darf Kaution und Bürgschaft gleichzeitig verlangen. Jedoch darf beides zusammen nicht die gesetzlich festgelegte Obergrenze von 3 Monatskaltmieten übersteigen.

Mehr darf der Vermieter nicht verlangen. So blöd es auch klingt, in Zeiten von Mietnomaden, wo Vermieter häufig auf immensen Kosten sitzen bleiben, versucht natürlich jeder Vermieter sich bestmöglich abzusichern. Man kann jedem Mieter nur vor den Kopf gucken.

Ob nun erlaubt oder nicht - du wirst die Wohnung nicht bekommen, wenn du die Leistungen ablehnst. Du hast ja keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter an dich vermietet.

Hinweis:

Eine freiwillige Bürgschaft eines Mieter geht neben der Kaution; was hier aber nicht der Fall ist.

Ich mache es auch kurz: Falls Du jemand hast, der bereit wäre, eine Bürgschaft zu leisten, dann mach das einfach. Folge: Du hast die Wohnung, zahlst Deine Kaution und im Bedarfsfall weist Du den Vermieter darauf hin, dass mit Bürgschaft und Kaution zusammen eine Übersicherung vorliegt, die lt. Gesetz nicht verlangt werden darf.

Du musst nur dem Bürgen erklären und belegen, dass Du die Kaution gezahlt hast und dass er damit auch nicht in Haftung genommen werden kann.

Was möchtest Du wissen?