Kapitalismus stürzen?

5 Antworten

Den Versuch gab's schon öfter. Aktuell ist z.B. in Kuba noch zu besichtigen, wozu das in der Praxis bisher geführt hat.

Selbst Marx persönlich würde seine Werke heute vermutlich anders schreiben. Jemand, der vor 150 Jahren seiner Zeit teilweise voraus war, ist auch nur über einen gewissen Zeitraum Garant für Fortschritt.

Ich sehe das Problem eher im Fehlen von (Vor)Denkern, welche die aktuellen Gegebenheiten nicht nur zur Feinjustierung von bestehendem aufgreifen, sondern als Grundlage für tiefgreifende Konzepte verstehen.

Der Buchdruck führte einst zur Aufklärung und läutete letztlich die Moderne ein. Die industrielle Revolution revolutinierte den Kapitalismus und brachte den Sozialismus als Gegengewicht hervor. Und seitdem?

Wir befinden uns mittlerweile im Informationszeitalter. Maßstäbe, Richtschnüre, Konzepte etc. jedoch stammen immer noch aus dem Industriezeitalter. Und statt der Suche nach neuen Wegen unter Berücksichtigung der vergangenen Erfahrungen, erleben wir vorrangig zunehmende Polarisation und Meinungsführerschaft von Hardlinern. Problemlösungsorientiertes Herangehen geht anders.

Wie willst DU, isoliert in einem Staat ein System einführen, was wiederum nur eventuell 20 % der dort lebenden Menschen einen Vorteil bringt?

Spiele es doch einfach mal durch. Die Wirtschaft würde völlig umgestellt werden müssen. Sie würde damit den Anschluss an die Weltwirtschaft verlieren.

Damit würde dann auch die Basis des Staatswesens kollabieren.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Mir gefällt mein Kapitalismus. Muss ich jetzt nach deinen Vorstellungen um meine Freiheit und meine Menschenrechte Angst haben? Und die Mär von: "Alle Menschen sind gleich..." hat meines Wissens noch nie irgendwo funktioniert. Da gibt es immer Welche die dann doch etwas gleicher sind...

Von mir also ein klares JA. Ja, es wäre nicht gut dem Kapitalismus ein Ende zu setzen.

du hättest kein problem damit leute die unter dir stehen auszubeuten um dich daran zu bereichern oder wie

@verreisterNutzer

Ich hätte kein Problem damit die Leute die unter mir arbeiten leistungsgerecht zu bezahlen... Kommunistisches Gewäsch von "Ausbeutung" kann man sich in diesem Zusammenhang schenken.

Ausbeutung wäre es dann, wenn ich sie schwer arbeiten lassen würde und ihnen weder Urlaub und Mindestlohn geben würde. Und warum sollte man Alle gleich machen wollen? Soll der Arzt, der jahrelang studiert hat den gleichen Level haben wie der ungelernte Arbeiter? Es steht Jedem frei aus seinem Leben etwas zu machen...

@Kessie1

Was heist Leistungsgerecht? Bzw. ist das immer Fair? Das regelt sicher Angebot und Nachfrage. Und wenn die Konkurrenz weniger bezahlt ist sie Konkurenzfähiger und du gehst pleite.

Die Klamotten sind so billig, weil irgendwo, in einem "kapitalistischen" Land, Kinder leistungsgerecht bezahlt werden;)

Aber in Bezug auf Deutschland sehe ich dein Beispiel ähnlich. Es geht um dieses Kapitalismus/Sozialismus gut/böse gerede.

"Es steht Jedem frei aus seinem Leben etwas zu machen" Die Starbedingungen sind aber extrem unterschiedlich, in vielen Kap. Ländern.

@tomxxxx

Aber ich möchte nicht in einem kommunistischen Land leben wo alle gleich arm sind... Denn ich kenne kein kommunistisches Land, wo alle gleich reich sind :-). Die Grundidee mag gut sein, die Umsetzung ist mit der Menschheit nicht möglich.

Na ja,- wenn ich vom kapitalistischen Westen ausgehe, dann fällt nur ein geringer Bruchteil durch das Raster. Und Kinderarbeit kommt hier auch eher selten vor :-).

Und für mich greift auch der Kapitalismus mit sozialer Gerechtigkeit ineinander. Firmenbosse geben Arbeit... Mindestlöhne sind einzuhalten. Ob der Chef seine Mitarbeiter ausbeutet indem er Profit schafft? Ich sehe es pragmatisch: fühle ich mich ausgebeutet, dann gehe ich zu einem "besseren" Kapitalisten oder versuche selber einer zu werden. Ok, sehr vereinfacht gedacht und vielleicht nicht immer umsetzbar. Jeder der nach dem Kommunismus schreit, sollte hierzulande versuchen komplett autark zu leben... Mit jedem Kleidungsstück, mit jedem Yoghurt unterstütze ich einen Kapitalisten. Wenn ich mich als Kommunist sehe, dann muss ich in ein kommunistisches Land gehen und sehe was Kommunismus für die Bevölkerung wirklich bedeutet. Wenn ich dann den Kommunismus immer noch klasse finde, dann kann ich versuchen Andere zu überzeugen. Aber es ist wie bei der Religion: man sollte Jeden so leben lassen wie er es möchte.

@Kessie1

"Aber ich möchte nicht in einem kommunistischen Land leben wo alle gleich arm sind" Den Spruch hört man oft. Aber was verstehst du unter Arm? Arm/Reich ist doch relativ. (neues iPhone, die Wahl zwischen 10 Versicherungen, oder 20 Shampoos;) Oft werden auch Bedürfnisse geweckt, für Dinge, die eigentlich überbewertet oder unerreichbar sind (90-60-90;) Viele wollen das neueste iPhone und sind stolz darauf, sich eine Wanze ins Wohnzimmer zu holen, die ihnen die Zeit raubt und die Wahrnehmung einschränkt. Es erleichtert einiges produziert aber auch wieder Arbeit. Oder die Kids sehen "Deutschland sucht das Supermodel" oder wie das heist, kaufen sich dann überteuerte Schminke aus der Werbung und laufen unerreichbaren "Werten" hinterher;)

Ich will damit nur sagen es gibt viele Illusionen und eigentlich nutzlose Dinge, die man für wichtig hält und die einen nur scheinbar befriedigen aber dafür sorgen, das man im Hamsterrad bleibt. Wenn man die hat, empfindet man sich dann als nicht Arm;)

"die Umsetzung ist mit der Menschheit nicht möglich." Das würde ich allgemein nicht sagen, ich denke, das wird einem nur von Geburt an eingeredet. Wenn wirtschaftlicher Erfolg als primäres Qualitätsmerkmal gepredigt wird, ist Kapitalismus sicher konkurrenzlos.

Was wäre, wenn man wirtschaftlichem Erfolg nicht ständig hinterherlaufen müsste, weil er nicht so wichtg wäre. Dann könnte man sich auf andere Dinge konzentrieren, Selbstverwirklichung zum Beispiel, die kann auch nützlich für alle sein. ("jeder nach seinen Fähigkeiten und nach seinen Bedürfnissen")

Ich kenne viele, die 8h am Tag Dinge machen, weil sie es müssen und danach 2h im Stau stehen, um ihr Haus abzubezahlen (Freiheit;). Und das ist in Deutschland noch relativ human.

"dann gehe ich zu einem "besseren" Kapitalisten oder versuche selber einer zu werden" ja, wenn das möglich ist.

"dann muss ich in ein kommunistisches Land gehen" es gab bisher noch keins.

"man sollte Jeden so leben lassen wie er es möchte" ja, wenn man Studieren möchte, sollte man das auch können, und es sollte nicht an finanziellen Hürden scheitern. Allgemein muss es auch immer Regeln geben, sonst gäbe es em Ende nur einen Obermotz, der Polizei und Militär besitzt und den Rest versklavt.

Wenn du mit dein Kapitalismus Deutschland meinst, ok kann man gut finden, je nach Ausgangslage. Ist hier aber auch eher eine Soziale Marktwirtschaft.

"Freiheit und meine Menschenrechte" = "Kapitalismus": Das sind nur Phrasen.

  • Menschenrechte: vergleich mal Allende und Pinochet bzgl. Menschenrechte.
  • Freiheit: niemand ist wirklich frei, das ist eine Illusion. Im Kapitalismus hängt sie oft davon ab, wieviel man bezahlen kann.Wenn man in vielen Kapitalistischen Ländern arm geboren wird ist man für immer dazu verdammt für andere für wenig Geld zu arbeiten, also rel. unfrei. Wenn du in der Wüste am Verdursten wärst könnte ich dir ne Flasche Wasser anbieten und du hättest die Freiheit, zwischen verdursten oder deinem gesammten Besitz zu wählen;) (Angebot und Nachfrage) Viele werden durstig in die Wüste hineingeboren. Sind also nicht verantwortlich für ihre Situation.

Ok, in Deutschland ist es moderat, ich beziehe mich allgemein auf das Kapitalismus ist die Lösung gerede, das man hier oft hört, ist nicht persönlich.

Fahre mal nach Kuba und sie dir eine Alternative an.

Nach kurzer Zeit (so erging es mir) wirst du begeistert zurückkehren und die Vorteile des Kapitalismus und der Demokratie fortan hoch loben.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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