Kann Schimmel auch da entstehen, wo keine Wasserleitungen verlaufen?

5 Antworten

Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es um die Trennwand zwischen Deinem Mehrfamilienhaus und dem Nachbarhaus. Diese Wände sind als Brandschutzwände ausgeführt, durch welche in der Regel keine Installationsleitungen laufen. Wenn im Nachbarhaus nun ein großer Schimmelfleck an dieser Wand ist, welche ja faktisch eine Innenwand ist, die annähernd Raumlufttemperatur besitzt, so ist Schimmelbildung aus Raumluftkondensat denkbar unwahrscheinlich, auch wenn große Schränke davor stehen.

Also entweder läuft Niederschlagswasser von oben in die ggf. zweischalige Haustrennwand oder die Wasserinstallation in Deinem Haus ist irgendwo undicht und die Feuchte dringt (auch) durch die (einschalige) Wand ins Nachbargebäude. Wenn es das Duschzimmer ist: Vielleicht hat ein Mieter die Rosette am Abfluß der Dusche mal abgeschraubt, um sie oder den verstopften Abfluß zu reinigen und dann den Abfluß nicht mehr richtig zusammengeschraubt. Ich denke, ein Wasserinstallateur sollte sich das Duschzimmer mal genauer anschauen. Vielleicht gibt es in der Wohnung darunter (unter dem Duschzimmer) im Deckenbereich auch einen Schimmelschaden, welcher nicht gemeldet wurde.

Das Komische ist, dass die Leitungen nur bis zur Brusthöhe verlaufen und keine Spur von Lecks aufweisen. Sonst wäre schon längst irgendwas in der Wohnung zu sehen gewesen. In der Wohnung im Haus nebenan verlaufen die Schimmelspuren bis zur Höhe von 2,2m und hören in der Kniehöhe auf. Die Breite erstreckt sich auf ca. 2m. Dabei ist die Breite der Wasserleitung auf der Brusthöhe ca. 1m.

Vom Dach kommt es nicht. Sonst würden die Flecken auch am Übergang Wand zu Decke zu sehen sein.

Das Komische ist, dass die Leitungen nur bis zur Brusthöhe verlaufen und keine Spur von Lecks aufweisen. Sonst wäre schon längst irgendwas in der Wohnung zu sehen gewesen. In der Wohnung im Haus nebenan verlaufen die Schimmelspuren bis zur Höhe von 2,2m und hören in der Kniehöhe auf. Die Breite erstreckt sich auf ca. 2m. Dabei ist die Breite der Wasserleitung auf der Brusthöhe ca. 1m.

Vom Dach kommt es nicht. Sonst würden die Flecken auch am Übergang Wand zu Decke zu sehen sein.

@rivendu

Es gibt ja nicht allzu viele Feuchtequellen, die da sein können:

  • Niederschlagswasser (defektes Dach, Dachentwässerung, defekte Fassade)
  • Frisch- und Abwasser aus der Wasserinstallation (auch Heizung)
  • Feuchte durch Kondensat aus der Raumluft an kalten Wandstellen
  • Feuchtigkeit aus dem Erdreich

Mehr Quellen fallen mir grad nicht ein.

Nun, wenn die Installation in "Deinem" Bad dicht ist und die Dächer auch dicht sind (ich denke mal, der Einfachheit halber hat man nur von unten im Dachboden geschaut), dann kann ggf. noch die Verblechung über Dach der Haustrennwände undicht sein. In der Regel hat jedes Haus seine eigene Statik und steht unabhängig vom Nachbargebäude. Zwischen beiden hat man eine schmale Luftschicht zum Schallschutz gelassen. Nun kann es sein, dass Deine Hauswand mit einem Bitumen-Schwarzanstrich versehen wurde oder auch einfach zuerst gebaut wurde und einen wasserdichte (Alt-)Fassadenbeschichtung hat. Über eine durch Wärmedehnung und/oder Sturm und Frost defekt gewordene Verblechung auf dem Dach läuft das Wasser in die Hohlschicht zwischen beiden Häusern. Am Nachbarhaus wird es gleich im Bereich des Dachbodens vom Ziegel aufgesogen und die Feuchte verdunstet dort sofort im Bereich des Dachbodens oder aber diese Hauswand wird gar nicht nass und das Niederschlagswasser läuft in der Hohlschicht nur an der Fassade Deines Hauses runter bis zu dem Punkt, wo der Maurer beim Mauern des Nachbarhauses zu viel Mörtel verwendet hat, der nun eine "Brücke" in der Hohlschicht zwischen beiden Wänden bildet. Hierdurch wird nun das Niederschlagswasser punktuell in die Wand des Nachbarhauses geleitet und verursacht dort den Feuchteschaden. Das "Restwasser" läuft zwischen den Häusern in den Kellerbereich und versickert dort ohne weiteren Schaden zu hinterlassen.

Manchmal kann man gar nicht so dumm denken, wie es kommt. ;-)

@Onki73

Erstmal vielen Dank für die ausführliche Antwort. Mich wundert es, dass es nie in dem Bereich zu einem Problem kam. Dabei sind beide Häuser um 1900 entstanden und ich vermute, dass beide Häuser mal eins waren. Das liegt an der gleichen Hausnummer, beim Nachbarn mit A als Zusatz.

Jedenfalls ist das Haus nebendran höher gebaut, so dass an der Stelle ein Teil eines Anbaus meines Hauses auch am benachbarten Haus anliegt. Mein Anbau ist doppelt mit Bitumen Bahnen beschichtet und hat eine Neigung zur anderen Seite, also vom Nachbarhaus weg Richtung Regenrinne.

Komisch ist auch, dass erst seit dem Einzug der neuen Mietee im Nachbarhaus der Schimmelfleck entstanden ist und dieser gestern so getan hat, als wäre der bei ihm fast 4 qm große Fleck voller schwarzem und weissem Schimmel ihm noch nicht aufgefallen. Dabei ist due Wand direkt zu sehen gewesen und auch dem Eigentümer des Nachbarhauses war es neu. Kann so ein großer Schimmelfleck durch die neuen Mieter entstanden sein und wie kann man sowas entstehen lassen? Wie schon geschrieben, bei der 3m hohen Decke ist der Fleck nur zwischen 40cm und 220cm zu sehen.

@rivendu

Okay, noch ein Gedanke:

Die Wand ist einschalig und damit auch leicht durchgängig für kapillaren Feuchtetransport. Dein Treppenhaus ist unbeheizt und hat vielleicht so 8-10°C. Die Mieter stellten einen großen Schrank dicht vor die Wand zu Deinem Treppenhaus (welches ja kälter ist), der mit Wäsche auch noch gut gefüllt war. Dadurch gelangte kaum noch Heizungswärme hinter den Schrank an die Wand, was zu einem deutlichen Temperaturabfall an der Wandoberfläche führte. Bei einer hohen Luftfeuchte in der Wohnung sind nun die Voraussetzungen für Kondensatausfall und die Durchfeuchtung der Wand mit entsprechender Schimmelbildung gegeben.

Ich empfehle immer, um solchen Problematiken (Kondensat aus feuchter Raumluft) aus dem Wege zu gehen, sich nicht darauf zu verlassen, dass die Warmluft des Heizkörpers alle Wandstellen ausreichend erwärmen kann. Welcher Vermieter kann schon kontrollieren, wo der Mieter seine Schränke aufbaut. Im Streitfalle ist der Schrank schnell abgebaut und der Vermieter ist der Dumme und muss den Gutachter und auch noch den Schaden bezahlen, weil sich ein Fehlverhalten des Mieters nicht nachweisen lässt.

Die Wärmeübertragung durch die Raumluft ist nur eingeschränkt möglich, da Luft ein sehr schlechter Wärmeträger ist und auch die Erhöhung der Luftbewegung im Raum zum verstärkten Wärmetransport ohne weiteres nicht möglich ist. Die veraltete Technik der Schwerkraftheizung wird heute nur noch müde belächelt, aber das gleiche Prinzip auf die Luft übertragen wird heute gerne angewandt, um die Wärme auch in die letzte Raumecke zu transportieren. Darüber kann ich nur müde lächeln. Das Ergebnis solcher Heizmethoden sind dann Ratschläge wie: "Keine großen Schränke vor die Aussenwand", und zur Temperaturabsenkung - ach nee - zur Luftfeuchteabsenkung drei bis fünf mal Lüften am Tag, etc.

Die Wärme muss durch den Heizwasserkreislauf gleichmäßig im Raum verteilt werden. Wasser kann volumenbezogen knapp 3500mal mehr Wärme transportieren als Luft. Die Beheizung mit viel Warmluftkonvektion sollte deshalb zumindestens im Altbau der Vergangenheit angehören, denn dadurch wird Schimmelbildung gefördert, weil sich die heizungserwärmte Luft an kalten (Aussen-) Wandflächen abkühlt, wobei die rel. Luftfeuchte ansteigt und die Wände unter Dämmwertverlust (!) auffeuchten u.U. bis zur Schimmelbildung.

Für eine bessere (zwangsweise und nutzerunabhängige!) Wärmeverteilung sorgen durch warme Heizungsrohre unten vor allen (!) Aussenwänden (und auch Wänden zu unbeheizten Treppenhäusern, etc). Ich habe in meiner letzten Altbau-Mietwohung ein ähnlich gelagertes Schimmelproblem gehabt, dem Vermieterseitig durch Neuverputz innen und Kalkfarbe entgegengewirkt wurde. Diese Lösung hielt genau drei Jahre bis zur erneuten Schimmelbildung.

In meinem eigenen Haus (Altbau von 1926) habe ich nun zur Schimmelvermeidung und zum Trockenhalten der Aussenwände (für hohe Dämmwerte und geringe Heizkosten) hydraulische (wassergeführte) Heizleisten installiert und konnte damit auf herkömmliche Heizkörper verzichten. Diese Heizleisten (optisch ansprechend durch Holz verkleidet) erwärmen Luft und legen vor die Aussenwand einen dünnen Warmluftschleier, der die innere Wandoberfläche erwärmt. Ist diese nun wärmer als die Raumluft, so sendet diese wärmere Wandoberfläche angenehme Wärmestrahlung in den Raum, was zu einer sehr gleichmäßigen Wärmeverteilung im Raum führt und unbehaglich kalte Wandstellen vermeidet. Ich möchte diese Art der Beheizung nie, nie, nie wieder vermissen!

Bei mir kommt auch keine Warmluft mehr an der Raumdecke an, so dass diese lediglich die Raumlufttemperatur von ca. 20°C annimmt (mit Infrarot-Thermometer gemessen). Das unnütze Warmluftpolster unter der Zimmerdecke, was bei stark konvektiver Beheizung unvermeidlich ist und oft 26°-30°C hat, wird dadurch vermieden, was die Heizkosten sinken lässt. Vor allem im hohen Altbau ein sehr wichtiger Aspekt zur Heizkostenminderung, denn das Warmluftposter unter der Decke kühlt an der Aussenwand auch unverhältnismäßig stark aus.

Grundsätzlich lässt sich die Wärme im Raum auch mit einen deutlich höheren Anteil an Wärmestrahlung besser verteilen. Hierzu bietet sich der Heizkörper Typ 10 (ca. 55% Wärmestrahlungsanteil) an, der allerdings bei gleicher Heizleistung eine deutlich breitere Bauform hat - nicht jedermanns Sache.

Achso, auf eine Nachtabsenkung sollte auch verzichtet werden. Diese lässt Wände unnötig auskühlen, wodurch die Kondensat- und Schimmelgefahr wieder ansteigt. Da die massiven Altbauwände auch mit temporär abgesenkter Wohnraumtemperatur an der Fassade weiterhin die eingespeicherte Wärme auf gleichbleibendem Nivau abstrahlen, muss die fehlende Wärme beim Wiederanheizen der Wand nachgeführt werden. Heizkostenersparnis = nahe Null! Bringt was im Dachgeschoß, ohne Wärmespeichermassen.

Kann Schimmel auch da entstehen, wo keine Wasserleitungen verlaufen?

Ja, Schimmelbildung kann viele Ursachen haben.

Z.B. Falsches Heizen und Lüften.

Schrnke zu nah an der Wand usw.

Wie ist in solchen Fällen die Vorgehensweise?

Einen Sachverständigen/Gutachter beauftragen

Muss ich meine Gebäudeversicherung wegen Eintritt von Feuchtigkeitsflecken informieren?

Musst Du in Deinen vertrag schauen.

Melde Dich bei Haus & Grund an, dort kannst Du nützliche Informationen bekommen.

MfG

Es reicht auch schon, wenn entsprechende Kältebrücken vorhanden sind.

(Habe mal in einer Wohnung gelebt, wo auf der Aussenseite ein Treppengeländer in die Wand eingelassen war. Auf der Innenseite trat genau an dieser Stelle immer Schimmel auf.)

Verläuft dort ein Heizkamin?

Ein Heizkamin verläuft auch nicht.

@rivendu

Vielleicht verlaufen dort Abwasserleitungen von einem Bad?

Überall wo es feucht ist kann Schimmel entstehen

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