Kann mich mein Vermieter auf die Straße setzen?

5 Antworten

Bei 3 Monatsmieten Rückstand hat der Vermieter grundsätzlich das Recht zur fristlosen Kündigung (§ 543 Abs.2 S.1 Nr.3a BGB).

Diese Kündigung kann allerdings dadurch abgewendet werden, dass der Vermieter spätestens bis zum Ablauf von zwei Monaten nach dem eine Räumungsklage dir zugestellt wurde, hinsichtlich des fälligen Mietrückstandes befriedigt wird oder sich eine öffentliche Stelle zur Befriedigung verpflichtet hat (§ 569 Abs.3 Nr.2 BGB).

Zur Verhinderung von Obdachtlosigkeiten, besteht in den meisten Gemeinden die Möglichkeit, dass das Sozialamt Mietschulden in der Regel auf Darlehensbasis übernimmt. Du solltest also wegen dieser Mietschulden umgehend zum Sozialamt gehen und einen entsprechenden Antrag stellen. Diese Mietschulden wirst du allerdings in angemessenen Raten an das Sozialamt zurück zahlen müssen.

Die Antwort ist leider falsch. Richtig: Bei 2 fehlenden Monatsmieten kann bereits gekündigt werden.

@Padri

Im Grunde genommen hast du Recht, dass schon 2 MM Rückstand ausreichend sind für eine fristlose Kündigung.
Ich bin in meiner Antwort aber auf die Frage des Fragstellers eingegangen, da sich der Fragesteller ja tatsächlich schon mit 3 MM im Rückstand befindet.

Der Vermieter kann nach einem Mietrückstand von mindestens zwei Monatsmieten das Mietverhältnis fristlos kündigen

oder auch direkt eine Räumungsklage wegen Mietrückstand einmleiten lassen.

Zudem kann der VM wegen des Rückstandes - oder muss - Zahlungsklage erheben.

Bei dem geringen Einkommen werden 250 € Ratenzahlung unangemessen sein.

Nur muss der VM überzeugt werden können, dass in der Zukunft keine weiteren Mietausfälle folgen und raten - ich würde hier mindestens 100 € empfehlen - auch wirklich laufend und ohne Unterbrechung gezahlt werden.

Ob diese Totaleinstellung der Leistungen, die letztlich bis hin zum Wohnungsverlust und der Abdachlosigkeit führen überhaupt so zulässig gewesen ist, müsste man prüfen oder zumindest den Grund der Entlassung kennen.

Ich erlebe es leider oft in der Praxis, dass all jene, die noch nie gearbeitet haben und auch nicht die geringste Lust auf Arbeit verspüren, bei den Ämtern alles bekommen, während jemand, der unverschuldet oder verschuldet arbeitslos wurde, schikanös behandelt wird.

Zu oft sitzen SachbearbeiterInnen da, die vom Leben keine Ahnung haben, weil sie kaum volljährig auf die Menschheit losgelassen werden.

Junge Sachbearbeiter ersparen den Behörden Geld.

Menschenwürde ist im Gesetz nicht vorgesehen.

Hallo @wunhtx,
eine direkte Erhebung der Räumungsklage ohne vorausgegangenen schriftlicher fristlosen Kündigung ist nicht möglich. Das Vorliegen einer wirksamen schriftlichen Kündigung ist eine Voraussetzung der Begründetheit einer Räumungsklage.

@InfoDieter

Irrtum, aber das liegt bei mir, da ich einfach Kenntnisse unterstellt haben, wie es läuft. Es geht also hier darum, dass in der Räumungsklage die fristlose Kündigung ausgesprochen wird.

Bei Einreichung der Räumungsklage wird gleichzeitig das Mietverhältnis fristlos gekündigt und das Gericht wird hingewiesen, dass nicht zu erwarten ist, dass der Mieter auszieht und der fristlosen Kündigung nachkommt.

Ausserdem muss natürlich auch die Fortsetzung des Mietverhältnisses ausgeschlossen werden.

Allerdings - in dem Fall - wenn der Mieter eine auch für den VM zumutbare Ratenzahlung leistet, stellt sich das Problem ja nicht.

Ja, das kann er! Und mit Recht: eine Wohnung wird nämlich gegen einen vereinbarten Preis zur Verfügzung gestellt. Wird dieser nicht mehr beglichen, so erlischt selbstverständlich auch der Anspruch auf die Gegenleistung. Das wäre ja genauso, als wenn ich von meinem Auto verlangte, gefälligst ohne Sprit weiterzufahren - nur weil ich eben mal grad kein Geld für's Tanken übrig habe. Ach ja - und diese Kündigung wäre dann sogar hier fristlos möglich; d.h. nur unter Einhaltung einer so genannten Ziehzeit (Zeit zum Bestellen eines Umzugstransportes). Allein wenn Kinder im Haushalt leben zahlt regelmäßig das Jugendamt vor Ort der Wohnungsräumung ausstehende Mietschulden (allein aber der Kinder wegen, due unschuldig an der Misere sind).

Hallo,

Unbedingt!!!! Sprich mit dem Vermieter, er ist auch ein Mensch. Er braucht das Geld! Aber bitte um eine vernünftige Lösung z. Bsp. Ratenzahlung. Klar mit 50 Euro, wäre jeder Vorschlag eine Frechheit. Mach ein vernünftiges Angebot. Erkläre deine Situation. Es gibt immer eine Lösung. Ich weiß wovon ich Rede. Falls es zu einer Ratenzahlung kommt, richte einen Dauerauftrag ein. Das macht einen guten Eindruck, wenn die Rate pünktlich kommt.

Der Vermieter hat doch laut Angabe schon eine Ratenzahlung vorgeschlagen, die der Mieter aber nicht zahlen kann/will.

So einfach geht das nicht! Nur mit einer Räumungsklage kann er dich endgültig aus der Wohnung verbannen (es lebe die Bürokratie)! In Deutschland kann sowas mehrere Monate dauern und ist sehr kostspielig! Deshalb lassen es die meisten Vermieter nicht darauf ankommen. Solange du ihm entgegenkommst und mit ihm eine Ratenzahlung vereinbarst, die du auch begleichen kannst, sollte er zufrieden sein, solange die laufenden Kosten gedeckt sind! Alles Gute...

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