kann mein Chef mich zurückstufen und mir weniger zahlen?

7 Antworten

Das wäre dann eine Änderungskündigung. Akzeptierst du die nicht, wird daraus eine Beendigungskündigung.

So oder so bekommt die Firma demnächst den Betriebsleiter, den sie sich vorstellt :-O

G imager761

Einen neuen Vertrag der Dir einfach so vorgelegt wird, brauchst Du nicht zu unterschreiben.

Sollte Dein Chef Dir eine Änderungskündigung geben, hast Du mehrere Möglichkeiten:

  1. Du unterschreibst und hast damit einen neuen Arbeitsvertrag zu anderen Bedingungen

  2. Du nimmst unter dem Vorbehalt an, dass das Arbeitsgericht die Änderungen der Arbeitsbedingungen für gerechtfertigt erklärt

  3. Du lehnst einen neuen Vertrag ab und damit wird die Kündigung eine Beendigungskündigung.

Bei Punkt drei ist das Arbeitsverhältnis nach der Kündigungsfrist aufgelöst. Du kannst aber eine ganz normale Kündigungsschutzklage einreichen.

Bei Punkt 2 arbeitest Du ab Vertragsdatum zu den neuen Bedingungen, kannst aber (da Du ja Klage eingereicht hast), wenn das Arbeitsgericht die Änderungskündigung als nicht wirksam erklärt hat, wieder zu den alten Bedingungen arbeiten.

Da Du die Vermutung hast, jemand anderes soll Deinen jetzigen Job dann evtl. für weniger Geld machen, ist die Chance des AG mit so einer Änderungskündigung durchzukommen gering. Wenn Du eine Änderungskündigung bekommst, solltest Du sofort zu einem Anwalt für Arbeitsrecht gehen, dem AG den Vorbehalt mitteilen und Kündigungsschutzklage erheben.

Die Vergütung ist ein wesentlicher Bestandteil des Arbeitsverhältnisses, das kann man nicht einfach so mal eben kürzen - um das wirksam hinzubekommen, muss der Arbeitgeber eine Änderungskündigung aussprechen.

Der kannst du zustimmen (was du nicht möchtest) oder auch ablehnen, was dann zu der ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber führt, der du natürlich mit einer Klage begegnen kannst - oder du akzeptierst es eben.

Hexle2 meint - Du nimmst unter dem Vorbehalt an, dass das Arbeitsgericht die Änderungen der Arbeitsbedingungen für gerechtfertigt erklärt

Ich halte das für mehr als Bedenklich - Unterschriften unter Vorbehalt haben selten rechtlichen Bestand, das kann also ganz böse nach hinten losgehen. Das was da vorgeschlagen wird, wird dann im Kündigungsschutzverfahren zum Gegenstand und erst dort dann geklärt. Das Gericht würde den Arbeitgeber in seinem Direktionsrecht beschränken und das ist nicht zulässig wenn es das vor einer Klage tut.

Bei Annahme unter Vorbehalt sichert sich der AN vorerst einen Arbeitsplatz (wenn auch nicht den ursprünglichen). Es besteht aber nach rechtlicher Klärung die Chance den ursprünglichen Job wieder zu bekommen.

Ich habe so einen Gütetermin beim Arbeitsgericht selbst schon erlebt. Eine Außendienstmitarbeiterin die einige Filialen betreute wurde per Änderungskündigung zur Verkäuferin "degradiert", da ihr Job durch Ustruktuierung wegfalle, Sie hätte dann nur noch ca. 50 % ihres ursprünglichen Gehalts gehabt. Der Arbeitsrichter stellte in der Güteverhandlung fest, dass es nach der Umstruktuierung noch Möglichkeiten für die AN gibt auch weiterhin eine höhere Position auszuüben. Der Vergleich endete mit einer Verkaufstätigkeit für drei Monate und anschließend wieder eine ähnliche Position.

Ohne den Vorbehalt wäre sie Verkäuferin mit der Hälfte an Einkommen geblieben oder hätte keinen Job mehr. Den Vorbehalt muss man dem AG auch nicht sofort mitteilen. Der AG muss ihn aber vor Ablauf einer 3-Wochen-Frist bekommen haben. Da ist Zeit genug für einen Besuch beim Anwalt

Ich halte das für mehr als Bedenklich

@stelari, jeder vernünftige Anwalt wird bei der Änderungskündigung seines Mandanten durch den ArbG die Annahme unter diesem Vorbehalt erklären! Was soll da nach hinten los gehen? ArbN erklärt, er nimmt nur an, wenn Arbeitsgericht das tatsächlich als wirksam bestätigt. Das Schlimmste, was dem ArbN damit passieren kann ist, die Änderung akzeptieren zu müssen. Anders ist er seinen Job möglicherweise ganz los.

@ralosaviv

Und wie soll dann der Antrag lauten? etwa - Überprüfung der Änderung der Arbeitsbedingungen?

Eine Überprüfung kann immer nur innerhalb einer Klage stattfinden und nicht alleine auf der Tatsache, dass der Arbeitnehmer sich was vorbehält. Klage muss dann auf jeden Fall eingereicht werden - Kündigungsschutzklage eben... entweder wegen der Kündigung aufgrund nicht akzeptieren der Änderungskündigung oder gegen die Änderungskündigung selbst

@stelari

Wenn unter Vorbehalt geklagt und verloren wurde, ist auf jeden Fall der neue Arbeitsplatz noch da weil der andere Arbeitsplatz ja angenommen wurde für den Fall, dass man die Klage verliert.. Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Kündigung) und verlorener Klage hast Du gar keinen Job mehr.

Deine Bildung im Arbeitsrecht ist erschreckend !! Als BL solltest du das wissen ! Ein Vertrag ist eine beideitige Willenserklärung ! Beidseitig ! Eine Änderung bedarf deiner Zustimmung ! Wenn du nicht zustimmst dann bleibt beiden Seiten immer noch das Recht auf ordentl. Kündigung ! Lg

was kann passieren wenn ich nicht zustimme? das is es ja um was es mir eigentlich geht!

@MM1984

Hatte ich doch geschrieben !! Beide Seiten , also auch dein Chef kann mittels Kündigung das AV beenden ! Also dir kann gekündigt werden , auch mittels einer Änderungskündigung ! Bedeutet wenn du den neuen AV nicht unterschreibst dann tritt die Kundigung in Kraft ! Wenn du so ein Schreiben , oder ein anderes bekommst solltest du dich nochmal beraten lassen ! Dabei kommt es auf deinen jetzigen AV und den genauen Wortlaut des Schreibens an Lg

wiso solltest du einen arbeitsvertrag unterschreibrn wenn du schon einen hast.

Weil der neue AV rechtlich gesehen eine Änderungskündigung darstellt :-)

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