Kann man gekündigt werden wenn man Attest vorlegt das man nur 30 Std/Woche arbeiten kann?

5 Antworten

Gilt das für deinen zur Zeit ausgeübten Beruf oder für alle?

Wenn für alle hättest du eventuell Anspruch auf teilweise Erwerbsminderungsrente, sofern du auf 60 Monatsbeiträge und 36 Pflichtbeiträge in den letzten 5 Jahren kommst.

Natürlich darf der Arbeitgeber deine Stelle auch mit einem leistungsfähigeren Menschen besetzen.

Wegen des Attestes nicht, aber weil du deine Arbeit nicht mehr in vollem Umfang erfüllen kannst.

Theoretisch ja, aber wenn der Arzt und die Krankenkasse das entsprechend unterstützen, ist es auch möglich, ohne den entsprechenden Lohnausgleich sicher möglich, vielleicht nur dies Zeit vernünftig umsetzen zu lassen.

Bei mir auf der Arbeit sind einige Kollegen, die anstatt von 5 Arbeitstagen nur 4 Tage arbeiten gehen. Und das aus rein privaten Gründen ohne gesundheitliche Probleme.

Sprich einfach mal mit deinem Arbeitgeber in einer ruhigen Stimmung, wie Ihr eine Lösung findet. Aber dann musst Du natürlich auch auf einen Teil des Einkommens verzichten.....

Im Gegenteil, der Arbeitgeber ist eher angehalten, dir diesen Wunsch zu ermöglichen. Im TzBfG ist Folgendes geschrieben:

§ 8 Verringerung der Arbeitszeit

(1) Ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert wird.

(2) Der Arbeitnehmer muss die Verringerung seiner Arbeitszeit und den Umfang der Verringerung spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Er soll dabei die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit angeben.

(3) Der Arbeitgeber hat mit dem Arbeitnehmer die gewünschte Verringerung der Arbeitszeit mit dem Ziel zu erörtern, zu einer Vereinbarung zu gelangen. Er hat mit dem Arbeitnehmer Einvernehmen über die von ihm festzulegende Verteilung der Arbeitszeit zu erzielen.

(4) Der Arbeitgeber hat der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen und ihre Verteilung entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers festzulegen, soweit betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursacht. Die Ablehnungsgründe können durch Tarifvertrag festgelegt werden. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung der tariflichen Regelungen über die Ablehnungsgründe vereinbaren.

(5) Die Entscheidung über die Verringerung der Arbeitszeit und ihre Verteilung hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung schriftlich mitzuteilen. Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht nach Absatz 3 Satz 1 über die Verringerung der Arbeitszeit geeinigt und hat der Arbeitgeber die Arbeitszeitverringerung nicht spätestens einen Monat vor deren gewünschtem Beginn schriftlich abgelehnt, verringert sich die Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang. Haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Verteilung der Arbeitszeit kein Einvernehmen nach Absatz 3 Satz 2 erzielt und hat der Arbeitgeber nicht spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Arbeitszeitverringerung die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit schriftlich abgelehnt, gilt die Verteilung der Arbeitszeit entsprechend den Wünschen des Arbeitnehmers als festgelegt. Der Arbeitgeber kann die nach Satz 3 oder Absatz 3 Satz 2 festgelegte Verteilung der Arbeitszeit wieder ändern, wenn das betriebliche Interesse daran das Interesse des Arbeitnehmers an der Beibehaltung erheblich überwiegt und der Arbeitgeber die Änderung spätestens einen Monat vorher angekündigt hat.

(6) Der Arbeitnehmer kann eine erneute Verringerung der Arbeitszeit frühestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hat.

(7) Für den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit gilt die Voraussetzung, dass der Arbeitgeber, unabhängig von der Anzahl der Personen in Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt.

Punkt (7) kann natürlich je nach Betriebsgröße dagegen sprechen. Aber das wirst du eher beurteilen können.

Trotzdem ist natürlich der Wunsch, 3 Stunden weniger zu arbeiten, kein Kündigungsgrund.

Wenn er aus seiner Sicht keine Möglichkeit sieht Dich mit nur 30 Stunden zu beschäftigen, weil er Dich (oder jemanden anderen) unbedingt für 33 Stunden braucht und auch keine Umsetzungsmöglichkeit hat, dann kann er Dich aufgrund des benötigten Betriebsablaufes kündigen, weil Du nicht mehr in diese Stellebeschreibung reinpasst.

Für diesen Fall nützt Dir eine Teil-Erwerbsminderungsrente (EMR) garnichts, weil hier eben die 33 Stunden gefordert sind. Ein Teil EMR bekommt derjenige, der nur noch bis zu 6 Stunden tägl. arbeiten kann. Wer über 6 Std. tgl. arbeiten kann bekommt keine Teil-EMR. Dies kann also nur für einen anderen Arbeitsplatz für Dich von Interesse werden, wenn man Dich dort mit 30 Std. einstellt. Dir vor Allem gute weitere Genesung.

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