Kann man ein Erbe in jedem Fall ausschlagen?

5 Antworten

Niemand ist verpflichtet, ein Erbe anzunehmen. Wenn es zur Testamentseröffnung kommt, wird der Testamentsvollstrecker / Rechtspfleger schon die nötigen Hinweise und rechtlichen Möglichkeiten geben.

Man muss ein Erbe nicht annehmen.
Auch nicht bei Schulden.

Jedoch gibt es dafür eine Frist

Es besteht keine Rechtspflicht das Erbe anzutreten.

Meines Wissens steht in der Benachrichtigung, darüber, das es eine Erbschaft gibt, eine Frist. Die muß auch dringend eingehalten werden. Habe das Gleiche mal vor Jahren für meinem damals 6 Monate alten Sohn durchgemacht. Selbst die Ausschlagung der Erbschaft kostet Geld. Damals (1979) waren das 50 DM.

Eine Benachrichtigung kommt nur, wenn dem zständigen Amtsgericht ein Testament vorliegt. Ist das nicht der Fall, dann gilt: 6 Wochen ab Bekanntwerden des Todesfalles, sei es mündlich durch Angehörige oder schriftlich durch eine Todesanzeige.

Am Besten deine Freundin geht zu einem Notar und verzichtet auf ihr Erbe (Erbverzicht). Deine Freundin kommt in jedem Fall um das Erbe herum. Sollte kein Erbe gefunden werden, bliebe das Ganze beim Steuerzahler hängen. So war es jedenfalls bei meiner Frau. Wegen der Fristen kann ich dir leider keine Auskunft geben. Aber frag mal 'nen Notar.

Erbverzicht (§ 2346 BGB) ist etwas ganz anderes!

Hier geht es um die Ausschlagung nach §§ 1942 ff. BGB!

Erbe ausschlagen - erhält man Kenntnis bei Überschuldung? - Zuschuss Bestattungskosten?

Hallo,

meine Freundin hat zum Jahreswechsel Ihren Vater - zu dem sie seit Ihrer Geburt keinerlei Kontakt hatte - verloren. Er war Alkoholiker und hatte auch einen Betreuer. Sie ist der einzige Nachkomme und wäre somit Alleinerbe (von nichts!).

Die Bestattung läuft über das Ordnungsamt, bei dem sie bereits die Auskunft erhalten hat, dass Sie für die Bestattungskosten aufkommen muss. Das Gleiche hat ihr ein Anwalt vor Ort bestätigt. Sie bekommt zwar im Moment nur Arbeitslosengeld (noch 6 Monate) ist aber seit Dezember 2013 zu Ihrem Freund gezogen, der einer geregelten Arbeit nachgeht. Somit würde auch vom Sozialamt keinerlei Bestattungskosten-Zuschüsse gewährt.

Sie geht davon aus, dass Ihr Vater Schulden hat bzw. zu mindestens kein Geld besitzt. Aus diesem Grund würde sie die Erbschaft ausschlagen wollen.

Nun unsere Frage:

1. Bekommt man vor Antritt einer Erbschaft Auskunft, ob die Schulden, das Guthaben übersteigen? Oder kann man nur "blind" die Erbschaft annehmen oder ausschlagen?

2. Gesetz dem Fall es sind vielleicht doch noch ein paar Euro auf dem Konto, könnten doch die Bestattungskosten - wenigstens teilweise - davon bezahlt werden?!? (auch wenn Sie das Erbe ausschlägt!?)

Allerdings hat sie keinerlei Einsicht oder Kenntnis über Konten Ihres Vaters.

  1. Von Bekannten haben wir erfahren, dass Betreuer mitunter "Sterbeversicherungen" für die zu Betreuenden abschließen. Auch das könnte in Bezug auf die anfallenden Bestattungskosten hilfreich sein. Wie bekommt man das raus?

Wie verhält sie sich denn nun am günstigsten? Wo bekommt sie Auskünfte zu oben genannten Fragen?

Sie steht mit dem Problem und Ihren knapp 20 Jahren vollkommen allein da...

Danke für Eure Hilfe!

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